Charakter Sprüche – klassisch

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Der Genius wird nur vom Genius gefasset; die edle Natur nur von ihresgleichen.

Jean Paul, Komischer Anhang zum Titan, 1800-1801. I. Einladungs-Zirkulare an ein neues kritisches Unter-Fraisgericht über Philosophen und Dichter. Art. 3

Gold wird durch Feuer geprüft, der Mensch durch Gold.

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Das nur ist eine kraftvolle Zeit, in der das Handeln aus dem Charakter hervorgeht; totgeschlagen haben sich die Menschen immer.

Mohr, Gedanken über Leben und Kunst, 2. vermehrte Auflage 1885 (EA: 1879)

Empedokles meinte, jeder habe zwei Dämonen, einen guten und bösen.

Bleibtreu, Der Aufgang des Abendlandes, 1925 (unter dem Pseudonym John Macready veröffentlicht)

Mancher sank umso tiefer an Würde des Charakters, je höher er im Charakter seiner Würde stieg.

Sirius, Tausend und Ein Gedanken, 1899

Wollt ihr den Charakter eines Menschen von Grund auf ändern, so müßt ihr ihn täglich mit Abführmitteln purgieren, bis ihr ihn umgebracht habt.

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Ich wage zu behaupten, daß es sehr nachteilig ist, stets redlich zu sein: aber fromm, treu, menschlich, gottesfürchtig, redlich zu scheinen, ist sehr nützlich.

Machiavelli, Der Fürst (Il Principe), verfasst 1513; päpstliche Druckgenehmigung 1532 (posthum)

Nichts gibt es auf den Blättern der Geschichte, das mich so ergriffe wie die nicht seltne Wahrnehmung, daß bedeutende Menschen oft gerade da, wo sie fehlgreifen, ihren eigentlichen Charakter in das schönste Licht stellen.

Fontane, Autobiographisches. Von Zwanzig bis Dreißig. Der Tunnel über der Spree. Aus dem Berliner literarischen Leben der vierziger und fünfziger Jahre. 9. Kapitel, 1908

Um fest zu bleiben, muß man's Ohr verkleben; Wer Gründen lauscht, hat sich schon halb ergeben.

Fliegende Blätter, humoristische deutsche Wochenschrift, 1845-1944

Nach edleren Charakteren muss man im Leben tief graben, wie nach reinem Golde. Sie hängen nicht da, wie das lose Gras am Abhang der Berge, das jeder vorübergehende Bock beliebig abfressen kann.

Eyth, Bilder ohne Rahmen. Aus den Papieren einer Unbekannten mitgetheilt – nicht von ihr selbst, 8. Auflage 1894 (EA: 1852) (anonym)

Jeder Charakter, so eigentümlich er sein möge, und jedes Darzustellende, vom Stein herauf bis zum Menschen, hat Allgemeinheit; denn alles wiederholt sich, und es gibt kein Ding in der Welt, das nur einmal da wäre.

Goethe, J. W., Gespräche. Mit Johann Peter Eckermann, 29. Oktober 1823

Manche Menschen sind nie schäbiger, als wenn sie eine Anwandlung von Noblesse haben.

Fliegende Blätter, humoristische deutsche Wochenschrift, 1845-1944

Der Charakter ist nun einmal nicht das Resultat eines guten Vorsatzes – nie und nimmer – ebensowenig wie der köstliche rotwangige Apfel die Leistung eines einzigen schönen Sommertages ist.

Fischer, Ich will! Ein Buch über Selbsterziehung des Willens und Veredelung des Herzens, 1920

Gute Eigenschaften tilgen schlechte nie aus, wie Zucker, mit Gift gemischt, das Gift nicht hindert, tödlich zu sein.

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Laß dir nicht den Geist umnachten! Laß nicht Andre für dich denken! Lerne früh der Selbstsucht Trachten Und die Glaisnerei verachten. Lern' den Sinn auf's Hohe lenken Und dich in dich selbst versenken! Lern' trotz allen schlauen Ränken An des ew'gen Borns Geschenken Deine durst'ge Seele tränken!

Storch, B. v., Gedichte, 1872. Sinnsprüche

Integer vitae… Mit reinen Händen und weißer Weste Tut eure Arbeit, feiert die Feste, Schlagt eure Schlachten, dankt für die Siege … Schmutzigkeit ist alles Niedrigen Wiege. Die auf den Höhen der Menschheit wohnen, Führer der Völker, Träger der Kronen, Wahrt eure Schilde! Denn es erscheinen Groß alle Flecken drunten im Kleinen. Winziger Wolken Schatten bedecken Nieden am Boden riesige Strecken – Klar müssen Sonnen sein und Gedanken, Denen wir Licht und Leben verdanken! Das ist die höchste Ehre auf Erden: Niemals im Leben schmutzig zu werden, Und auch das Schwerste nur zu vollenden Mit weißer Weste und reinen Händen.

de Nora, Gedichte. Hochsommer. Neue Gedichte, 1912

Es ist übel in der Welt eingerichtet, daß auch die größten Künstler nur zeitweise ihr ganzes Genie zur Verfügung haben, daß sich aber auch die kleinsten Schurken im ununterbrochenen Besitz ihres Charakters befinden.

Schnitzler, Buch der Sprüche und Bedenken. Aphorismen und Fragmente, 1927

Stille den Durst, üb' die Geduld und lasse den Hochmut. Sündiger Freude fröhne nicht. Sprich die Wahrheit; gehe den Pfad des Rechts, und an die Wissenschaft gewöhne dich. Wer's verdient, den ehre. Liebe selbst den Feind und schätze gering die eigene Kraft. Guten Namen schütze. Kummer bringe Linderung: das ist's, was der Edle schafft!

Lüttringhaus (Hg.), Lebensworte aus dem Munde guter und großer Menschen aller Zeiten und Völker für Geist und Gemüt, hg. von J. D. Lüttringhaus, Lüdenscheid, um 1880

Warum so stolz!– Ein edler Charakter unterscheidet sich von einem gemeinen dadurch, daß er eine Anzahl Gewohnheiten und Gesichtspunktenicht zur Hand hat, wie jener: sie sind ihm zufällig nicht vererbt und nicht anerzogen.

Nietzsche, Morgenröte. Gedanken über die moralischen Vorurteile, 1881

Charakter ist Gold und Wissen ist Blei – vor Gott.

Langbehn, Der Geist des Ganzen, posthum hg. von B. M. Nissen 1930

Das griechische Wort "Charakter" heißt soviel als Gepräge. Der Charakter gibt nämlich dem Geistesleben des Menschen und seinem Handeln ein bestimmtes Gepräge oder eine ausgeprägte Bestimmtheit und Festigkeit, und zwar im guten Sinne.

Fischer, Ich will! Ein Buch über Selbsterziehung des Willens und Veredelung des Herzens, 1920