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26202 Sprüche gefunden

In einer Herbstnacht einsam sitzend Einsam sitzend, bekümmert ob der grauen Schläfen, Im leeren Zimmer ersehn ich die zweite Nachtwache. Wilde Beeren fallen im Rauschen des Regens, Unter der Lampe zirpt eine Heuschrecke. Des Schopfs Ergrauen ist schließlich unumkehrbar, Das Lebenselixier hat niemand je zustandegebracht, Wer wissen will, was Krankheit und Alter überwindet, Der muß sich allein dem Ungeborenen widmen.

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Je älter, desto mehr entschuldigt, desto weniger achtet man d(ie) Menschen.

Jean Paul, Bemerkungen über uns närrische Menschen, 1783-99. Mai 1799

Harpagons Alter Wie alt ich bin, spricht Harpagon, gern gäb' ich Kunde. Mein Gold und Silber pfleg' ich nachzuzählen, Doch meine Jahre nicht, die kann mir niemand stehlen.

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Als David kam ins Alter, Da sang er fromme Psalter.

Simrock (Hg.), Die deutschen Sprichwörter (= Die deutschen Volksbücher, Bd. 5), 1846

Die Jugend ist ein Rosenkranz, das Alter ist ein Dornenkranz.

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Wird dein Alter gequält, so hoffe wieder, Erdensohn! Nichts ist kürzer als das Alter, denn du weißt ja kaum, wann es beginnt. Jeder Lebenszeit erinnerst du dich, und findest sie verschönert wieder, nur der Zeit des Alters nicht; aber wenn du droben hinter dem Tode dich des Alters erinnerst, so findest du auch deine letzten Tage verschönert wieder.

Jean Paul, Herbst-Blumine oder gesammelte Werkchen aus Zeitschriften, 3 Bde., 1810-20. Drittes Bändchen. III. Traumdichtungen in der ersten Nachmitternacht des neuen Jahrs, Dezember 1812

Der alte Kater und die junge Maus Ein junges Mäuschen, fast ein Kind noch, wollt' es wagen, 'nes alten Katers Herz zu rühren durch ihr Klagen und Flehn, und bat daher den alten Mäusegraus: "Laß mich am Leben! Ist 'ne Maus von meiner Größ' und meinem Magen denn eine Last für solch ein Haus? Meinst du vielleicht, ich hungre aus den Wirt samt Wirtin und Gesinde? Ein Körnchen Weizen ist mein Schmaus, fett macht mich eine Käserinde. Jetzt bin ich mager; drum wart nur noch ein'ge Zeit, deiner Nachkommenschaft steh' ich zum Mahl bereit." So sprach die Maus, als sie der Kater fing."Dich halt ich", sagt' jener, "und du irrst gewaltig! Wer bin ich, daß du so mit mir zu reden wagst? Das nützt dir ebenso, als ob du's einem Tauben sagst. Ein alter Kater und Begnad'gung? Welch Ansinnen! Nach unsrem Brauch - du kennst ihn doch? - stirbst du. Marsch! Gleich ins schwarze Loch! Klag's den drei Schwestern, die dort spinnen! Für meine Kinder gibt's genug zu fressen noch." Wort hielt er. Fragt ihr, was an kalter und trockener Moral die Fabel bringt zu Tag? Die Jugend schmeichelt sich, daß alles sie vermag; stets unbarmherzig ist das Alter.

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Wer in der Jugend sich durch Mühsal mußte schlagen, Den rührt's im Alter nicht, wenn sich die Jungen plagen.

Rückert, Gedichte. Die Weisheit des Brahmanen, 1836-1839

Spruch des Alters 1 Vergessen und Vergessenwerden! – Wer lange lebt auf Erden, Der hat wohl diese beiden Zu lernen und zu leiden.

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Spruch des Alters 2 Dein jung Genoß in Pflichten Nach dir den Schritt tät richten. Da kam ein andrer junger Schritt, Nahm deinen jung Genossen mit. Sie wandern nach dem Glücke, Sie schaun nicht mehr zurücke.

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Man muß den guten Kern im Menschen bis ins späteste Alter aufbewahren. Wenn Verstand und Herz sich nicht trennen, altert der innere Mensch nie.

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Schlimmer noch als eine Tugend ohne Hoffnung ist ein Alter ohne Frieden.

Ebner-Eschenbach, Aphorismen (in: Weisheit des Herzens, hg. von Heinz Rieder), 1958

Die Jugend schafft, das Alter sammelt.

Unger, Mosaik. Bunte Betrachtungen und Bemerkungen, 3. Auflage 1911 (EA: 1906)

Hat einer dreißig Jahr' vorüber So ist er schon so gut wie tot.

Goethe, Faust. Der Tragödie zweiter Teil, 1832. 2. Akt, Szene: Hochgewölbtes enges gotisches Zimmer, Baccalaureus zu Mephistopheles

Der Morgen des Alters bewirkt den Abbruch der Hoffnung dir: Des Leichentuchs Kette und Einschlag: das weiße Haar ist es hier.

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Der Esel grauet schon im Mutterleib.

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Mein Bart und meine Zähne sagen hier: Die Jugend schwand und kommt nicht mehr zu dir. Auf wen ich blicke und mit wem ich lache, Sagt "Onkel“ oder "Väterchen“ zu mir!

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Das Alter spricht ohnehin gern von sich.

Jean Paul, Die unsichtbare Loge, 2. verbesserte Auflage 1822 (EA: 1793). Erster Teil. Vorrede zur zweiten Auflage

Aber das ist ja das traurige Schicksal alternder Leute, daß sie so oft den Tod treuer Freunde zu beweinen haben.

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Senioren sind die einzige noch wachsende Bevölkerungsgruppe.

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Wenn die Jungen keine Kinder bekommen, heißt es, die Alten seien vergreist.

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