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26202 Sprüche gefunden
Junge Liebe Über dem Brünnlein nicket der Zweig, Waldvögel zwitschern und flöten, Wild Anemon' und Schlehdorn bleich Im Abendstrahle sich röten, Und ein Mädchen mit blondem Haar Beugt über der glitzernden Welle, Schlankes Mädchen, kaum fünfzehn Jahr, Mit dem Auge der scheuen Gazelle. Ringelblumen blättert sie ab: »Liebt er?« - »liebt er mich nimmer?« Und wenn »liebt« das Orakel gab, Um ihr Antlitz gleitet ein Schimmer: »Liebt er nicht« - o Grimm und Graus! Daß der Himmel den Blüten gnade! Gras und Blumen, den ganzen Strauß Wirft sie zürnend in die Kaskade. Gleitet dann in die Kräuter lind, Ihr Auge wird ernst und sinnend; Frommer Eltern heftiges Kind, Nur Minne nehmend und minnend, Kannte sie nie ein anderes Band Als des Blutes, die schüchterne Hinde; Und nun Einer, der nicht verwandt Ist das nicht eine schwere Sünde? Mutlos seufzet sie niederwärts, In argem Schämen und Grämen, Will zuletzt ihr verstocktes Herz Recht ernstlich in Frage nehmen. Abenteuer sinnet sie aus: Wenn das Haus nun stände in Flammen, Und um Hilfe riefen heraus Der Karl und die Mutter zusammen? Plötzlich ein Perlenregen dicht Stürzt ihr glänzend aus beiden Augen, In die Kräuter gedrückt ihr Gesicht, Wie das Blut der Erde zu saugen, Ruft sie schluchzend: »ja, ja, ja!« Ihre kleinen Hände sich ringen, »Retten, retten würd' ich Mama, Und zum Karl in die Flamme springen!«
Brennende Liebe Und willst du wissen, warum So sinnend ich manche Zeit, Mitunter so töricht und dumm, So unverzeihlich zerstreut, Willst wissen auch ohne Gnade, Was denn so Liebes enthält die heimlich verschlossene Lade, An die ich mich öfters gestellt? Zwei Augen hab' ich gesehn, Wie der Strahl im Gewässer sich bricht, Und wo zwei Augen nur stehn, Da denke ich an ihr Licht. Ja, als du neulich entwandtest Die Blume vom blühenden Rain Und »Oculus Christi« sie nanntest, Da fielen die Augen mir ein. Auch gibt's einer Stimme Ton, Tief, zitternd, wie Hornes Hall, Die tut's mir völlig zum Hohn, Sie folget mir überall. Als jüngst im flimmernden Saale Mich quälte der Geigen Gegell, Da hört' ich mit einem Male Die Stimme im Violoncell. Auch weiß ich eine Gestalt, So leicht und kräftig zugleich, Die schreitet vor mir im Wald Und gleitet über den Teich; Ja, als ich eben in Sinnen Sah über des Mondes Aug' Einen Wolkenstreifen zerrinnen, Das war ihre Form, wie ein Rauch. Und höre, höre zuletzt, Dort liegt, da drinnen im Schrein, Ein Tuch mit Blute genetzt, Das legte ich heimlich hinein. Er ritzte sich nur an der Schneide, Als Beeren vom Strauch er mir hieb, Nun hab' ich sie alle beide, Sein Blut und meine brennende Lieb'.
Wer ein Liebchen hat gefunden, Die es treu und redlich meint, Lohn' es ihr durch tausend Küsse, Mach' ihr all das Leben süß, Sei ihr Tröster, sei ihr Freund! Trallalera, trallalera! Doch sie treu sich zu erhalten, Schließ' er Liebchen sorglich ein; Denn die losen Dinger haschen Jeden Schmetterling und naschen Gar zu gern von fremden Wein. Trallalera, trallalera! Sonderlich beim Mondenscheine, Freunde, nehmt sie wohl in Acht! Oft lauscht da ein junges Herrchen, Klirrt und lockt das kleine Närrchen, Und dann, Treue, gute Nacht! Trallalera, trallalera!
Auch ist das vielleicht nicht eigentlich Liebe, wenn ich sage, daß Du mir das Liebste bist.
Was ist Liebe? Das ist doch ganz einfach! Liebe ist alles, was unser Leben steigert, erweitert, bereichert. Nach allen Höhen und Tiefen. Die Liebe ist so unproblematisch wie ein Fahrzeug. Problematisch sind nur Lenker, die Fahrgäste und die Straße.
Im Augenblick der Liebe wird der Mensch nicht nur für sich, sondern auch für den anderen Menschen verantwortlich.
Liebe ist, daß du mir das Messer bist, mit dem ich in mir wühle.
So ist [...] die Liebe, als freie Aufnahme des Willens eines andern unter seine Maximen, ein unentbehrliches Ergänzungsstück der Unvollkommenheit der menschlichen Natur.
Was einer sucht, das hat er nicht: nun sucht die Liebe das Schöne und Gute; also hat sie solche nicht.
Ich habe viele Arten der Liebe kennengelernt: die Künstlerliebe, die Liebe als Frau, als Schwester, als Mutter, die Liebe zu Gott, die Dichterliebe und was weiß ich nicht alles. Manch eine Liebe ist noch am gleichen Tag, an dem sie das Licht der Welt erblickt hatte, gestorben, ohne sich demjenigen zu offenbaren, der sie erweckt hatte. Manch eine hat mein Leben zur Qual gemacht und mich in eine Verzweiflung gestürzt, die dem Wahnsinn nahe war. Einer anderen zuliebe führte ich jahrelang in der Abgeschiedenheit ein völlig dem Metaphysischen zugewandtes Leben. Mit alledem habe ich es wirklich ernst gemeint.
Lieb' ist nicht Liebe, Wenn sie vermengt mit Rücksicht, die seitab Vom wahren Ziel sich wendet.
Die Forderung, geliebt zu werden, ist die größte aller Anmaßungen.
Was aus Liebe getan wird, geschieht immer jenseits von Gut und Böse.
Es ist wahr: wir lieben das Leben, nicht, weil wir an's Leben, sondern weil wir an's Lieben gewöhnt sind.
Über euch hinaus sollt ihr einst lieben! So lernt erst lieben! Und darum mußtet ihr den bitteren Kelch eurer Liebe trinken. Bitternis ist im Kelch auch der besten Liebe ...
Eine Begierde nach Liebe ist in mir, die redet selber die Sprache der Liebe.
Auch ihr liebt die Erde und das Irdische: ich erriet euch wohl! – aber Scham ist in eurer Liebe und schlechtes Gewissen, – dem Monde gleicht ihr!
Lieben und Untergehn: das reimt sich seit Ewigkeiten. Wille zur Liebe: das ist, willig auch sein zum Tode.
Die Liebe ist die Gefahr des Einsamsten, die Liebe zu Allem, wenn es nur lebt! Zum Lachen ist wahrlich meine Narrheit und meine Bescheidenheit in der Liebe!