Charakter Sprüche – klassisch

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Der hat den edlen Ruhm erworben, Daß er dem Guten nachgestrebt hat, Bei dem zum Schmerz, daß er gestorben, Sich Freude mischt, daß er gelebt hat.

Fliegende Blätter, humoristische deutsche Wochenschrift, 1845-1944

Dieses ist die Summe aller wahren Rechtschaffenheit: – begegne andern, wie du möchtest, daß dir selbst begegnet würde, Tue deinem Nachbar nichts, was du nicht möchtest, daß er dir tue. Im Erfreuen, im Kränken, im Wohltun oder Schaden, im Gewähren oder Versagen dient es dem Menschen zur genauen Richtschnur seines Handelns, wenn er auf seinen Nächsten sieht wie auf sich selbst.

Hertz (Hg.), Worte der Weisen aus allen Völkern und Zeiten, 1886. XIII, 5571

Höhere Natur Wird im quälenden Hunger der Löw' am Grase sich laben? So auch ein hohes Gemüt sinke nie unter sich selbst.

Herder, Schriften zur griechischen Literatur (= Herder's sämmtliche Werke. Zur schönen Literatur und Kunst, Bd. 10), 1808 (posthum). II. Nachlese zur griechischen Anthologie

In jedem, auch selbst unbedeutenden Menschen liegt im Grunde ein tieferer und edlerer, wenn der wirklich erscheinende nicht viel taugt, oder noch edlerer, wenn er in sich gut ist, verborgen.

Humboldt, W., Briefe an eine Freundin (gemeint ist Charlotte Diede), 2 Bde., 1847. Ende Mai 1822

Solange der Mensch nicht gesprochen hat, bleiben seine Makel und Tugenden im Verborgenen.

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Nichts ist so anziehend und so unaufhörlich interessant wie der Charakter. […] Keine noch so gute Nachricht ist mir so lieb, als wenn mir ein Zug eines edlen Charakters offenbart wird.

Thoreau, Herbst. Aus dem Tagebuch von Henry David Thoreau, hg. von H. G. O. Blake, übersetzt von Bertha Engler, Büchergilde Gutenberg, Zürich o.J. [1945]. 30. November 1840

An eine Dame aus Kärnten Aus dem Adel deiner Züge Leuchtet Wahrheit kennbar weit, Die stets gleiche Heiterkeit Ist wohl deine einzge Lüge.

Grillparzer, F., Gedichte. Epigramme. Neuhaus bei Cilly, am 23. Juli 1856

Strenge mit gleicher Freundlichkeit zu mildern und mit großer Würde ebenso große Höflichkeit zu verbinden, ist so schwierig wie edel.

Plinius der Jüngere, Briefe (Epistulae). Buch IV, Brief 3: C. Plinius [Arrio] Antonino Suo S. Übers. Internet Originaltext: Nam severitatem istam pari iucunditate condire summaeque gravitati tantum comitatis adiungere non minus difficile quam magnum est

Der allgemeine Glaube, dass Testamente ein Spiegel des menschlichen Charakters sind, ist natürlich falsch.

Plinius der Jüngere, Briefe (Epistulae). Buch VIII, Brief 18: C. Plinius Rufino Suo S. Übers. Internet Originaltext: Falsum est nimirum, quod creditur vulgo, testamenta hominum speculum esse morum

Die Zeit der Muße verrät uns.

Plinius der Jüngere, Lobrede auf den Kaiser Traian (Panegyricus). Übers. Internet Originaltext: Otio prodimur

Wer aber von der Wankelmütigkeit der unkundigen Menge abhängt, darf nicht zu den bedeutenden Männern gezählt werden.

Cicero, Von den Pflichten (De officiis), 44 v. Chr. Übers. Internet Originaltext: Etenim qui ex errore imperitae multitudinis pendet, hic in magnis viris non est habendus

Auch wenn ein Hund tausendmal pro Tag zur Kirche ginge, er bleibt doch immer ein Hund.

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Ein Mann, der sich von Unrecht fernhält, um keinen Fehler zu machen, darf nicht für gut oder gerecht gehalten werden.

Cicero, Vom höchsten Gut und vom größten Übel (De finibus bonorum et malorum), 45 v. Chr. Übers. Internet Originaltext: Nam nec vir bonus ac iustus haberi debet qui, ne malum habeat, abstinet se ab iniuria

Was tief eingeprägt und angeboren ist, wird durch Kunst und Wissenschaft zwar abgemildert, aber nicht besiegt.

Seneca, Briefe an Lucilius (Epistulae morales ad Lucilium), 62 n. Chr. 11. Brief. Übers. Internet Originaltext: Quidquid infixum et ingenitum est lenitur arte, non vincitur

Wohl ist's unmöglich, auszuspähn an jedem Mann Verstand, Gemüth und Sinnesart, bevor er sich In Ämtern und Gesetzen wohlvertraut bewies.

Sophokles, Antigone, ca. 442 v. Chr. V. 175-177. Kreon. Übersetzt von J. J. C. Donner 1842

Groß ist, wer umgeben von Reichtum arm ist.

Seneca, Briefe an Lucilius (Epistulae morales ad Lucilium), 62 n. Chr. 20. Brief. Übers. Internet Originaltext: Magnus ille qui in divitiis pauper est

Einen guten Charakter kann man sich weder leihen noch kaufen.

Seneca, Briefe an Lucilius (Epistulae morales ad Lucilium), 62 n. Chr. 27. Brief. Übers. Internet Originaltext: Bona mens nec commodatur nec emitur

Zeichen eines großes Geistes ist es, Großes zu verachten und das Mittelmaß dem Übermaß vorzuziehen.

Seneca, Briefe an Lucilius (Epistulae morales ad Lucilium), 62 n. Chr. 39. Brief. Übers. Internet Originaltext: Magni animi est magna contemnere ac mediocria malle quam nimia

Die Natur empfiehlt uns keine Fehler, sie hat uns unverdorben und frei geschaffen.

Seneca, Briefe an Lucilius (Epistulae morales ad Lucilium), 62 n. Chr. 94. Brief. Übers. Internet. Originaltext: Nulli nos vitio natura conciliat: illa integros ac liberos genuit.

Wie wenige Philosophen gibt es aber, die so charaktervoll, so in ihrem Geist und in ihrem Leben gefestigt sind, wie die Vernunft es fordert?

Cicero, Gespräche in Tusculum (Tusculanae disputationes), 45 v. Chr. Übers. Internet Originaltext: Quotus enim quisque philosophorum invenitur, qui sit ita moratus, ita animo ac vita constitutus, ut ratio postulat?

Besser als die Beredsamkeit schützt die Unbescholtenheit den Stand und die Sicherheit eines jeden.

Tacitus, Dialog über die Redner (Dialogus de oratoribus), um 102 n. Chr. Übers. Internet Originaltext: Statum cuiusque ac securitatem melius innocentia tuetur quam eloquentia