Charakter Sprüche

Sprüche über Charakter

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Auch die, welche nur langsam gehen, können doch weit vorwärts kommen, wenn sie den geraden Weg einhalten und nicht, wie andere, zwar laufen, aber sich davon entfernen.

Descartes, Abhandlung über die Methode, richtig zu denken und Wahrheit in den Wissenschaften zu suchen (Discours de la méthode pour bien conduire sa raison et chercher la vérité dans les sciences), 1637. Erster Abschnitt. Übersetzt von Julius Heinrich von Kirchmann, 1870

Wer sich selbst bessert, hat mehr für die Besserung der Allgemeinheit getan als ein Haufen lärmender, ohnmächtiger Patrioten.

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Ich habe durch mein ganzes Leben gefunden, daß sich der Charakter eines Menschen aus nichts so sicher erkennen läßt, wenn alle Mittel fehlen, als aus einem Scherz, den er übel nimmt.

Lichtenberg, Sudelbuch K, 1793-1796. [K 118]

Die buntesten Vögel singen am schlechtesten, gilt auch von Menschen, und wo Prachtstil [ist] wie bei Zimmermann, da muß [man] nie tiefe Gedanken suchen.

Lichtenberg, Sudelbuch F, 1776-1779. [F 1225]

Kluge Leute glauben zu machen man sei, was man nicht ist, ist in den meisten Fällen schwerer als wirklich zu werden, was man scheinen will.

Lichtenberg, Sudelbuch F, 1776-1779. [F 51]

Nie zeichnet der Mensch den eignen Charakter schärfer als in seiner Manier, einen fremden zu zeichnen.

Jean Paul, Titan, 4 Bde., 1800-1803. Vierter Band. 28. Jobelperiode. 110. Zykel

Leider sind drei Dinge schwer zu finden und zu geben: einen Charakter haben – einen zeichnen – einen erraten.

Jean Paul, Levana oder Erziehlehre, 2. Auflage 1811 (EA: 1807). Zweites Kapitel. Die Individualität des Idealmenschen. § 31

Unter den Menschen und Borsdorferäpfeln sind nicht die glatten die besten, sondern die rauhen mit einigen Warzen.

Jean Paul, Hesperus oder 45 Hundsposttage. Eine Lebensbeschreibung, 3 Bde., 1795. Zweites Heftlein. 25. Hundposttag

Der Charakter ist weiter nichts als eine langwierige Gewohnheit.

Plutarch, Moralia (Moralische Schriften und Abhandlungen)

Der Charakter offenbart sich nicht an großen Taten; an Kleinigkeiten zeigt sich die Natur des Menschen.

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Jeder Mensch trägt in sich die Keime aller menschlichen Eigenschaften, und manchmal offenbart er die einen, manchmal die andern, und ist oft sich selber ganz und gar nicht ähnlich, während er doch immer dasselbe Selbst bleibt.

Tolstoi, Auferstehung (Воскресение), 1899

Sei wie ein Fels, an dem sich beständig die Wellen brechen: Er steht fest und dämpft die Wut der ihn umbrausenden Wogen.

Marc Aurel, Selbstbetrachtungen (Τὰ εἰς ἑαυτόν), entstanden vermutlich 170-180 n. Chr. 4,49. Übersetzt von Albert Wittstock, 1879

Leute, die sich gegenseitig verachten, machen gerade einander Komplimente, und die sich untereinander hervortun wollen, bücken sich gerade voreinander.

Marc Aurel, Selbstbetrachtungen (Τὰ εἰς ἑαυτόν), entstanden vermutlich 170-180 n. Chr. 11,14. Übersetzt von Albert Wittstock, 1879

Beharren Der Ofen wärmt die Stube, thut solches unbereut, Ob gleich ein alte Mutter die Hinter-Stirn ihm beut. Wer recht geht, gehe weiter und frage nichts darnach, Ob Hasser oder Spötter braucht List, Verleumdung, Schmach.

Logau, Sämmtliche Sinngedichte, 1872 (EA: 1654). Originaltext

Ein Charakter ist wie ein Baum und der gute Ruf wie sein Schatten.

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Man kann nicht Charakter und Mut schmieden, indem man Initiative und Unabhängigkeit lähmt.

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Nur wer bereit ist, seinem Freund auch dann für einen Rat zu danken, wenn sich dieser als falsch erwies, hat einen guten Charakter.

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Wer sich durch jede leise Eingebung seines Feindes ziehen und wie im Kreise umhertreiben läßt, der verrät, daß er eine kleine Seele und wenig Herz hat.

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Steh, stehe fest, wie das Gewölbe steht, weil seiner Blöcke jeder stürzen will!

Kleist, Penthesilea. Ein Trauerspiel, 1808. 9. Auftritt. Prothoe

Wahlspruch Echtes ehren, Schlechtem wehren, Schweres üben, Schönes lieben!

Heyse, Spruchbüchlein, 1885

Fleiß, Sparsamkeit und Selbstbeherrschung sind erstrebenswert, aber nicht, weil sie Wohlstand schaffen, sondern den Charakter formen.

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