Charakter Sprüche – klassisch

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Der Charakter ist die empirisch erkannte, beharrliche und unveränderliche Beschaffenheit eines individuellen Willens.

Schopenhauer, Die beiden Grundprobleme der Ethik, 1841. Preisschrift über die Freiheit des Willens

Man kann einen starken, edlen Charakter, so wie den Diamanten, oft an einem einzigen Strahle erkennen, der von ihm ausgeht, und das leuchtende Feuer läßt dem verständigen Auge dann keinen Zweifel mehr übrig.

Keller, P., Gedichte und Gedanken, 1933

Charakter ist eigentlich vor aller Gewöhnung und Gewohnheit.

Goethe, J. W., Gespräche. Mit Friedrich Wilhelm Riemer, 28. August 1808

Vier Dinge sind [es,] die den bedeutenden Menschen ausmachen. Keines darf fehlen: Originalität des Denkens, Fleckenloses Leben, Milde der Gesinnung, Uneigennützigkeit.

Hilty, Bausteine. Aphorismen und Zitate aus alter und neuerer Zeit, gesammelt von Prof. Dr. C. Hilty, 1910 (posthum). 2. Juni 1872

Wir müssen es einmal sagen, weil es uns schon lange auf dem Herzen liegt: Voltaire, Hume, la Mettrie, Helvetius, Rousseau, und ihre ganze Schule, haben der Moralität und der Religion lange nicht so viel geschadet, als der strenge, kranke Pascal und seine Schule.

Goethe, J. W., Theoretische Schriften. Bekehrungsgeschichte des vormaligen Grafen J. F. Struensee, von Dr. B. Münter, Kopenhagen 1722, in: Recensionen in den Frankfurter Gelehrten Anzeigen. Die Jahre 1772 und 1773

Das Gemeine kann einer nicht verbergen, und wenn er in Gold gekleidet ist.

Vogel, Im zeitlosen Strome. Randbemerkungen des Lebens, 1913

Dich adeln konnt' ein Federstrich, Doch edeln kann kein Kaiser dich.

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Es liegt in der deutschen Natur, alles Ausländische in seiner Art zu würdigen und sich fremder Eigentümlichkeit zu bequemen.

Goethe, J. W., Gespräche. Mit Johann Peter Eckermann, 10. Januar 1825

Das Humane und das Grausame sind Ergebnisse der gleichen Kultur.

Luck, Stimmen der Stille. Aphorismen, 1919

"Hat der Schmerz heute einen besonderen Grund?" – "Ist nicht der Schmerz der tiefste, welcher grundlos ist?"

Nestroy, Das Haus der Temperamente, 1837

Für edle Gemüter sind Prüfungen zugleich Stärkungen.

Varnhagen von Ense, K. A., Denkwürdigkeiten und vermischte Schriften (4. Band: Vermischte Schriften. Erster Theil), 1843. Kaiser Alexander von Rußland

Jeder Mensch wird von seiner Zeit verschwemmt; von allen, die mit ihm leben. Nur auftauchen kann das bißchen Bessere im Charakter.

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Ich glaube, daß die Menschen zu allen Zeiten so gewesen sind wie heute, egoistisch, gewalttätig, geizig und mitleidlos.

France, Die rote Lilie (Le lys rouge), 1894

Wir sind das Jahrhundert der Meisterwerke der Frechheit.

Goncourt, Ideen und Impressionen (Idées et sensations), 1866 (dt. 1904)

Das Dumme ist und bleibt das Krumme und das Niederträchtige das ewig Mächtige.

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Kein Schurke ist so dumm, daß er nicht einen Grund für seine Niedertracht fände.

Körner, Joseph Heyderich oder deutsche Treue. Trauerspiel, 1813

Der wirklich edle Mensch kann wohl rauh, aber nie roh sein. Ein Mann soll sich als Kavalier zeigen! Welch ein schönes Wort! Auch ein solcher kann fehlen, aber selbst in seinen Schwächen wird sich ein gewisser Adel dokumentieren, wird eine gewisse Größe der Auffassung zur Geltung gelangen.

Heiberg, Schulter an Schulter, 2 Bde., 1889

Der Verdorb'ne haßt den Unverdorb'nen Und jeder Schuld'ge ist der Unschuld Feind.

Körner, Hedwig. Drama, 1812

Wenn Sie zu wählen haben zwischen einem Genie und einem Charakter, vergessen Sie das Genie.

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Der sittliche Adel eines Menschen bestimmt sich nicht zuletzt darnach, welche Waffen er im Streit auf alle Fälle unbenutzt läßt – auch dann, wenn sie sich ihm von selbst darbieten, ja aufdrängen.

Merian (Hg.), Trotzdem. 366 deutsche Gedanken und Gedichte, Gerhard Merian, Stuttgart-Degerloch, um 1926

Denn es sei ja Brauch des Menschen, daß er Gefallene gern noch tiefer stößt.

Aischylos, Agamemnon (Erster Teil der Orestie), 458 v. Chr