Charakter Sprüche – klassisch

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Ein edler Charakter wird nicht leicht über sein eigenes Schicksal klagen.

Schopenhauer, Parerga und Paralipomena, 2 Bde., zweite vermehrte Auflage 1862 (EA: 1851). Zweiter Band. Kapitel 14. Nachträge zur Lehre von der Bejahung und Verneinung des Willens zum Leben

Vier Dinge sind, die, wer Verdienst hat, übt Und ohne sie kann kein Verdienst bestehen: Das erste: Großmut! Wer die Großmut hat, Läßt gerne sich und andern wohlgeschehen; Das zweite: Schonung für des Freundes Herz! Ein Spiegel ists, in dem du klar sollst sehen; Das dritte: Vorsicht, wenn du Tadel sprichst! Denn bitter schmeckt das Umvergebungflehen; Das vierte endlich: dem, der sich verging Und Reue zeigt, wirf vor nicht sein Vergehen!

Ibn Jemin, Bruchstücke (Mokathaat)

Die Bewährung Der Demant wird nur an dem Demant hell; Der große Geist nur an dem Großen groß; Das reine Herz bewährt sich nur am Reinen.

Conz, C. P., Gedichte

Ein arglos weiser Sinn ist höchste Gottesgabe.

Aischylos, Agamemnon (Erster Teil der Orestie), 458 v. Chr

Nichts ist für das Auge so schön wie die Wahrheit für die Seele, und nichts ist so hässlich und abstoßend für den Verstand als die Lüge.

Locke, Ein Versuch über den menschlichen Verstand (An essay concerning human understanding), 1690

Du bleibe deinem Wort in jeder Lage treu! Soll dir der Gute trau'n, der Redliche dich schätzen. Nur der Verworfne hat weder Scham noch Scheu Dies eine Hauptgebot der Ehre zu verletzen.

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Ob du von Adel seist, ob nicht? ist nicht die Frage; die Frag' ist, ob du edel seist.

Gleim, J. W. L., Sinngedichte

Totalität des Charakters muß also bei dem Volke gefunden werden, welches fähig und würdig sein soll, den Staat der Not mit dem Staat der Freiheit zu vertauschen.

Schiller, F., Theoretische Schriften. Über die ästhetische Erziehung des Menschen in einer Reihe von Briefen, 1793-1794. 4. Brief

Halte dein moralisches Erscheinungsbild der Rechtschaffenheit und der Ehre frei von jedem Makel, ja, jedem Verdacht.

Chesterfield, Briefe an seinen Sohn Philip Stanhope über die anstrengende Kunst ein Gentleman zu werden

Den Redlichen bewährt ja nur die Zeit, den schlechten Mann enthüllt ein einz'ger Tag.

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Der edle Mann lebt nie vergebens.

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In der Einheit des Charakters besteht die Vollkommenheit des Menschen.

Erdmann (Hg.), Reflexionen Kants zur Anthropologie. Aus Kants handschriftlichen Aufzeichnungen (= Reflexionen Kants zur kritischen Philosophie, Band 1), hg. von Benno Erdmann, 1882

Üb immer Treu und Redlichkeit Üb immer Treu und Redlichkeit Bis an dein kühles Grab, Und weiche keinen Finger breit Von Gottes Wegen ab Dann wirst du wie auf grünen Au´n Durch´s Pilgerleben geh´n Dann kannst du sonder Furcht und Grau´n dem Tod ins Auge seh´n. Dann wird die Sichel und der Pflug In deiner Hand so leicht, Dann singest du beim Wasserkrug, Als wär dir Wein gereicht. Dem Bösewicht wird alles schwer, Er tue was er tu, Ihm gönnt der Tag nicht Freude mehr, Die Nacht ihm keine Ruh. Der schöne Frühling lacht ihm nicht, Ihm lacht kein Ährenfeld, Er ist auf Lug und Trug erpicht, Und wünscht sich nichts als Geld. Der Wind im Hain, das Laub im Baum Saust ihm Entsetzen zu, Er findet, nach des Lebens Raum Im Grabe keine Ruh. Dann muß er in der Geisterstund aus seinem Grabe gehn und oft als schwarzer Kettenhund vor seiner Haustür stehn Die Spinnerinnen, die, das Rad im Arm, nach Hause gehn erzittern wie ein Espenblatt wenn sie ihn liegen sehn Und jede Spinnestube spricht von diesem Abenteuer und wünscht den toten Bösewicht ins tiefste Höllenfeuer Der Amtmann, der die Bauern schund in Wein und Wollust floß trabt nachts, mit seinem Hühnerhund im Wald auf glühendem Roß Oft geht er auch am Knotenstock als rauher Brummbär um und meckert oft als Ziegenbock im ganzen Dorf herum Der Pfarrer, der aufs Tanzen schalt und Filz und Wucherer war steht nachts als schwarze Spukgestalt um zwölf Uhr am Altar Paukt dann mit dumpfigen Geschrei die Kanzel, daß es gellt und zählet in der Sakristei sein Beicht- und Opfergeld Drum übe Treu und Redlichkeit Bis an dein kühles Grab, Und weiche keinen Finger breit Von Gottes Wegen ab! Dann suchen Enkel deine Gruft Und weinen Tränen drauf, Und Sonnenblumen, voll von Duft, Blüh'n aus den Tränen auf.

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Es ist auf Erden kein besser List, Denn wer seiner Zungen ein Meister ist. Viel wissen und wenig sagen, Nicht antworten auf alle Fragen. Rede wenig und mach's wahr, Was du borgest bezahle bar. Laß einen jeden sein, was er ist, So bleibst du auch wohl, wer du bist.

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Es gibt auch heute noch Männer, die Charakter haben, weil sie einsam sind und einsam sind, weil sie Charakter haben.

Langbehn, Rembrandt als Erzieher, 90. Auflage 1936 (EA: 1890). Katholisches, Reformatorisches. Einkehr

Sei, der du bist, nicht mehr, nicht weniger, aber der sei!

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Die Vornehmen sind die dauerhaftesten Stützen der Sittenlosigkeit und der Religion.

Wertheimer, Aphorismen. Gedanken und Meinungen, 1896

Wackerer Sinn adelt geringes Kleid.

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Niemals zeigt sich die Natur des Menschen bestialischer, als wenn sie zur Ehre der höchsten Ideen ins Wüten gerät.

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Man sieht, es bessert doch nicht Elend, Reu' noch Zeit; Einmal ein Lumpenhund, er bleibt's in Ewigkeit.

Goethe, Die Mitschuldigen, entstanden 1768/69. 1. Aufzug, 1. Szene, Wirt zu Sophie

Ein Charakter ist ein vollkommen gebildeter Willen.

Novalis, Fragmente. Erste, vollständig geordnete Ausgabe hg. von Ernst Kamnitzer, Dresden 1929. Bruchstücke psychologischer Enzyklopädistik