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Wer für sich selbst zu schwach und klein, Und wer nicht gerne steht allein, Mag an den Freund sich schmiegen!

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Die Hausfreunde heißen meistens mit Recht so, indem sie mehr die Freunde des Hauses als des Herrn, also den Katzen ähnlicher als den Hunden sind.

Schopenhauer, Parerga und Paralipomena, 2 Bde., zweite vermehrte Auflage 1862 (EA: 1851). Erster Band. Aphorismen zur Lebensweisheit. Kapitel 5: Paränesen und Maximen

Einen Feind hassen wir nicht so sehr als einen Freund, der sich nur halb bewährte.

Gutzkow, Vom Baum der Erkenntnis. Denksprüche, 1868

Die Liebe teilen Weise und Toren, Kleine und Große. Fromme und Lasterhafte umarmen sich gleich; aber zur Freundschaft erheben sich nur die Geprüften.

Pestalozzi, Ein Schweizer-Blatt (Wochenschrift), 1782. Nr. 42, Epistel über die Freundschaft an Phryne, 17. Oktober 1782

Die Freunde sind nicht viele noch wenige, sondern die hinreichende Zahl.

Hofmannsthal, Buch der Freunde, 1922

Die wahren Freunde Wahre Freunde nennt man solche, Die vom Bösen fern uns halten, Aber mit bedächtgem Sinne Für des Freundes Vorteil walten; Das Geheimnis treu verbergen, Nur das Gute laut verkünden; Wenn es Zeit ist, gerne helfen, Und im Unglück nicht verschwinden.

Hoefer, Indische Gedichte in deutschen Nachbildungen, 2 Bde., 1841-44

Nicht durch Nehmen, sondern durch Geben stiften wir unsere Freundschaften.

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Die beste Zuflucht ist ein Freund, ob reich oder arm, traurig oder froh, mit oder ohne Fehler.

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Wer Niemand schadet und Niemand nützt, Ist vor der Freundschaft der Menschen geschützt.

Fliegende Blätter, humoristische deutsche Wochenschrift, 1845-1944

Entfernung und lange Abwesenheit tun jeder Freundschaft Eintrag, so ungern man es gesteht. Denn Menschen, die wir nicht sehen, wären sie auch unsere geliebtesten Freunde, trocknen im Laufe der Jahre allmählich zu abstrakten Begriffen auf, wodurch unsere Teilnahme an ihnen mehr und mehr eine bloß vernünftige, ja traditionelle wird: die lebhafte und tiefgefühlte bleibt denen vorbehalten, die wir vor Augen haben, und wären es auch nur geliebte Tiere. So sinnlich ist die menschliche Natur.

Schopenhauer, Parerga und Paralipomena, 2 Bde., zweite vermehrte Auflage 1862 (EA: 1851). Erster Band. Aphorismen zur Lebensweisheit. Kapitel 5: Paränesen und Maximen

Mancher sucht sein Leben lang Kameradschaft, – aber man muß mit diesem Bedürfnis im Herzen nicht zu Frauen gehen. Sie wollen, eine jede, ausschließlichgeliebtsein, sie wollen aus aller Kraft die Episode der Liebe, aber ohne sie dabei als Episode aufzufassen.

Morgenstern, Stufen. Eine Entwicklung in Aphorismen und Tagebuch-Notizen, 1918 (posthum). 1907

Ohne Bruder kann man leben, nicht ohne Freund.

Simrock (Hg.), Die deutschen Sprichwörter (= Die deutschen Volksbücher, Bd. 5), 1846

Freundschaft ist – wie die Unsterblichkeit der Seele – etwas zu Herrliches, um an sie glauben zu können.

Emerson, Die Natur (Nature), 1836, aus dem Englischen von Adolph Holtermann, Hannover 1868

Wer ihn nicht braucht, dem wird ein Freund nicht fehlen, und wer in Not versucht den falschen Freund, verwandelt ihn sogleich in einen Feind.

Shakespeare, Hamlet, Erstdruck 1603

Beachte demnach gegen deine Freunde einen solchen Grad von Zurückhaltung, daß du dich nicht in ihre Macht übergiebst, und gegen deine Feinde einen solchen Grad von Mäßigung, daß du es ihnen nicht unmöglich machst, deine Freunde zu werden!

Chesterfield, Briefe an seinen Sohn (Letters written to his natural son on manners & morals), 1774. London, den 21. August alten Styls, 1749

Freundschaft kann nicht geknüpft werden, wo die Gleichheit in den Voraussetzungen für den geistigen Austausch fehlt.

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Man darf über seine Freunde nicht reden: sonst verredet man sich das Gefühl der Freundschaft.

Nietzsche, Menschliches, Allzumenschliches. Ein Buch für freie Geister, 2. erweiterte Auflage 1886 (EA: 1878). Zweiter Band. Erste Abteilung. Vermischte Meinungen und Sprüche

Das Gefühl der Trennung bestimmt den Wert der Freundschaft.

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Freund sein, Bruder sein, lieben, das öffnet das Gefängnis durch eine höhere Macht, durch eine magische Kraft. Ohne diese bleibt man im Gefängnis.

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An dem Kummer eines Freundes teilzunehmen, ist leicht, aber es bleibt das Zeichen einer außergewöhnlichen Natur, sich an den Erfolgen des Freundes rein mitfreuen zu können.

Wertheimer (Hg.), Weisheiten von Oscar Wilde, übersetzt von Paul Wertheimer, 1921 (EA: 1907)

Freunde sind sich nahe, auch wenn sie getrennt sind, sie sind hilfsbereit, auch wenn sie krank sind, ja, was unmöglich zu sein scheint, sie leben auch, wenn sie schon gestorben sind.

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