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26202 Sprüche gefunden

Das ist des Witzes leichte Beute: Er macht sich lustig über Leute, Doch der Humor ist d'rauf bedacht, Daß er die Leute lustig macht.

Fliegende Blätter, humoristische deutsche Wochenschrift, 1845-1944. 1888

Wo weder zum Weinen Kraft ist noch zum Lachen, lächelt der Humor unter Tränen.

Kraus, Sprüche und Widersprüche, 4. Auflage 1924 (EA: 1909). VI. Schreiben und Lesen

Dem Humor, dem göttlichen Kind, ist nichts verwehrt; auch nicht mit dem Schmerz, dem Elend, dem Tod zu spielen. Wenn die Ironie, der Witz, die Satire das Gleiche versuchen, empfinden wir das als geschmacklos, roh, wenn nicht gar als Blasphemie.

Schnitzler, Buch der Sprüche und Bedenken. Aphorismen und Fragmente, 1927

Das Glück Das Glück gleicht oft dem Schlingel, Der nachts vor deinem Haus Zum Scherz reißt an der Klingel und dann – kneift aus. Wer über solches Treiben Sich ärgert, ist ein Tor. Du mußt ans Haus nur schreiben: Hier wohnt Humor!

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Auch Humoristen müssen sterben, denn der Tod versteht keinen Spaß.

Fliegende Blätter, humoristische deutsche Wochenschrift, 1845-1944

Der Humor Humor ist sozusagen unser Senf des Lebens. Er macht ein Stücklein trocken Brot zum Leibgericht. Wer ihn nicht selbst besitzt, der hamstert ihn vergebens, so hat man ihn entweder – oder hat ihn nicht. Humor ist schwierig oder gar nicht zu ergründen. Er ist stets taktvoll, niemals vorlaut und nicht spitz. Humor ist zu erleben und nicht zu erfinden, im Gegensatz zu seinem kleinen Bruder Witz. Humor ist unser Freund in allen Lebenslagen, weil er dem Herz entspringt und nicht dem Intellekt. Man kann zum Beispiel mit Humor die Wahrheit sagen, so daß sie uns bekommt und halb so bitter schmeckt. Humor blüht auch an kühlen Dauerregentagen und stimmt uns fröhlich, wenn es noch so schaurig ist. Ja, mit Humor läßt sich sogar ein Humorist ertragen, und wenn er wirklich noch so traurig ist.

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Humoristen haben aufeinander stets eine mächtige Wut.

Tucholsky, Werke 1907-1935. Sächsische Miniaturen, in: Die Weltbühne, 04.08.1921, Nr. 31 (Peter Panter)

Der Humor ist nicht resigniert, er ist trotzig, er bedeutet nicht nur den Triumph des Ichs, sondern auch den des Lustprinzips, das sich hier gegen die Ungunst der realen Verhältnisse zu behaupten vermag.

Freud, Der Humor, 1927

Der Humor hat nicht nur etwas Befreiendes wie der Witz und die Komik, sondern auch etwas Großartiges und Erhebendes, welche Züge an den beiden anderen Arten des Lustgewinns aus intellektueller Tätigkeit nicht gefunden werden.

Freud, Der Humor, 1927

Humor spült nimmer des Lebens Ernst Hinweg wie leichten Sand, Er ist die Welle, die schmeichelnd küßt Des Felsens graue Wand.

Fliegende Blätter, humoristische deutsche Wochenschrift, 1845-1944

Bisher hab' ich nur Witz, Ironie, Laune gezeigt, noch nie den reinen, urbehaglichen Humor.

Heine, H., Briefe. An Moses Moser, 14. Oktober 1826

Scherz im Schmerz, das gibt Humor.

Saphir, Fliegendes Album, 1846

Dem Humor soll auch allzeit im Umgange glaubensvoller Menschen sein volles Recht gewahrt sein, wenn er nur eben auf dem Grunde eines guten Gewissens mit Gott steht.

Patzner (Hg.), Pädagogische Goldkörner, gesammelt von Karl G. E. Patzner, 1891 (EA: 1886)

Über das irdische Leid, wenn die Sonne der göttlichen Freiheit Durchbricht, spannt der Humor farbig als Bogen sich aus.

Geibel, E., Gedichte. Gedichte und Gedenkblätter, Stuttgart 1865

Der Humor ist ein Element, das dem deutschen Menschen abhanden gekommen ist.

Tucholsky, Werke 1907-1935. Der deutsche Mensch, in: Die Weltbühne, 30.08.1927, Nr. 35 (Ignaz Wrobel)

An M. D. Neidling: Sie schicken uns ein Gedicht, "in der Hoffnung, keinen Fehltritt begangen zu haben." Wir haben das Gedicht gelesen und gefunden, dass Ihre Hoffnung sich nicht erfüllt hat.

Groller, Aus meinem Briefkasten der Redaktion. Unfreiwillige Humore. Selbst erlebt und selbst erlitten, 1900

Gedicht, eingesandt an eine Redaktion: "Grüne Felsen sachte schleichen Sich zu Thal dem friedensstillen." Redaktion: Das glauben wir einfach nicht.

Groller, Aus meinem Briefkasten der Redaktion. Unfreiwillige Humore. Selbst erlebt und selbst erlitten, 1900. Originaltext

Hätten Sie auch humoristisch dichten können, wenn Sie verheiratet gewesen wären? Hier ist alles eitel! So Spricht der weise Salomo! Onkels, dünn= und dickbeleibte, Die das Glück noch nicht beweibte, Tanten, die, aus den bekannten Gründen, sich noch nicht bemannten, Alle, wenn sie Mut besitzen, Dichten, daß die Federn spritzen! Aber die – nach altem Brauch – Sich vermählen, können's auch; Denn, dieweil sie ihrer zwei, Helfen sie sich sehr dabei.

Busch, Antworten auf Fragen von Frau Louise Fastenrath, Köln, 22.5.1892

Der Humor [ist] eine angeborene Gabe der vielseitigen Betrachtungsfähigkeit der Welt und ihrer Erscheinungen, […] ein Erzieher des Volkes, ein Dokument seines Gemütslebens, eine Schatzkammer des Reichtumes seiner Seele.

Schleich, Von der Seele, 1922. Humor

Humor ruht oft in der Veranlagung von Menschen, die kalt bleiben, wo die Masse tobt, und die dort erregt sind, wo die meisten ›nichts dabei finden‹.

Tucholsky, Werke 1907-1935. Schnipsel [9], in: Die Weltbühne, 19.07.1932, Nr. 29 (Peter Panter)

Der Humor ist nur der Selbstvorwurf eines, der nicht wahnsinnig wurde bei dem Gedanken, mit heilem Hirn die Zeugenschaft dieser Zeitdinge bestanden zu haben.

Kraus, Die letzten Tage der Menschheit, 1919