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26202 Sprüche gefunden
Alt ist geworden, wer das Leben fühlt.
Ein alter Mensch hat die ganze Natur zum Feinde.
Ein verliebter Alter ist wie eine Blume im Winter.
… aller Uebel Unseligstes, verliehen uns die Ew'gen Das Alter, wo die Wünsche Noch glühend sind, die Hoffnung längst erloschen, Versiegt der Freuden Quell und stets sich häuft Das Weh, in das kein Tropfen Wonne träuft.
Der Gerührte Ich habe gern verlassen Den lauten Tod der Stadt, Der tausend Fratzen hat, Die gelbe Nacht der Gassen. Ich schreite in den weiten, Silbrigen Himmel ein; Die frommen Glieder gleiten Tief in das sanfte Sein. Ich bin im weißen Leuchten Von Wolke, Wiese, Wind. Bin Baum, bin Dorf, bin Kind ... Wie sich die Augen feuchten. – Bald wird am Silberende Der grüne Abend stehn ... Ich hebe selge Hände – Will ihm entgegengehn –
Ich suche jetzt vor mir selber die angenehmen Empfindungen zu vergrößern und die traurigen zu unterdrücken. In meiner Jugend verfuhr ich umgekehrt.
Ich bin nicht mehr in den Jahren, wo man das Leben von vorn anfängt.
Im Alter, in jener Zeit der Erstarrung, wo man andere Vergnügungen weder zu bieten noch zu empfangen vermag, welch reiche Quelle ist dann die Lectüre und das Nachdenken!
Der Alte Der weisheitvolle Greis, der gegenwärtge Zeiten Hofmeisterlich belehrt, der Freund der Schwierigkeiten, Ist hämisch, mißvergnügt, der Erben Trost und Last, Und hoffet, scherzt und liebt so frostig, als er haßt: Nichts rührt sein schlaffes Herz, als kluge Münzgesetze, Des Reichthums Majestät, die Heiligkeit der Schätze, Die er mit List, mit Furcht, die ihn zum Sklaven macht, Erwuchert, sammlet, zählt, umarmt, versteckt, bewacht, Verehrt, verschont, beseufzt. Scharf, und wie Schiffer pflegen, Sieht er nach Luft und Wind, und wittert Sturm und Regen, Scheut so den kürzesten, als längsten Tag im Jahr, Den Frühling, wie den Herbst, lebt mäßig wie Cornar, Auch eh' ihm noch der Arzt die Hungercur empfiehlet: Bis ihn des Todes Geiz dem schönen Gelde stiehlet.
Brüchig sind auch Spiegel.
Auf Henriettens Geburtstag. Rosen und Nelkenblumen glänzet lichter, Wann das beste der Mädchen euch besuchet, Dank gen Himmel lächelt, und Wonnethränen Auf euch herabweint. Thränen des Danks, daß ihre Jugendtage Gleich dem Säuseln des Mayn vorüberflohen, Und den frohen Reigen ein neues ihrer Jahre begonnen. Schönstes der Mädchen! Spiel auf Veilchenauen, Tanz im Nachtigallwäldchen sey dein Leben, Gleich dem Lorbeer blühend, der deine finstre Locke beschattet. Rosen und Nelkenblumen glänzet lichter, Gleicht Elysiums Blumen, wann sie meiner Denkt, dann komm' ein Lüftchen, und flüstr' ihr tausend Seufzer entgegen.
Du aus den Händen der Natur, Zu ihrem Ruhm hervorgegangene Schöne! Jetzt singet, auf der arm gewordnen Flur, Nicht mehr die Lerche. Jetzt verlernt die Thöne Selbst deiner Schwester Nachtigall. Sie schweigt In ihrem melancholischen Gehäuse; Tief denkend sitzt sie da – so sitzet oft der Weise, Der Menschenfreund, wenn fremde Noth ihn beugt, Wenn drückend Elend kommt mit jung gewordnen Tagen, Wenn durch das Vaterland die lautgestöhnten Klagen Erschallen allgemein: Dann sitzet traurig er, Verstummt von Schmerz, und blickt umher, Ob aufgeklärtre Tage kommen – Du holdes Mädchen, von zwey Frommen, Im Lande Friedrichs auf die Welt gebracht; Unmuthig siehest du den Bäumen ihre Pracht, Den Blumen ihren Reiz benommen. Der Maulbeerbaum – er stehet blätterlos; Wie liegen unter ihm, die stolz getragne Locken Zerstreut, auf schwarzer Erde Schooß, Den blassen Leichen gleich! O! ihre Sterbeglocken, Die rauhen Winde stürmten um sie her. Wie ist die Reben-Wand von ihrem Schmuck so leer! Nichts grünet mehr in dem beliebten Raume, Wo du Lustwandeln giengst, wo Blumen sich gebückt, Vor deines weissen Kleides Saume, Wann sie dein Angesicht erblickt. So nimmt die Zeit, einst Güter der Natur Dir schönes Kind! Dein Herbst, dein Winter werden kommen Mit räuberischer Hand. Dann wird, wie von der Flur, Der Reiz von dieser Wange weggenommen. Sie lassen dir des Herzens Schönheit nur! Nur den Verstand