Charakter Sprüche – klassisch

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Wie lange willst du es noch aufschieben, dich der Erfüllung höchster sittlicher Ansprüche für wert zu erachten und in keinem Fall gegen die Vernunft zu verstoßen, die die grundlegende Unterscheidung der Dinge erlaubt?

Epiktet, Handbüchlein der Moral (Encheiridion), von Arrian angefertigter Auszug aus den Lehrgesprächen Epiktets, um 125 n. Chr. [50] (in manchen Ausgaben auch Nr. 51)

Er war zwar Rationalist, aber hörte doch gerne die Glocken läuten.

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Ehe der Körper eines großen Mannes Asche ist, kann man selten mit einiger Richtigkeit über seinen Charakter urteilen.

Seume, Apokryphen, 1806/07; erster vollständiger Druck in: Prosaische und poetische Werke, Berlin 1869

Und im Herzen stille Wacht für das Holde, Reine, deines Wesens heiligen Glanz! Eins ist not – dies Eine!

Sonntagsfeier. Andachten aus der Schatzkammer der Denker und Dichter, Verlag des Vereins für soziale Ethik und Kunstpflege in Berlin

Denn der Mensch, der zur schwankenden Zeit auch schwankend gesinnt ist, Der vermehret das Übel und breitet es weiter und weiter; Aber wer fest auf dem Sinne beharrt, der bildet die Welt sich.

Goethe, Hermann und Dorothea. Versepos, 1797. Urania. Aussicht. Hermann zu Dorothea

Durchsichtig wie der edelste Kristall Muß um mich stehn und leuchten rings das All, Kein dunkler Fleck darf fürder an ihm sein. Wie schaff ich das? – Ich glüh' mich selber rein!

Gött, Gedichte, Sprüche, Aphorismen (in: Gesammelte Werke, 1. Band), hg. von Roman Woerner 1910

Wenn man einem durchaus reinen und wahrhaft großen Charakter lange zur Seite steht, geht sie wie ein Hauch von ihm auf uns über.

Humboldt, W., Briefe an eine Freundin (gemeint ist Charlotte Diede), 2 Bde., 1847. 14. April 1830

Im Feuer erweist sich das Gold als echt, im Unglück der tapfere Mann.

Seneca, Mächtiger als das Schicksal. Ein Brevier, übersetzt von Wolfgang Schumacher 1942. Von der Vorsehung (5. Kapitel)

Und wenn mich am Tag die Ferne Blauer Berge sehnlich zieht Nachts das Übermaß der Sterne Prächtig mir zu Häupten glüht: Alle Tag' und alle Nächte Rühm ich so des Menschen Los; Denkt er ewig sich ins Rechte, Ist er ewig schön und groß.

Goethe, J. W., Gedichte. Goethe's sämmtliche Werke, Tétot Frères, Paris 1836

Es ist ein alter Spruch: das beste Leichentuch Ist Redlichkeit, sie würzt den Tod mit Wohlgeruch.

Rückert, Gedichte. Die Weisheit des Brahmanen, 1836-1839

Wir müssen uns haltbare und unerschütterliche Grundsätze bilden, die allem unserm übrigen Denken und unserm Handein zur festen Richtschnur dienen, Leben und Denken muss bei uns aus einem Stücke sein, und ein sich durchdringendes und gediegenes Ganzes; wir müssen in beiden der Natur und der Wahrheit gemäß werden, und die fremden Kunststücke von uns werfen; wir müssen, um es mit einem Worte zu sagen, uns Charakter anschaffen [...].

Fichte, Reden an die deutsche Nation, 1808. 12. Rede: Über die Mittel, uns bis zur Erreichung unsers Hauptzwecks aufrecht zu erhalten

Du wirst bald finden, daß nur eine Menschenklasse selten ist: das sind die Könige, die nichtgekrönten mein' ich, die in sich selbst das Gefühl innerer Hoheit tragen. Geselle dich zu ihnen, wo du ihrer findest. Es ist ein schlechter Steuermann, jenes Gefühl, wenn es gilt, die Klippen des Lebens zu umschiffen; aber es ist etwas Besseres; es ist ein Vogel Rock, der auf seinen Schwingen darüber fortträgt.

