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Wer niemanden liebt, mache sich darauf gefaßt, von niemandem geliebt zu werden!
Nichts ist so eifernd, so strenge und so zart, als wahre Liebe. Sie kann tausenderlei Dinge nicht dulden, die wir in einem gewöhnlichen Zustande nicht einmal wahrnehmen.
Um mit einer Frau glücklich zu sein, muss man sehr viel Liebe zu ihr haben und es nicht erst versuchen, sie zu verstehen.
Annchen von Tharau Annchen von Tharau ist, die mir gefällt, Sie ist mein Leben, mein Gut und mein Geld. Annchen von Tharau hat wieder ihr Herz Auf mich gerichtet in Lieb' und in Schmerz. Annchen von Tharau, mein Reichthum, mein Gut, Du meine Seele, mein Fleisch und mein Blut! Käm' alles Wetter gleich auf uns zu schlahn, Wir sind gesinnet bei einander zu stahn. Krankheit, Verfolgung, Betrübnis und Pein Soll unsrer Liebe Verknotigung seyn. Annchen von Tharau, mein Licht, meine Sonn, Mein Leben schließ' ich um deines herum. Recht als ein Palmenbaum über sich steigt, Je mehr ihn Hagel und Regen anficht; So wird die Lieb' in uns mächtig und groß Durch Kreuz, durch Leiden, durch allerlei Noth. Annchen von Tharau, mein Reichthum, mein Gut, Du meine Seele, mein Fleisch und mein Blut! Würdest du gleich einmal von mir getrennt, Lebtest, da wo man die Sonne kaum kennt; Ich will dir folgen durch Wälder, durch Meer, Durch Eis, durch Eisen, durch feindliches Heer. Was ich gebiete, wird von dir gethan, Was ich verbiete, das läßt du mir stahn. Was hat die Liebe doch für ein Bestand, Wo nicht Ein Herz ist, Ein Mund, Eine Hand? Wo man sich peiniget, zanket und schlägt, Und gleich den Hunden und katzen beträgt? Annchen von Tharau, das woll'n wir nicht thun; Du bist mein Täubchen, mein Schäfchen, mein Huhn. Was ich begehre, ist lieb dir und gut; Ich laß den Rock dir, du läßt mir den Hut! Dies ist uns Annchen die süsseste Ruh, Ein Leib und Seele wird aus Ich und Du. Dies macht das Leben zum himmlischen Reich, Durch Zanken wird es der Hölle gleich. (übertragen von Johann Gottfried Herder)
Seliger Tod Gestorben war ich Vor Liebeswonne; Begraben lag ich In ihren Armen; Erwecket ward ich Von ihren Küssen; Den Himmel sah ich In ihren Augen.
Hört von mir, was wenig' wissen, Hört's, und denket nach dabei: Daß, wenn zwei sich zärtlich küssen, Gern sich seh'n und ungern missen, Es nicht stets aus Liebe sei.
"Der Glaube macht selig, die Liebe macht blind" – wieviel Blut und Tränen hat dieser Irrtum gekostet! Wir aber wollen endlich einsehen, daß die Liebe selig macht, der Glaube aber blind.
Wachsamkeit wird euch nichts taugen, Wenn die Töchter unser sind; Eltern, habet hundert Augen, Mädchen, wenn sie List gebrauchen, Machen hundert Augen blind.
Liebe erzeugt Liebe und selbst die rauhe Natur widersteht ihrer Gewalt nicht auf immer. Wäre unzähligen Menschen, wäre ganzen rohen Nationen mehr Liebe in der Kindheit und Jugend entgegen gekommen, sie würden in einem viel höheren Grade humanisiert sein.
Ehrfurcht und Liebe müssen so gut verteilt sein, daß sie einander tragen, ohne daß die Liebe von der Ehrfurcht erdrückt wird.
In der Liebe gilt Schweigen oft mehr als Sprechen. Es wirkt gut, wenn der Liebende in seiner Erregung nicht Worte finden kann. Es gibt eine Beredsamkeit des Schweigens, die tiefer eindringt, als das Sprechen es könnte.
Eine feste und beständige Liebe beginnt stets mit einer Beredsamkeit, die sich handelnd kundtut: die Augen tun das meiste dabei.
Die Freude, welche die Liebe, die man nicht auszusprechen wagt, gewährt, hat ihr Schmerzliches, aber auch ihr Süßes.
Alle Körper, das Himmelsgewölbe, die Sterne, die Erde und ihre Königreiche wiegen nicht den geringsten der Geister auf; denn er erkennt das alles und sich, und die Körper erkennen nichts. Alle Körper insgesamt und alle Geister insgesamt und alles was sie hervorbringen, wiegen nicht die geringste Regung der Liebe auf: sie gehört einer unendlich höheren Ordnung an.