heraufgereift, nur Züge Der Seele, die mit Tugend ausgeschmückt Nicht von der Zeit, vom Zufall nicht erdrückt, Bezeuget, daß in ihr der Gottheit Funke liege! Wann achtzehn Erndten noch vorüber gehn, Und Krankheit nicht in Dir Verwüstung angerichtet; Dann ist vielleicht noch dieses Antlitz schön, Das alle Kunst der Mahlerey zernichtet. Wann aber funfzig Sommer du gelebt; Alsdann haucht alle Reize von den Wangen Die starke Zeit, vor der die Gärten sind vergangen, Die prächtig in der Luft geschwebt. Dein äußrer Bau, so künstlich er gewebt, So fein die Nerven auch sind überzogen worden, Ist nichtig, muß vergehn; wie Blüten im April, Wenn nächtlich sie ein Frost kommt in der Knospe morden, Und wenn ins Leben sie die Sonne wecken will, Noch ungestalt und welk an Zweige kleben – Dir aber sollen noch die Jahre Reizung geben. Dein Geist, der innre Mensch, soll, wirst du älter seyn, Durch größre Schönheit den erfreun, Der dir bestimmt, und deiner werth befunden, Mit dir durchlebet goldne Stunden. Uns nicht bekannt, ist dieser Jüngling noch. Du horchst hoch auf, wirst roth, und willst ihn wissen? Der Himmel kennet ihn, und der wird doch Dich nicht unedle Lippen lassen küssen. Nein, fromm und treu, verständig, zärtlich, ernst Sey der, von dem du leicht mehr Tugenden noch lernst.
Ein genesender Greis: es wird dir vergönnt, dich auf dem Wege aus der Welt noch einmal umzusehen.
Waren die Alten trübselig, warum sollen wir's sein.
Alles Lebendige währt seine Zeit, das reinste Weiß ergraut einmal, es trübt sich jeder Glanz.
Die Jahre des Menschen gleichen der Seitenzahl von Büchern; bei guten Menschen und guten Büchern ist es einem leid, wenn es an die letzte Jahres- oder Seitenzahl geht; bei schlechten Menschen und Büchern dankt man seinem lieben Himmel, wenn sie gar sind.
Was aber ist im Alter beglückender als das, was in der Jugend am angenehmsten war?
Die alte Zeit, da wir jung waren, ist nun jung, da wir alt sind; wir wollen in der jungen Zeit uns unsers Alters freuen.
Aus der Beeringsstraße Die Lieder, die mir unter Schmerz und Lust Aus jugendlichem Busen sich befreit, Nachklangen wohl, ich bin es mir bewußt, In Derer Herzen, denen sie geweiht; Sei still, mein Herz, und trage den Verlust, Sie klangen, sie verhallten in der Zeit; Mein Lieben und mein Leben sind verhallt Mit meinen Liedern, um mich ist es kalt. Das Leben hat, der Tod hat mich beraubt, Es fallen Freunde, sterben von mir ab, Es senkt sich tief und tiefer schon mein Haupt, Ich setze träumend weiter meinen Stab, Und wanke, müder, als wohl mancher glaubt, Entgegen meinem Ziele, meinem Grab. Es gibt des Kornes wenig, viel der Spreu: Ich pflückte Blumen, sammelte nur Heu. Das tat ich sonst, das tu ich annoch heute, Ich pflücke Blumen und ich sammle Heu; Botanisieren nennen das die Leute, Und anders es zu nennen trag ich Scheu; So schweift das Menschenkind nach trockner Beute Das Leben und die Welt hindurch, die Reu Ereilet ihn, und, wie er rückwärts schaut, Der Abend sinkt, das Haar ist schon ergraut. So, Bruder, schaudert's mich auf irrer Bahn, Wann düstre Nebel ruhn auf trübem Meer; Beeiste Felsen ruf ich liebend an, Die kalten Massen widerhallen leer; Ich bin in Sprach und Leben ja der Mann, Der jede Sylbe wäget falsch und schwer; Ich kehre heim, so wie ich ausgegangen, Ein Kind, vom greisen Alter schon umfangen. Wann erst der Palme luft'ge Krone wieder In tiefer Bläue schlankgetragen ruht, Aus heitrer Höh die mächt'ge Sonne nieder Zur wonn'gen Erde schaut in reiner Glut, Dann schmiegen sich durchwärmt die starren Glieder Und minder schwer zum Herzen fließt das Blut, Dann möchten auch die düstern Träume weichen Und ich die Hand dir sonder Klage reichen.
Zersticht das Alter dein Gesicht, Und flicht dir Asche in dein Haar, Dornen in deine Lippen – Jugendklar bleibt dein Auge. In deinen Augen springt heilig ein Quell, An dem die dunkle Nymphe singt; Heilig ein Quell, Drinnen Märchenmonde hell funkeln. Wer einen Blick mit dir getauscht, Trägt ihn berauscht von Aug zu Auge. Dein Augenlicht bricht, Wenn auf Erden das letzte Auge versiecht.