Arbeit Sprüche – zeit
92 Sprüche gefunden
Beschäftigung, die nie ermattet, Die langsam schafft, doch nie zerstört, Die zu dem Bau der Ewigkeiten Zwar Sandkorn nur für Sandkorn reicht, Doch von der großen Schuld der Zeiten Minuten, Tage, Jahre streicht.
Der goldene Tod. Kein Wind im Segel, die See liegt still - kein Fisch doch, der sich fangen will! So ziehen die Netze sie wieder herein und murren, schelten und fluchen drein. Da neben dem Kutter wird's heller und licht wie weißliches Haar, wie ein Greisengesicht, und ein triefendes Haupt taucht auf aus der Flut: »Ei, drollige Menschlein, ich mein's mit euch gut - Ich gönn' euch von meiner Herde ja viel, doch heut ist mein Jüngster als Fisch beim Spiel, den mußt' ich doch hüten, ich alter Neck, drum jagt ich sie all miteinander weg - doch schickt ihr den Jungen mir wieder nach Haus, so werft nur noch einmal das Fangzeug aus: Der schönste ist mein Söhnchen klein, das übrige mag euer eigen sein!« Hei, flogen die Netze jetzt wieder in See! Ho, kaum, daß ihr' Lasten sie brachten zur Höh'! Wie lebende Wellen, so fort und fort von köstlichen Fischen, so quoll's über Bord. Und patscht und schnappt und zappelt und springt - und bei den Fischern, da tollt's und singt. Nun plötzlich blitzt es - seht: es rollt ein Fisch über Bord von lauterem Gold! Eine jede Schuppe ein Geldesstück! Wie edelsteinen, so funkelt's im Blick! Die Kiemen sind aus rotem Rubin, Perlen die Flossen überziehn, mit eitel Demanten besetzt, so ruht auf seinem Häuptlein ein Krönchen gut, und fürnehm wispert's vom Schnäuzlein her: »Ich bin Prinz Neck, laßt mich ins Meer!« Den Fang ins Meer? Sie rühren ihn an, die Fischer, und tasten und stieren ihn an. »Laßt mich ins Meer!« Sie hören nicht drauf. »Laßt mich ins Meer!« Sie lachen nur auf. Sie wägen das goldene Prinzlein ab, sie schätzen's und klauben ihm Münzlein ab - Wie wiegt das voll, wie gleißt das hold! Sie denken nichts weiter, - sie denken nur Gold. Und seht: ein Goldschein überfliegt jetzt alles, was von Fisch da liegt, und wandelt's, daß es klirrt und rollt: Seht all die Fische werden Gold! Sinkt das Schiff von blitzender Last? »Schaufelt, was die Schaufel faßt!«... Wie lustiges Feuerwerk sprüht das umher - dann rauscht über alles zusammen das Meer.
Die Großen säen, Die Kleinen mähen, Die Kleinsten heimsen ein So war's – so wird es sein.
Die Arbeitenden sind den Unsterblichen viel lieber.
Man verachte die Leute, die keine Zeit haben. Man beklage die Menschen, die keine Arbeit haben. Aber die Männer, die keine Zeit zur Arbeit haben, die beneide man!
Die Heinzelmännchen zu Köln Wie war zu Köln es doch vordem Mit Heinzelmännchen so bequem! Denn, war man faul,... man legte sich Hin auf die Bank und pflegte sich: Da kamen bei Nacht, Ehe man's gedacht, Die Männlein und schwärmten Und klappten und lärmten, Und rupften Und zupften, Und hüpften und trabten Und putzten und schabten... Und eh ein Faulpelz noch erwacht,... War all sein Tagewerk... bereits gemacht! Die Zimmerleute streckten sich Hin auf die Spän' und reckten sich. Indessen kam die Geisterschar Und sah was da zu zimmern war. Nahm Meißel und Beil Und die Säg' in Eil; Und sägten und stachen Und hieben und brachen, Berappten Und kappten, Visierten wie Falken Und setzten die Balken... Eh sich's der Zimmermann versah... Klapp, stand das ganze Haus... schon fertig da! Beim Bäckermeister war nicht Not, Die Heinzelmännchen backten Brot. Die faulen Burschen legten sich, Die Heinzelmännchen regten sich - Und ächzten daher Mit den Säcken schwer! Und kneteten tüchtig Und wogen es richtig, Und hoben Und schoben, Und fegten und backten Und klopften und hackten. Die Burschen schnarchten noch im Chor: Da rückte schon das Brot,... das neue, vor! Beim Fleischer ging es just so zu: Gesell und Bursche lag in Ruh. Indessen kamen die Männlein her Und hackten das Schwein die Kreuz und Quer. Das ging so geschwind Wie die Mühl' im Wind! Die klappten mit Beilen, Die schnitzten an Speilen, Die spülten, Die wühlten, Und mengten und mischten Und stopften und wischten. Tat der Gesell