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Ein Alter sieht besser hinter sich als ein Junger vor sich.
Man adjungiert alten Leuten junge, ich glaube es wäre in vielen Fällen besser, wenn man manchen jungen Leuten alte adjungierte.
Wenn zwei Personen, die sich jung gekannt haben, alt zusammen kommen, so müssen tausend Gefühle entsteh'n.
Den Menschen ist das Alter eine schwere Last.
Ergrautes Haar macht die Gemüter mild.
Viele Annehmlichkeiten bringen die Jahre, wenn sie kommen, viele davon nehmen sie mit sich, wenn sie gehen.
Das Schönste, was man erlebt, wenn man alt zu werden anfängt, ist, dass einem ein eigenes Gefühl für die Jugend aufgeht, für ihre Frische, ihren Eifer, ihre Hoffnung und ihre dunkle Zukunft. Und so empfindet man die Wiederaufstrebenden köstlich als eine aufziehende Ablösung der Scheidenden.
Das Alter verbirgt den Lüstling, das Alter offenbart ihn.
Vergeblich wünscht man sich die Jugend zurück, ist man schon im Alter angekommen.
Der Mensch zieht sich mit dem Alter, wie eine Schnecke vor der Winterkälte, in immer tiefere Kammern seines Innern zurück.
Nichts wird dort stehen bleiben, wo es jetzt ist, alles wird das Alter niederwerfen und mit sich fortreißen.
Alles trägt das Alter mit sich fort, auch das Gedächtnis.
Entschwunden ist die Jugend und die sittsame Farbe ließ nur Knochen, umhüllt von bleicher Haut.
Je schwächer unsere Nerven werden mit den Jahren, desto mehr suchen sie sich den Genuß, das Reizmittel der Lebensübergänge zu schaffen.
Auch die späten Jahre haben ihre Puppenspiele!
Die Jugend fragt: Wie bist Du? – Die reifen Jahre fordern Antwort auf die Frage: Was bist Du?
In späteren Jahren erstaunt man nur noch selten; aber die Gedankenleere, die Armut und Enge manches inneren Lebens, die bleibt immer wieder erstaunlich!
Im Alter "übrigbleiben", wie es die tiefsinnige deutsche Sprache nennt, das ist das Schwerste!
Gerade die späten Jahre bedürfen einer vertrauten, tröstenden Gemeinschaft, einer Stütze, – vor allem: der Liebe! – und gerade die letzte Wegstrecke müssen viele allein gehen!
Die meisten werden mit den Jahren weitsichtig; mir scheint dies eine, dem Alter erteilte, feine Lehre: Kleinigkeiten in der Nähe allmählich übersehen zu lernen, um den klaren Blick in eine große Ferne zu schärfen.
Wie die sinkende Sonne die Erde umfasst: ihre Strahlen in warmes Rot getaucht, das nicht mehr blendet und versengt, nur noch wohltut und erfreut: so soll das alternde Herz, ehe es scheidet, seine Liebeskraft in milde, warme Güte tauchen und damit die Menschen umfassen.