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Alter Das aber ist des Alters Schöne, daß es die Saiten reiner stimmt, daß es der Lust die grellen Töne, dem Schmerz den herbsten Stachel nimmt. Ermessen läßt sich und verstehen die eigne mit der fremden Schuld, und wie auch rings die Dinge gehen, du lernst dich fassen in Geduld. Die Ruhe kommt erfüllten Strebens, es schwindet des verfehlten Pein - und also wird der Rest des Lebens ein sanftes Rückerinnern sein.
Die Spanier nennen die vorgerückten Jahre im Leben eines Menschen das Metallalter, weil man da Silber im Haar, Gold im Mund und Blei in den Füßen hat.
Toren wünschen sich langes Leben, ohne doch dessen froh zu werden.
Toren wünschen sich das Leben, da sie den Tod fürchten statt des Alters.
Für die Unwissenden ist das Alter die Zeit des Winters. Für die Weisen ist es die Zeit der Ernte.
Alter ist Verzicht auf Glück; glückliche gute Menschen werden innerlich nie alt.
Alter: das ist immer noch das einzige Mittel, das man entdeckt hat, um lange leben zu können.
Weisere Fassung Ziemet dem Alter, Ich, der Vernünftige, grüße zuerst.
Es kommt nicht darauf an, wie alt man ist, sondernwieman alt ist.
Ein kräftiges Alter mit Kopfeshelle und Gewissensruhe ist die angenehmste Epoche des Lebens.
Die Liebe zur Natur, zu Wissenschaften, und Vertrauen auf eine väterliche allwaltende Vorsehung sind die sichersten Stützen und Gefährten im Leben, besonders aber im Alter, wo so vieles uns verläßt, so vieles als eitler Tand erscheint.
Besonders im Alter widerfährt dem Menschen gerne noch etwas, was so zu sagen die letzte Hand an ihn legt, sei es nun noch einen Versuch zu seiner Bekehrung zu machen, sei es, um ein Wichtiges, was seiner Tugend noch fehlt, zu ergänzen, sei es, um letztere in ihrer Reinheit und Treue darzustellen und zu verherrlichen.
Graue Haare sind eine Krone der Ehre; auf dem Weg der Gerechtigkeit wird sie gefunden.
Das Alter ist eine schöne Krone, man findet sie nur auf dem Wege der Mäßigkeit, der Gerechtigkeit und Weisheit.
Alter macht nicht kindisch, wie man spricht, Es findet uns nur noch als wahre Kinder.
Mensch und Zeit Es schwinden die alten, vertrauten Gesichter, Die lange gegrüßten allmählich dem Blick; Es welken, es weichen ermattet die Hände, Die mit uns gewoben am Erdengeschick. Und Mienen von Fremdlingen, dichter und dichter, Umdrängen beirrend die sehnende Brust: Wo seid ihr, ihr Wege, ihr traulichen Wände, Die um unser Kindheit Geheimnis gewußt? O Duft der Vergangenheit, zartes Gespinste, Gehängt ob des Herrwegs brausendem Gang, Was bist du, wenn rasch mit zerreißendem Schlage Der Gegenwart Pfeil deine Weben durchdrang? So schwinde der Ferne sanft blauende Dünste Dem Auge, das nachkommt, dem Wunderrevier: O Zeit du, o Mutter der wandelnden Tage, Was sind wir, der Ewigkeit Sucher, vor dir?