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Man spricht viel von der Erfahrung des Alters. Das Alter nimmt uns die Torheit und Fehler der Jugend, aber es gibt uns nichts.
Mancher wird auch für seine Wahrheiten und Siege zu alt; ein zahnloser Mund hat nicht mehr das Recht zu jeder Wahrheit.
Warum denk' ich: die tiefsten Schmerzensstriche auf unserer Stirn, die Runzeln des Lebens sind nur kleine Linien aus dem ungeheuern Bauriß, den der Weltgeist zieht, unbekümmert, welche Stirnen und Freuden seine Glückslinie schmerzhaft durchschneide?
Wohl dem, dem nicht körperliche Schwäche, nicht Entsagung, sondern Erfahrungsreichtum, Weisheit die Anzeichen des Alters bringen!
Bleich steht das Feld und reif das Korn, das gelbe, Ganz so wie einst, und doch nicht ganz dasselbe, Ganz so wie einst, Tal, Feld, des Weges Borden, Und doch und doch: Wie viel so fremd geworden! Wie schön der Wald! O, wie bekannt mich schauen Die Wiesen an, die Fluren und die Auen! Und doch und doch! Wie ganz mit andern Mienen, Als hätt' ich nichts zu suchen mehr bei ihnen!
Die Alten bestimmten die Moral, da sie ihre Triebe zu beherrschen gelernt haben, als sie schwach geworden waren; die Jungen erlauben sich ihr Ausleben und missachten das, was den Alten immer teuer war – die feste Form, die Hierarchie und den Schutz des Erreichten an Besitz, Bildung, gesellschaftlicher Stellung.
Es wird viel von neuer Zärtlichkeit und einem vertieften Verständnis der eigenen Leiblichkeit gesprochen. Der Leib bleibt bei der Deutung der Personalität jedoch mehr und mehr unberücksichtigt. Nur die drei Prozent, die das menschliche Gehirn vom Körpergewicht ausmacht, zählen noch für die Bestimmung des Menschen. Der Mensch wird als tot angesehen, wenn die Hirnfunktionen aufhören, auch wenn das Herz noch schlägt. Damit haben wir die Wirklichkeit des Leibes auf den Schädelinnenraum reduziert. In den Grenzfragen des Anfangs und des Endes des Lebens findet man immer mehr die Neigung, die Würde und Freiheit der Person allein in den intellektuellen Funktionen begründet zu sehen.
Es gibt ein Alter, in dem man Sorgen hat, versäumte Sünden nachzuholen.
Alter ist nur geehrt unter der Bedingung, dass es sich selbst verteidigt, seine Rechte behält, sich niemandem unterordnet und bis zum letzten Atemzug die eigene Domäne beherrscht.
Die schnellste Art, alt zu werden, ist, neue Ideen urteilslos von der Hand zu weisen.
Die zeigen Ekel der verblühten Rose, Die vor der Knospe knieten.
Es ist nichts Tröstlicheres in älteren Jahren, als aufkeimende Talente zu sehen, die eine weite Lebensstrecke auszufüllen versprechen.
Mit zunehmendem Alter wird man nicht klug, man weiß nur genauer, daß es die anderen auch nicht sind.
Jetzt glaubt man mehr an Jung- als Altmeister.
Die Blumen der Freude im Herbst des Alters geruchlos; des Frühlings in der Jugend vielleicht giftig, die der Mitte recht.
Die grauen Haare und die Runzeln geben dir also keinen hinlänglichen Grund zu glauben, es habe irgend einer lange gelebt: nicht lange gelebt hat er, er ist nur lange dagewesen.
Alt zu werden unter jugendlichen Völkern, scheint mir eine Lust, doch alt zu werden, da wo alles alt ist, scheint mir schlimmer, denn alles.
Das ist des Alters Los auf Erden, daß alle Rechte zu Pflichten werden.
Neues will der Edle schaffen und eine neue Tugend. Altes will der Gute, und daß Altes erhalten bleibe.