die Augen auf,... Wapp! hing die Wurst da schon im Ausverkauf! Beim Schenken war es so: es trank Der Küfer bis er niedersank, Am hohlen Fasse schlief er ein, Die Männlein sorgten um den Wein, Und schwefelten fein Alle Fässer ein, Und rollten und hoben Mit Winden und Kloben, Und schwenkten Und senkten, Und gossen und panschten Und mengten und manschten. Und eh der Küfer noch erwacht, War schon der Wein geschönt und fein gemacht! Einst hatt' ein Schneider große Pein: Der Staatsrock sollte fertig sein; Warf hin das Zeug und legte sich Hin auf das Ohr und pflegte sich. Das schlüpften sie frisch In den Schneidertisch; Da schnitten und rückten Und nähten und stickten, Und faßten Und paßten, Und strichen und guckten Und zupften und ruckten, Und eh mein Schneiderlein erwacht: War Bürgermeisters Rock... bereits gemacht! Neugierig war des Schneiders Weib, Und macht sich diesen Zeitvertreib: Streut Erbsen hin die andre Nacht, Die Heinzelmännchen kommen sacht: Eins fähret nun aus, Schlägt hin im Haus, Die gleiten von Stufen Und plumpen in Kufen, Die fallen Mit Schallen, Die lärmen und schreien Und vermaledeien! Sie springt hinunter auf den Schall Mit Licht: husch husch husch husch! - verschwinden all! O weh! nun sind sie alle fort und keines ist mehr hier am Ort! Man kann nicht mehr wie sonsten ruhn, Man muß nun alles selber tun! Ein jeder muß fein Selbst fleißig sein, Und kratzen und schaben Und rennen und traben Und schniegeln Und biegeln, Und klopfen und hacken Und kochen und backen. Ach, daß es noch wie damals wär! Doch kommt die schöne Zeit nicht wieder her!
Baue auf und reiße nieder, dann hast du Arbeit immer wieder.
Neue Besen kehren wohl, Eh' sie Staubes werden voll.
Zuviel Geschäftigkeit ist mißlich.
In jeder Minute zermalmt uns die Vorstellung und die Empfindung der Zeit. Es gibt nur zwei Mittel, diesem Alpdruck zu entrinnen - ihn zu vergessen: das Vergnügen und die Arbeit. Das Vergnügen verbraucht uns, die Arbeit kräftigt uns. Wähle. Je mehr wir uns eines dieser Mittel bedienen, um so stärker widert uns das andere an. Nur indem man sich dieser Mittel bedient, kann man die Zeit vergessen.
Was man an Nebensachen verschwendet, wird immer der Hauptsache entzogen.
Daher kommt es, dass wir oft auf Dinge hinarbeiten, welche, wenn endlich erlangt, uns nicht mehr angemessen sind; wie auch, dass wir mit den Vorarbeiten zu einem Werke die Jahre hinbringen, welche derweilen unvermerkt uns die Kräfte zur Ausführung desselben rauben.
Unsere zwecklose Tätigkeit, unsere Griffe nach Luft müssen höheren Wesen vorkommen wie das Fangen der Sterbenden nach dem Deckbette.
Wie das Gestirn, ohne Hast, aber ohne Rast, drehe sich jeder um die eigne Last.
Ihr sät viel und bringt wenig ein; ihr esst und werdet doch nicht satt; ihr trinkt und bleibt doch durstig; ihr kleidet euch und könnt euch doch nicht erwärmen; und wer Geld verdient, der legt's in einen löchrigen Beutel.
Eine gute Sentenz ist zu hart für den Zahn der Zeit und wird von allen Jahrtausenden nicht aufgezehrt, obwohl sie jeder Zeit zur Nahrung dient.
Alles Schaffen aus dem Notwendigen heraus ist Leben und Mühe, die sich selbst verzehren, wie im Blühen das Vergehen schon herannaht.
Das Tun der Menschen hienieden ist dem Tun der Arbeiter an einem großen Baue gleich, welche früh und spät mit regen Händen das Werk fördern, dessen ganzen Umfang nur der eine kennt, der den Riß entwarf und der dann jedem sein einzelnes Geschäft zuteilte, dem einen ein größeres, ein kleineres dem andern.
Demut Seh' ich die Werke der Meister an, So seh' ich das, was sie getan; Betracht' ich meine Siebensachen, Seh' ich, was ich hätt' sollen machen.
»Welch eine Zeit!« rief er jetzt unwillkürlich; aber der alte Krieger sagte: »Eine ganz vortreffliche Zeit, wie alle Zeiten, in denen man einen großen Hunger nach irgend etwas hat, von dem man weiß, daß man es durch Mühen und Arbeit erlangen kann. [...]«
Was nun die Menschen gesetzt haben, das will nicht passen, es mag recht oder unrecht sein; was aber die Götter setzten, das ist immer am Platz, recht oder unrecht.