Arbeit Sprüche – zeit

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7. Arbeit Vorwärts wandeln, wiederkehren, Und das Rohe neu gestalten, Ordnung in Verwirrung schalten, Wird auf Erden immer währen. Was gewesen, kommt auch wieder, Zukunft ist dereinst vergangen, Sterben muß jedwed' Verlangen, Und die Erde zieht uns nieder. Menschen, Element, Naturen Stehn zum Kampfe stets gerüstet, Alles schreckt und lockt; uns lüstet Wandeln auf der Erde Spuren. Jeder weiß, wie es gewesen, Wenn er Gegenwart beachtet; Wer sich selber recht betrachtet, Kann die ganze Erde lesen. Wie der Streit sich selbst versöhnet, Friede wird aus Krieg erzeuget, Wie der Regen hebt und beuget, So die Erde wird verschönet. Alle Mühe rennt zum Ziele, Zum Genusse wird das Streben: Also zieht Arbeit und Leben In der Erde wild Gewühle.

Tieck, L., Gedichte. Erster Teil, Erstdruck P. G. Hilscher, Dresden 1821. Lebenselemente

Für jede rein gleichförmig sich wiederholende Bewegung, welche keine geistige Thätigkeit erfordert, wird mit der Zeit eine Maschine erfunden; dem Menschen bleibt mehr und mehr die rein geistige leitende und künstlerische Thätigkeit.

Schmoller, Die Arbeiterfrage, in: Preußische Jahrbücher, 14. Band, 4. (Teil 1) u. 5. Heft (Teil 2), Berlin 1864

Fabrikstraße Tags Nichts als Mauern. Ohne Gras und Glas zieht die Straße den gescheckten Gurt der Fassaden. Keine Bahnspur surrt. Immer glänzt das Pflaster wassernaß. Streift ein Mensch dich, trifft sein Blick dich kalt bis ins Mark; die harten Schritte haun Feuer aus dem turmhoch steilen Zaun, noch sein kurzes Atmen wolkt geballt. Keine Zuchthauszelle klemmt so in Eis das Denken wie dies Gehn zwischen Mauern, die nur sich besehn. Trägst du Purpur oder Büßerhemd –: immer drückt mit riesigem Gewicht Gottes Bannfluch:uhrenlose Schicht.

Zech, in: Menschheitsdämmerung. Symphonie jüngster Dichtung, hg. von Kurt Pinthus, Berlin 1920

Alles quält sich, um ein elendes Leben elend zu perpetuieren.

Nietzsche, Fünf Vorreden zu fünf ungeschriebenen Büchern, 1872. Der griechische Staat. Originaltext

Achtzehnter März Achtzehnhundert vierzig und acht, Als im Lenze das Eis gekracht, Tage des Februar, Tage des Märzen, Waren es nicht Proletarierherzen, Die voll Hoffnung zuerst erwacht Achtzehnhundert vierzig und acht? Achtzehnhundert vierzig und acht, Als du dich lange genug bedacht, Mutter Germania, glücklich verpreußte, Waren es nicht Proletarierfäuste, Die sich ans Werk der Befreiung gemacht Achtzehnhundert vierzig und acht? Achtzehnhundert vierzig und acht, Als du geruht von der nächtlichen Schlacht, Waren es nicht Proletarierleichen, Die du, Berlin, vor den zitternden, bleichen Barhaupt grüßenden Cäsar gebracht Achtzehnhundert vierzig und acht? Achtzehnhundert siebzig und drei, Reich der Reichen, da stehst du, juchhei! Aber wir Armen, verkauft und verrathen, Denken der Proletarierthaten – Noch sind nicht alle Märze vorbei, Achtzehnhundert siebzig und drei.

Herwegh, G., Gedichte. 1873

Ledig aller Pflicht Hört der Pursch die Vesper schlagen, Meister muss sich immer plagen.

Schiller, F., Gedichte. Aus: Das Lied von der Glocke, 1799

Maschinerie und Arbeit sind in ständiger Konkurrenz.

Ricardo, On The Principles of Political Economy and Taxation, 1817. Zitiert in: Karl Marx, Das Kapital, Erster Band. Der Produktionsprozeß des Kapitals, Fußnote 601

Wenn Arbeit dem Menschen nicht mehr Zeit lässt, zu sich selbst zu kommen, verarmt sie ihn und seine Kultur.

Pauly, Aphorismen, 1905