Arbeit Sprüche

Sprüche über Arbeit und Beruf

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Vernünftige Wesen, berufen an ein und derselben Arbeit gemeinsam zu wirken, erfüllen im gemeinsamen Weltleben die Bestimmung, welche die Glieder am menschlichen Körper erfüllen. Sie sind für ein vernünftiges Zusammenwirken geschaffen. Im Bewußtsein, daß man das Glied einer großen, geistigen Brüderschaft ist, liegt etwas Aufmunterndes und Tröstendes.

Tolstoi, Für alle Tage. Ein Lebensbuch. Erste vollständig autorisierte Übersetzung, hg. von Dr. E. H. Schmitt und Dr. A. Skarva, 2 Bde., Dresden 1906/07

Winterwanderung (Aus den Liedern vom Maurergesellen) Nicht mir hab' ich gebaut; dies Dach wird eines andern. Wer's Glück hat, holt die Braut und kauft Brabant und Flandern. Ade, ade, du schmuckes Haus, ich greif' zum Stab und zieh' hinaus, muß weit und weiter wandern. Muß wandern kreuz und quer, durch Stadt und Dorf mich winden; mein Säckel wird so leer, und Wams und Stiefel schwinden. Ich hab' gebaut so manches Dach; das eigne Haupt zu bergen, mag ich nun kein Plätzchen finden. Kein Meister, der mich dingt, wo ich auch zugesprochen; der arge Winter bringt die langen Feierwochen. Die Welt wird still, die Arbeit ruht, ich armes heimatloses Blut muß rings vergeblich pochen. Schon streicht ein harter Frost auf dem bereiften Rasen, und scheltend kommt aus Ost ein Schneewind hergeblasen, die wilden Wanderschwäne schrei'n, ach Gott, wie bin ich gar allein, allein auf fremden Straßen! Doch Herz, dein Trost ist nah! Wenn jede Tür verschlossen, du zählst den Herrgott ja zu deinen Zunftgenossen. Der Meister, der die Kuppel baut, die sterndurchflammt dort oben blaut, der wird dich nicht verstoßen.

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Bei der Arbeit magst du singen, Das verleiht der Arbeit Schwingen. Ein Anfang ist kein Meisterstück, Doch guter Anfang halbes Glück.

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Nicht die Freude, nicht die Ruhe ist Lebenszweck, Arbeit ist es, oder es gibt überhaupt keinen Zweck.

Auerbach, Auf der Höhe. Roman, 1865

Jeder ist Sohn seiner eigenen Arbeit.

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Man muß arbeiten, wenn nicht aus Lust an der Arbeit, dann aus Verzweiflung, denn, wenn man es recht bedenkt, ist die Arbeit doch schließlich weniger langweilig als das Vergnügen.

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Indem alle verpflichtet sind zu arbeiten, haben alle das gleiche Interesse, drei Bedingungen bei der Arbeit erfüllt zu sehen. Erstens, daß die Arbeit im Zeitmaß mäßig sei.... zweitens, daß sie möglichst angenehm ist und Abwechslung bietet; drittens, daß sie möglichst ergiebig ist, weil davon das Maß der Arbeitszeit und das Maß der Genüsse abhängt.

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Eine Beschäftigung, die mich äußerst interessiert, erhebt mich über alle körperlichen Bedrückungen.

Schiller, F., Briefe. An Christian Gottfried Körner, 11. Januar 1793

Nur produktives Schaffen rettet vor dem modernen Elend. Es wird uns nötigen, über die Fragen, die nie alt werden, nachzudenken: über das Woher? Wie? Warum? Wohin? Es wird uns zwingen, uns mit dem Leben auseinanderzusetzen und nach seinem Sinn zu fragen. Das ist vergebene Liebesmüh, werden die Herren Gelehrten sagen, aber doch Liebesmüh! Euer Schaffen aber ist Insektenarbeit.

Bosshart, Bausteine zu Leben und Zeit, posthum hg. von Elsa Bosshart-Forrer, 1929

Subordiniert – das ist die schlechte Arbeit von gestern. Koordiniert – das ist die gute Arbeit von morgen.

Tucholsky, Werke 1907-1935. Wie machen wir einander das Leben leichter? In: Der Mittag, 9.4.1929 (Peter Panter)

Früh arbeiten macht nur früh müde.

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Er arbeitete wie ein Verrückter auf dem Land, damit er in der Stadt wohnen konnte, wo er wie ein Verrückter arbeitete, damit er auf dem Land wohnen konnte.

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Aber fürchte die Schuld, und mehr noch fürchte den Hochmut, Der wie berauschender Wein rasch dir die Sinne verwirrt.

Geibel, E., Gedichte. Juniuslieder. Buch der Betrachtung. Gnomen, 1.

Jag du die Arbeit, sonst jagt sie dich.

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Brav, alter Maulwurf! Wühlst so hurtig fort? O trefflicher Minierer!

Shakespeare, Hamlet, Erstdruck 1603

Wenn man es genau besieht, so ist es ganz einerlei, an welchen Gegenständen man seine Tätigkeit üben, an welchen man seinen Scharfsinn versuchen mag.

Goethe, J. W., Gespräche. Mit Friedrich Wilhelm Riemer, 26. September 1809

Was man mit frischem Herzensblut Und keckem Wohlbehagen thut, Das thut man nicht vergebens.

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Wer Arbeitskräfte besitzt und sie nicht ausübt, begeht beinahe eine Unsittlichkeit.

Boy-Ed, Nicht im Geleise. Roman, 2 Bände in einem Band, 1890

Es giebt nichts Besseres als Arbeit. Die armen reichen Leute, die solche Wohlthat nicht kennen!

Roberts, Um den Namen. Roman, 1891

Die Arbeit wird dich lehren, wie man sie tut.

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Es genügt zu erwähnen, daß die meisten Menschen auf Arbeit wie auf eine Gnade warten, um deutlich zu machen, wie entsetzlich unser Leben ist, wie unsittlich, wie töricht.

Tolstoi, Tagebücher. 1910