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Sei, was Du bist, immer ganz und immer derselbe.

Knigge, Über den Umgang mit Menschen, Erstdruck 1788, hier nach der 3. erweiterten Auflage von 1790. Erster Teil, 1. Kapitel, 49.

Die tiefsten Wasser fließen am leisesten.

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Aus unsern Herzen Wächst, was wir säen, uns wieder zu; Da pflanzt die Wahrheit ihre Ruh', Da fühlt die Torheit ihre Schmerzen, Da sät das Laster seine Pein. Oh, da verblühet jeder Morgen, Den leere Abende bereun. Da hüllt die Tugend sich verborgen In ihre stille Pflanzung ein, Die ihr kein Erdensturm verweht.

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Fünf Dinge muß man überall unter dem Himmel üben, um wahrhaft zu sein – Höflichkeit, Großzügigkeit, Verläßlichkeit, Beflissenheit, Milde.

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Wo Charakter ist, da ist Hässlichkeit Schönheit; wo kein Charakter ist, da ist Schönheit Hässlichkeit.

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Wie der Mann, so auch sein Gott.

Goethe, J. W., Gedichte. West-östlicher Divan, 1814-1819. Noten und Abhandlungen zu besserem Verständnis des west-östlichen Divans

Wenn … Wenn Du beharrst, da alle um dich zagen Und legen ihren Kleinmut dir zur Last, Vertrau'n zu dir bewahrst, da and're dir's versagen, Doch auch Verständnis für ihr Zweifeln hast; Wenn du zu warten weißt und bleibst gelassen, Betrogen, fern dich hältst von dem Betrug, Wenn du, gehaßt, dich hütest mitzuhassen Und doch zu gut nicht scheinst noch sprichst zu klug, Wenn träumend du nicht sinkst im Traumes-Sumpfe Und denkend Denken nicht zum Ziel dir machst, Wenn du begegnend Unglück und Triumphe Die zwei Betrüger gleicherweis' verlachst; Wenn du die Wahrheit, die du sprachst, kannst hören Von Buben frech zum Narrenfang verdreht, Kannst zuschau'n, wie sie, was du schufst, zerstören, Dich beugst und baust, bis es von neuem steht. Wenn du vermagst, was du nur hast, zu raffen, Und legst auf eine Karte alles hin, Verlierst - und fängst von vorne an zu schaffen Und wirst dabei die Miene nicht verzieh'n; Wenn du das Herz, die Nerven und die Sehnen, Zum Dienst zwingst, da sie letzte Kraft verläßt, Dastehst mit hart zusamm'gebiß'nen Zähnen, Wenn nichts, als nur der Wille sagt: Steh fest! Steh fest! Wenn du dem Volke reinen Wein kannst schenken, Mit Königen in schlichtem Umgang steh'n, Wenn weder Feind dich kann noch Freund dich kränken, Wenn alle nah, doch nicht zu nah dir geh'n; Wenn jede Stund' erfüllst mit ihrem Werte, Daß keine je vergeblich dir zerrann: Dein ist mit allem, was sie trägt, die Erde Und - noch mehr als das - du bist ein Mann! Du bist ein Mann, mein Sohn!

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Wohl ist es reizend, hoch im Licht einherzuwandeln, Vergöttert da zu steh'n vor seiner Welt, Doch leichter ist es groß, als recht zu handeln. Dort siegt der Ruhm, hier siegt der Held.

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Überall in der Menschenwelt ist das Schöne mit dem Hässlichen gemischt, und jeder trägt seinen Thersites an sich und in sich.

Fischer, Über die Entstehung und die Entwicklungsformen des Witzes. Zwei Vorträge gehalten in der Rose zu Jena im Februar 1871, Heidelberg 1871