Alter Sprüche – leben
155 Sprüche gefunden
Gegen meine 60 Jahre hätte ich viel einzuwenden, wenn es ein anderes Mittel gäbe, leben zu bleiben, als das, alt zu werden.
Es steht bedenklich mit uns, wenn wir erst anfangen der Welt und dem Arzt interessant zu werden.
Wenn das Herz jung bleibt, ist es ein schweres Los, den Veränderungen durch das Alter unterworfen zu werden.
Zweiundsiebzig Jahre auf der Erde, das bedeutet neunundsechzig Jahr lang gelogen, Empfindungen versteckt, geheuchelt, gegrinst, statt zu beißen, geschimpft, wo man geliebt hat. Manchmal dämmert eine Ahnung auf, das vielleicht doch lieber zu unterlassen.
Ein Greis sagte: "Mag's einer noch so weit gebracht haben – wenn er siebzig Jahre alt geworden, ist sein Leben verpfuscht."
Ja, je gewisser das Ende ist, desto reizvoller die Minute und desto dringender die Mahnung: Nutze den Tag.
Andererseits jedoch ließe sich sagen, dass nach erloschenem Geschlechtstrieb der eigentliche Kern des Lebens verzehrt und nur noch die Schale desselben vorhanden sei, ja, dass es einer Komödie gliche, die von Menschen angefangen, nachher von Automaten, in deren Kleidern, zu Ende gespielt werde.
Was uns in der Jugend erquickt hat, damit müssen wir uns im Alter schleppen.
Wenn das Alter kommt, gilt es, sich bereit zu machen.
Manches, was wir in der Jugend in den Wind schlugen, kommt später als Sturm über uns.
Dem Jugend- und frühern Mannsalter sagt alles mehr zu, was auf einen größern Schauplatz versetzt; im Alter fällt der falsche Glanz von den Dingen, aber sie erscheinen darum nicht ohne Bedeutung, hohl und leer. Man lernt nur das Reinmenschliche in ihnen suchen und schätzen.
Die düsteren und kalten Herbsttage sind ein Symbol des nahenden Alters; es gibt nichts in der Natur, das nicht ein Gleichnis des menschlichen Lebens wäre, denn das menschliche Leben ist selbst ein Bild aller Dinge, und das ganze Universum ist von einheitlichen Gesetzen beherrscht.
Das Altwerden ist eine dumme Geschichte, aber wenn man es im Grunde nimmt, das einzige Mittel, lange zu leben.
Existiert denn der Mensch nur für einen bestimmten Lebensabschnitt? Ist die Kindheit nur Ouvertüre, das Alter nur Epilog?
Alt ist geworden, wer das Leben fühlt.
Da geht ein alter Schäfer Da geht ein alter Schäfer, Sieht ohne Gruß die Welt, Gebückt tief wie ein Schläfer, Der schlafend Reden hält. Sein Hund fällt mit Gekeife Die kleinste Fliege an. Der Schäfer kaut die Pfeife Und stolpert stumm bergan. Die Schafe fliehn und jagen, Der Berg gibt Bodenlaut, Der Schäfer könnt' ihn fragen. Nur zwein allein vertraut Der Berg, was er gesprochen, Dem Schäfer und den Schnecken, Die ihm am Rücken krochen. Doch eh' von Lippenrunzeln Des Schäfers Frage will, Da müsst' der Berg erst schmunzeln, Drum schweigen beide still. Sie wissen, was sie wissen: Manch Ding lebt noch im Tod, Ists Herz grau und zerschlissen, Macht's keine Rede rot.
Wer aber die Möglichkeit zu einem guten und glücklichen Leben nicht in sich selbst trägt, dem ist jedes Alter beschwerlich.
Warum ist es bei alten Menschen sonderbar, wenn sie manchmal schwach sind, wenn sogar junge Menschen sich dem nicht entziehen können?
Wie eine Krankheit muss man das Alter bekämpfen: Man muss sein körperliches Befinden berücksichtigen, sich in Maßen körperlich ertüchtigen und nur soviel Speise und Trank zu sich nehmen, dass es die Kräfte erneuert und nicht etwa schwächt.
Derjenige nämlich, der in seinen Beschäftigungen und Arbeiten lebt, bemerkt nicht, wann das Alter sich anschleicht.
Bei einem zerbrechlichen Körper fällt eine jede Widrigkeit zur Last.