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26202 Sprüche gefunden

Ein Alter sieht besser hinter sich als ein Junger vor sich.

Simrock (Hg.), Die deutschen Sprichwörter (= Die deutschen Volksbücher, Bd. 5), 1846

Man adjungiert alten Leuten junge, ich glaube es wäre in vielen Fällen besser, wenn man manchen jungen Leuten alte adjungierte.

Lichtenberg, Sudelbuch L, 1796-1799

Wenn zwei Personen, die sich jung gekannt haben, alt zusammen kommen, so müssen tausend Gefühle entsteh'n.

Lichtenberg, Sudelbuch L, 1796-1799

Den Menschen ist das Alter eine schwere Last.

Erasmus von Rotterdam, Lob der Heilkunst (Encomium artis medicae), 1499. Übers. Internet Originaltext: Grave mortalibus est onus senecta

Ergrautes Haar macht die Gemüter mild.

Horaz, Gedichte (Carmina). 3, 14, 25. Übers. Internet Originaltext: Lenit albescens animos capillus

Viele Annehmlichkeiten bringen die Jahre, wenn sie kommen, viele davon nehmen sie mit sich, wenn sie gehen.

Horaz, Die Dichtkunst (Ars poetica = Epistula ad Pisones). 175-176. Übers. Internet Originaltext: Multa ferunt anni venientes commoda secum, multa recedentes adimunt

Das Schönste, was man erlebt, wenn man alt zu werden anfängt, ist, dass einem ein eigenes Gefühl für die Jugend aufgeht, für ihre Frische, ihren Eifer, ihre Hoffnung und ihre dunkle Zukunft. Und so empfindet man die Wiederaufstrebenden köstlich als eine aufziehende Ablösung der Scheidenden.

Pauly, Aphorismen, 1905

Das Alter verbirgt den Lüstling, das Alter offenbart ihn.

Publilius Syrus, Sprüche (Sententiae), um 50 v. Chr. Übers. Internet Originaltext: Aetas cinaedum celat, aetas indicat

Vergeblich wünscht man sich die Jugend zurück, ist man schon im Alter angekommen.

Publilius Syrus, Sprüche (Sententiae), um 50 v. Chr. Übers. Internet Originaltext: Frustra, cum ad senectam ventum est, repetas adulescentiam

Der Mensch zieht sich mit dem Alter, wie eine Schnecke vor der Winterkälte, in immer tiefere Kammern seines Innern zurück.

Pauly, Aphorismen, 1905

Nichts wird dort stehen bleiben, wo es jetzt ist, alles wird das Alter niederwerfen und mit sich fortreißen.

Seneca, Trostschrift an Marcia (De Consolatione ad Marciam). 26,6. Übers. Internet Originaltext: Nihil, quo stat loco, stabit; omnia sternet abducetque secum vetustas

Alles trägt das Alter mit sich fort, auch das Gedächtnis.

Vergil, Eklogen (Eclogae, auch: Bucolica oder Idyllen), ca. 42-39 v. Chr. 9,51. Übers. Internet Originaltext: Omnia fert aetas, animum quoque

Entschwunden ist die Jugend und die sittsame Farbe ließ nur Knochen, umhüllt von bleicher Haut.

Horaz, Epoden (Epodes), um 30 v. Chr. 17. Übers. Internet Originaltext: Fugit iuventas et verecundus color reliquit ossa pelle amicta lurida.

Je schwächer unsere Nerven werden mit den Jahren, desto mehr suchen sie sich den Genuß, das Reizmittel der Lebensübergänge zu schaffen.

Kayssler, Besinnungen, 1921

Auch die späten Jahre haben ihre Puppenspiele!

Waldersee, Späne aus stiller Werkstatt. Aphorismen, 1908

Die Jugend fragt: Wie bist Du? – Die reifen Jahre fordern Antwort auf die Frage: Was bist Du?

Waldersee, Späne aus stiller Werkstatt. Aphorismen, 1908

In späteren Jahren erstaunt man nur noch selten; aber die Gedankenleere, die Armut und Enge manches inneren Lebens, die bleibt immer wieder erstaunlich!

Waldersee, Späne aus stiller Werkstatt. Aphorismen, 1908

Im Alter "übrigbleiben", wie es die tiefsinnige deutsche Sprache nennt, das ist das Schwerste!

Waldersee, Späne aus stiller Werkstatt. Aphorismen, 1908

Gerade die späten Jahre bedürfen einer vertrauten, tröstenden Gemeinschaft, einer Stütze, – vor allem: der Liebe! – und gerade die letzte Wegstrecke müssen viele allein gehen!

Waldersee, Späne aus stiller Werkstatt. Aphorismen, 1908

Die meisten werden mit den Jahren weitsichtig; mir scheint dies eine, dem Alter erteilte, feine Lehre: Kleinigkeiten in der Nähe allmählich übersehen zu lernen, um den klaren Blick in eine große Ferne zu schärfen.

Waldersee, Späne aus stiller Werkstatt. Aphorismen, 1908

Wie die sinkende Sonne die Erde umfasst: ihre Strahlen in warmes Rot getaucht, das nicht mehr blendet und versengt, nur noch wohltut und erfreut: so soll das alternde Herz, ehe es scheidet, seine Liebeskraft in milde, warme Güte tauchen und damit die Menschen umfassen.

Waldersee, Späne aus stiller Werkstatt. Aphorismen, 1908