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Fortschritt Die Zeit, sie eilt so schnell voraus, Und ich, ich blieb zurück. Ich schäme mich! Was kommt heraus? Es bleibt ein Mißgeschick. Doch stürmt sie hin unbändig jach, Kaum reicht so fern mein Blick; Die Bahngenossen stürmen nach, Und ich, ich blieb zurück. Vielleicht kehrt wieder sie des Wegs; Laßt sitzen mich am Stein! Vielleicht – hat sie sich müd' gerannt – Hol' ich sie doch noch ein. Der Gang der Welt ist nicht so rasch, Als Torheit meint und spricht; Man weiß wohl: Flügel hat die Zeit, Die Zeiten aber nicht.
Während der Schatten schwindet, schwindet mit ihm unwiederbringlich die Zeit. Und während jedem die Zeit davonläuft, schwindet der Schatten.
Lästert nicht die Zeit, die reine! Schmäht ihr sie, so schmäht ihr euch; Denn es ist die Zeit dem weißen, Unbeschriebnen Blatte gleich, Das Papier ist ohne Makel, Doch die Schrift darauf gebt ihr! Ist die Schrift just nicht erbaulich, Nun, was kann das Blatt dafür?
»Zeitraum«: das ist ein Quodlibet der Ewigkeit. Man versuche einmal, sich ohne Kopfschmerzen die Raumzeit vorzustellen.
Die Zeit Die Zeit zerstört und baut Paläste, Streut bunte Blumen auf die Flur. Verschlingt des Nachruhms Überreste, Und läßt dem Enkel keine Spur. Mit unersättlichem Behagen Nagt sie am Denkmal mancher Gruft, Zwar mildert sie des Unmuths Klagen Durch sie zerfließt der Gram in Luft. Oft nährt, oft löschet sie die Flamme, Die Leidenschaft am Busen birgt, Oft untergräbt sie schlau am Damme Womit Vernunft entgegen wirkt. Sie kann, was Menschen selten können, Sie setzet Schranken jedem Schmerz, Vereint oft, was die Menschen trennen, Gießt Balsam in das wunde Herz. Zwar wieget sie die stärksten Triebe In Schlummer ein, nach Sturm und Braus, Doch die Erinn'rung erster Liebe Tilgt selbst die Ewigkeit nicht aus!
Die Zeit ist ein Knabe, der spielt, hin und her die Brettsteine setzt: Knabenregiment!
Endlich und Unendlich miteinander zu vergleichen, aufeinander zu beziehen, ist unmöglich. Von dem einen haben wir eine Anschauung, vom andern nicht. Die beiden sind also schlechterdings unvergleichbar für uns.
Wie viel Menschen waren schon hienieden, Die nun alle sind dahingeschieden: Baum und Gras, und Lehm und Wand und Stein, Alles mochte einst in Menschen sein, Anders angeordnet nur die Teile. Wenn die Rose haucht zu dir: "Verweile", Und der Felsen rollend ruft: "Entflieh!" – In verlebten Zeiten waren sie Liebste oder Feind – und was sind Zeiten? Drehn wir uns ja doch in Ewigkeiten.
Die Zeit verrinnt, es kommt der Tod; Du denkst, nun ist die Ewigkeit. Die Ewigkeit ist ohne Zeit, Und Abendrot ist Morgenrot.
Wie viele in dieser Zeit halten sich für stark und sind Schwächlinge, wie viele halten diese Zeit für groß, und sie ist klein! Unsere Zeit ist die Zeit der Geschwächten.
Lied der alten Spinnerin Rollend Spinnrad spinnt die Zeit, Jahre wehn wie Flocken, Hinter uns, wie liegen weit Lebenslenz und Locken. Rollend Spinnrad spinnt die Zeit, Wolken ziehn wie Jahre, Stille Träne, vieles Leid Spinnt uns Silberhaare. Rollend Spinnrad spinnt die Zeit, Schnee und Flocken fliegen, Nur die Arbeit, froh bereit, Kann dich, Leid, besiegen.
Jedes Ding hat seine Zeit.
Die Zeiten starben am Fett oder an der Auszehrung. Die hier will den Tod durch eine überernährte Armut foppen.