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Uhlands Tod Zu Tübingen am Neckar, da steht ein stilles Haus, da trat beim Sternenlichte, den Hut tief im Gesichte, ein bleicher Mann heraus. Wer weiß, daß du verstummtest? Dies Haus und ich allein! Doch morgen wird man trauern von Memels alten Mauern bis an den Wasichenstein. Da schallte von der Brücke der Burschen strammer Tritt; sie huben an zu singen, manch Fräulein von Tübingen sang in Gedanken mit. »Ich hatt' einen Kameraden!« das klang so frisch und voll: der Bleiche horchte lange, bis brennend auf die Wange ihm eine Träne quoll. »Und ob im Todeskampfe das deutsche Herz dir brach: dein Geist wird um uns schweben, denn deine Lieder leben bis an den jüngsten Tag.« Der Mond, der schien so helle, der aus den Wolken trat, im Neckar sang es leise, und fern verklang die Weise: »Mein guter Kamerad.«
Sei höflich gegen alle, aber mit wenigen vertraut, und prüfe diese wenigen genau, ehe du ihnen dein Vertrauern schenkst. Wahre Freundschaft ist eine edle Pflanze, die langsam wächst und durch die Wärme der Widerwärtigkeiten geprüft und befestigt werden muß, ehe sie verdient, den schönen Namen der Freundschaft zu tragen.
Vertraue dich dem Manne nicht an, der jedermanns allgemeiner Freund ist, er wird nicht leicht irgend jemandes besonderer Freund sein.
Die wahre Freundschaft hat nur zwei Gesetze: Erstens, daß einer des anderen Freund sei; zweitens, daß er's von ganzem Herzen sei. Diese Gesetze sind nicht erdichtet, sie sind im Wesen der Freundschaft begründet.
Kein edleres Kleinod gibt es, als wahre Freundschaft. Aber wie selten ist sie! Sie fordert Adel der Gesinnung, Übereinstimmung in derselben und ein tiefes Gefühl vom gegenseitigen Wert, endlich Geneigtheit zu hingebender Selbstverleugnung. Wo es hieran fehlt, wird das Band der Freundschaft ebenso leichtsinnig und selbstsüchtig gelöst, wie geknüpft.
Der gleiche Stoff verbindet sich dem Gleichem und gleiche Seelen ziehen einander an mit einer süßen himmlischen Gewalt.
Freundschaft geht oft in Liebe über, aber Liebe nie in Freundschaft.
Und mancher Freund ist nicht mehr als dein Kostgänger und hält in der Not nicht stand. Solange dir's gut geht, tritt er auf wie du selbst und lebt in deinem Hause, als wäre er der Hausherr; geht dir's aber schlecht, so stellt er sich gegen dich und lässt sich nirgends mehr finden.
Besser einen Hund als Freund, als einen Freund, der sich als Hund herausstellt!
Der Jugendfreund ist in der Regel für die weitere Entwicklung und Richtung maßgebender als der Erzieher. Jener ist ein Mitträger der Ideale.
Wie denn überhaupt ohne ein wahres Freundschaftsverhältnis eine erfolgreiche Arbeit an der Selbsterziehung zur Tugend kaum möglich ist.
Etwas sollen wir unseren sogenannten guten Freunden immer abzulernen suchen – ihre Scharfsichtigkeit für unsere Fehler.
Die Schmerzen, die wir dem Freunde offenbaren, sind schon halb geheilt. Worüber wir sprechen, darüber mildern sich unsre Leidenschaften; es wird helle in uns; der Gegenstand des Zornes, des Ärgers, des Kummers erscheint uns in einem Lichte, in welchem wir die Unwürdigkeit der Leidenschaft erkennen. Worüber wir im Dunkel und Zweifel sind, wir dürfen nur darüber sprechen – oft in dem Augenblick schon, wo wir den Mund auftun, um den Freund zu fragen, schwinden die Zweifel und Dunkelheiten.
Freundschaft kann sich bloß praktisch erzeugen, praktisch Dauer gewinnen. Neigung, ja sogar Liebe, hilft alles nichts zur Freundschaft. Die wahre, die tätige, produktive, besteht darin, daß wir gleichen Schritt im Leben halten, daß der Freund meine Zwecke billigt, ich die seinigen, und daß wir so unverrückt zusammen fortgehen, wie auch sonst die Differenz unserer Denk- und Lebensweise sein möge.