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Sei zufrieden, wenn du es dereinst dahin gebracht hast, mit Genugtuung auf deinen Lebensweg zurückzuschauen mit dem Bewusstsein, anderen mehr gewesen zu sein, als dir selbst.
Wenn Du unabwendbar Dein Alter kommen fühlst, wird Dir sein wie einem Schnellläufer, der unter lebhaftem Beifall dicht gedrängter Zuschauer den Siegeslauf begonnen hat und nun, dem Ziele nah, beim Umblick bemerkt, dass die meisten Sitze leer geworden oder von Fremden eingenommen sind, die kaum Anteil am Ausgange des Laufs und am Läufer nehmen.
Die sogenannten Jugendsünden werden nicht deshalb im Alter unterlassen, weil man sie nicht mehr begehen will, sondern weil man sie nicht mehr begehen kann.
In der Kindheit staunt man; im Jünglingsalter ahnt man; als Mann glaubt man, zu wissen; als Greis weiß man, dass man nichts weiß – und wird wieder zum Staunenden.
Wer am Leben ermüdet, legt eine Forderung nach der anderen beiseite, wie einer, der abreisen will, alles Überflüssige wegwirft.
Ich entstamme einem drahtigen und langlebigen Geschlecht. Einige meiner Vorfahren waren hundertjährige und einer von ihnen lebte 129 Jahre. Ich bin entschlossen, diese Bilanz fortzuführen, und schmeichele mir mit sehr verheißungsvollen Aussichten. Andererseits hat mir die Natur auch eine lebhafte Fantasie geschenkt ...
Wenn die Jugend ohne Feuer war, wird leicht das Alter ohne Wärme sein.
Eines Tages stehen wir mit weißen Haaren und kurz gebliebenem Hemdchen auf unserem Grabe und versuchen vergebens, es länger zu ziehen.
Altern − das heißt, sich nicht mehr erneuern.
Tragödie: Man altert auch, wenn man nie jung gewesen ist.
Die Lebensfrohen haben es eilig, die Welkenden abzustoßen und was krank scheint fallen zu lassen wie lässige Hände eine welke Blume.
Altsein ist auch ein Glück für den, der reifte.
Seltsam ist es, wie der Mensch in der Rückschau des Alters hellsichtig wird.
Diejenigen, die Alter als Tugend ansehen, sind alt geworden und machen eine Tugend aus der Notwendigkeit.
Wer sich im Alter noch wichtig fühlt, der ist am Leben vorbeigegangen.
Mit jugendlichen Wünschen zu altern ist noch unbequemer.
Die Zeit macht sich lustig über uns; sie hat ein abschreckendes Talent zur Karikatur, das noch nie Heiterkeit erregte.
Werden wir älter, so gehören wir einigen Lebenden und vielen Toten.
Eine Dame sollst du nur nach ihrem Alter fragen, wenn du entweder sehr liebenswürdig oder sehr grob sein willst.
Alt ist jedermann von dem Tage an, da er sich nicht mehr bemüht, seine Fehler abzulegen.
Keiner genießt sein gegenwärtiges Alter: jeder bereut zehn Jahre zu spät, was er zehn Jahre vorher versäumt hat.