Alter Sprüche – leben

155 Sprüche gefunden

Aktive Filter: Alter leben

Der Frühling des Lebens und das Gespinnst des Nachsommers weben uns das Winterkleid des Alters.

Förster (Hg.), Denkwürdigkeiten aus dem Leben von Jean Paul Friedrich Richter. Zur Feier seines hundertjährigen Geburtstages, 4 Bde., 1863

Bekenntnis Ich bin ein unglückselig Rohr: Gefühle und Gedanken Seh' rechts und links, zurück und vor, In jedem Wind, ich schwanken. Da liegt nichts zwischen Sein und Tod, Was ich nicht schon erflehte: Heut bitt' ich um des Glaubens Brot, Daß morgen ich's zertrete. Bald ist's im Herzen kirchenstill, Bald schäumt's wie Saft der Reben, Ich weiß nicht, was ich soll und will, – Es ist ein kläglich Leben! Dich ruf' ich, der das Kleinste du In deinen Schutz genommen, Gönn meinem Herzen Halt und Ruh, Gott, laß mich nicht verkommen; Leih mir die Kraft, die mir gebricht, Nimm weg, was mich verwirret, Sonst lösch es aus, dies Flackerlicht, Das über Sümpfe irret!

Internet

Wie mürrisch doch das Alter stets die Menschen macht und ihren Blick verdüstert!

Euripides, Der rasende Herakles (auch: Der Wahnsinn des Herakles), zwischen 422 und 414 v. Chr.

Willst du dich in deinen alten Tagen vor Leid bewahren, so gib, wenn es irgend in deiner Kraft liegt, jede Unternehmung auf, deren Erfolg außer von dir noch von Andern oder von einer besondern Gunst des Schicksals abhängt. Auch ohne diesen äußern Grund sollten wir uns viel öfter, als wir tun, ein Geständnis über das machen, was unsere Kraft noch in ihrer vollen Gewalt hat und was nicht.

Gutzkow, Vom Baum der Erkenntnis. Denksprüche, 1868

Das Alter, welches unsere Fähigkeit des Lebensgenusses vermindert, steigert unsere Lebensbegierde.

Internet

Auf dem Gipfel ist das Ziel und das Ende unseres Lebens, auf ihn ist unsere Wallfahrt gerichtet.

Internet

Das Alter erscheint mit den Jahren allmählich, aber mit einer Krankheit oder einem großen Unglücksfall, den nichts je wieder gut machen kann, plötzlich.

Humboldt, W., Briefe an eine Freundin (gemeint ist Charlotte Diede), 2 Bde., 1847. 14. April 1830

Warum erblickt man im Alter das Leben, welches man hinter sich hat, so kurz? Weil man es für so kurz hält, wie die Erinnerung desselben ist. Aus dieser nämlich ist alles Unbedeutende und viel Unangenehmes herausgefallen, daher wenig übrig geblieben.

Internet

Es ist erschreckend, aber es kann wahr sein: die Greise lieben es, zu überleben.

Internet

Das Alter ist ein großes Übel, denn es beraubt den Menschen aller Genüsse, läßt ihm aber das Verlangen danach und bringt alle Leiden mit sich.

Leopardi, Gedanken (Pensieri), 1845

Des Menschen Leben ist dem Weine gleich; Der letzte Rest wird Essig.

Stobaios, Eclogae und Florilegium (antike Sammlung von Exzerpten und Lehrmeinungen)

Tragt Sorge, daß das Alter euch nicht mehr Runzeln auf die Seele legt, als auf euer Angesicht.

Internet

Das Alter ist kein besonders interessantes Thema. Jeder kann ein Greis werden. Das, was du zu tun hast, ist einfach: viel leben.

Internet

Was ist schlimmer als sterben? Sich überleben!

Fliegende Blätter, humoristische deutsche Wochenschrift, 1845-1944

Endlos ist ziellos; ungemessene Schätze vergeudet man; erst, indem das Leben an den Tod rückt, empfängt es Gestalt und Schwerkraft.

Toeche-Mittler, Stimmungsgedanken über Raum und Zeit, 1907

Unsre Lebensalter sind die Lebensalter der Pflanze: wir gehen auf, wachsen, blühen, blühen ab und sterben.

Herder, Ideen zur Philosophie der Geschichte der Menschheit, 4 Bde., 1784-91. Erster Teil. Zweites Buch. II. Das Pflanzenreich unserer Erde in Beziehung auf die Menschengeschichte

Höher als die Kunst, mit Anstand alt zu werden, ist die Kunst, mit Anstand alt zu sein.

Internet

Die spätesten Jahre des Lebens haben eine andere, gewiß oft eine höhere Bedeutung als die früheren, die drücken dem ganzen Leben das Siegel auf.

Internet

Juni Ich lebe nun mein Leben in Gedanken, Lebendiger als in der Tat es war, Gehoben seh ich Hemmungen und Schranken, Hinweggeräumt Verlockung und Gefahr: Daß doch so gut es ging, Gott muß ich's danken, Nicht besser konnt' es gehn, viel schlimmer gar.

Rückert, Poetisches Tagebuch, 1850-1866 (aus seinem Nachlasse), 1888

Indes des Lebens dünner Zwirn verschleißt, Der Erbe lauert und die Gicht uns beißt.

Byron, Don Juan, 1819-24

Wie viele Schultern ohne Kraft haben sich schwere Lasten aufbürden wollen.

Internet