Charakter Sprüche – leben

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Ich möchte den Charakter das Knochengerüst des Geistes nennen. Nimm aus dem menschlichen Körper das Knochengerüst hinweg, er wird mit der Festigkeit jede sichere Bewegung und allen Halt verlieren und ein wahres Kautschukgebilde sein.

Fischer, Ich will! Ein Buch über Selbsterziehung des Willens und Veredelung des Herzens, 1920

Du wirst bald finden, daß nur eine Menschenklasse selten ist: das sind die Könige, die nichtgekrönten mein' ich, die in sich selbst das Gefühl innerer Hoheit tragen. Geselle dich zu ihnen, wo du ihrer findest. Es ist ein schlechter Steuermann, jenes Gefühl, wenn es gilt, die Klippen des Lebens zu umschiffen; aber es ist etwas Besseres; es ist ein Vogel Rock, der auf seinen Schwingen darüber fortträgt.

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Den Ehrlosen siehst du sich mit den Angelegenheiten seines Nachbars beschäftigen.

Socin (Hg.), Arabische Sprichwörter und Redensarten, 1878

Die Menschheit bietet in ihrem großen Ganzen ein Gemenge von niedrigen, selbstsüchtigen, dem Tiere bloß darin überlegenen Wesen dar, daß ihr Egoismus überdachter ist.

Renan, Die Geschichte des Urchristentums (Histoire des Origines du Christianisme), 7 Bde., 1863-81. 1. Band: Das Leben Jesu (Vie de Jésus), 1863

Man muß sich für nichts zu gering halten.

Lichtenberg, Sudelbuch D, 1773-1775. [D 434]

Ich trage alle meine Werte bei mir.

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Wer zum Kriechen bestimmt ist, der kann nicht fliegen.

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Wo Charakter ist, da ist Hässlichkeit Schönheit; wo kein Charakter ist, da ist Schönheit Hässlichkeit.

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Wenn unser Charakter ausgebildet ist, fängt leider unsere Kraft an zusehends abzunehmen.

Seume, Apokryphen, 1806/07; erster vollständiger Druck in: Prosaische und poetische Werke, Berlin 1869

Die Menschenseele ist ein kleiner fliegender Samenstaub, der einen guten Boden sucht, um auch Charakter zu werden.

Arnim/Brentano, Clemens Brentanos Frühlingskranz. Aus Jugendbriefen ihm geflochten, wie er selbst schriftlich verlangte, 1844

Die Standhaftigkeit besteht darin, daß man sich dem Unglück entgegenstellt!

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Es gibt ebensowenige Menschen, die den Mut haben, groß im Guten, als groß im Bösen zu sein. Ein wenig Ruchlosigkeit mit ein wenig Religion; etwas Ehrbarkeit und etwas Liederlichkeit; ebensoviel Bosheit als Gutmütigkeit; das ist ohngefähr das Rezept, nach welchem die meisten menschlichen Charaktere gemischt sind.

Jacobs (Hg.), Aehrenlese aus dem Tagebuche des Pfarrers von Mainau, 2 Bde., 1823-25

War ein Schweinehund etwa kein Schweinehund mehr, nachdem er sich geschlagen hatte? Was hatte ein anständiger Mensch, der beleidigt worden war, davon, wenn er sein Leben gegen einen Halunken auf's Spiel setzt?

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Das Leben eines Menschen ist sein Charakter.

Goethe, Italienische Reise, 1786-88, auf der Grundlage der Reisetagebücher überarbeitet 1813-17. Zweiter Teil. Zweiter römischer Aufenthalt, 2. Oktober 1787

Jedermann hat seine Eigenheiten und kann sie nicht loswerden; und doch geht mancher an seinen Eigenheiten, oft an den unschuldigsten, zugrunde.

Goethe, Maximen und Reflexionen. Aphorismen und Aufzeichnungen. Nach den Handschriften des Goethe- und Schiller-Archivs hg. von Max Hecker, 1907. Aus Kunst und Altertum, 3. Bandes 1. Heft, 1821

In der Herrlichkeit der ewig sich neugebärenden, alllebendigen Natur, da lerne der Unselige den Balsam finden und bereiten, der allen Kreaturen gegönnt und gegeben ist; in dem ungeheuren Zusammenspiel menschlicher Charaktere und Geschicke, da lerne er das Maß finden, zu welchem er selber geboren ist; und wenn er dieses einmal erkannt hat, so strebe er nach nichts Weiterem als: Er selbst zu sein und zu bleiben – rein und wahrhaftig, wie ein unverfälscht ausgesprochenes Wort Gottes.

Feuchtersleben, Zur Diätetik der Seele, 40. Auflage 1874 (EA: 1838)

Wenn … Wenn Du beharrst, da alle um dich zagen Und legen ihren Kleinmut dir zur Last, Vertrau'n zu dir bewahrst, da and're dir's versagen, Doch auch Verständnis für ihr Zweifeln hast; Wenn du zu warten weißt und bleibst gelassen, Betrogen, fern dich hältst von dem Betrug, Wenn du, gehaßt, dich hütest mitzuhassen Und doch zu gut nicht scheinst noch sprichst zu klug, Wenn träumend du nicht sinkst im Traumes-Sumpfe Und denkend Denken nicht zum Ziel dir machst, Wenn du begegnend Unglück und Triumphe Die zwei Betrüger gleicherweis' verlachst; Wenn du die Wahrheit, die du sprachst, kannst hören Von Buben frech zum Narrenfang verdreht, Kannst zuschau'n, wie sie, was du schufst, zerstören, Dich beugst und baust, bis es von neuem steht. Wenn du vermagst, was du nur hast, zu raffen, Und legst auf eine Karte alles hin, Verlierst - und fängst von vorne an zu schaffen Und wirst dabei die Miene nicht verzieh'n; Wenn du das Herz, die Nerven und die Sehnen, Zum Dienst zwingst, da sie letzte Kraft verläßt, Dastehst mit hart zusamm'gebiß'nen Zähnen, Wenn nichts, als nur der Wille sagt: Steh fest! Steh fest! Wenn du dem Volke reinen Wein kannst schenken, Mit Königen in schlichtem Umgang steh'n, Wenn weder Feind dich kann noch Freund dich kränken, Wenn alle nah, doch nicht zu nah dir geh'n; Wenn jede Stund' erfüllst mit ihrem Werte, Daß keine je vergeblich dir zerrann: Dein ist mit allem, was sie trägt, die Erde Und - noch mehr als das - du bist ein Mann! Du bist ein Mann, mein Sohn!

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Oh, natürlich werden wir alle mal überfahren – einmal in unserem Leben. Aber man muß sich selbst wieder aufraffen. Und sich benehmen, als ob nichts geschehen wäre.

Ibsen, John Gabriel Borkman, 1896

Überall in der Menschenwelt ist das Schöne mit dem Hässlichen gemischt, und jeder trägt seinen Thersites an sich und in sich.

Fischer, Über die Entstehung und die Entwicklungsformen des Witzes. Zwei Vorträge gehalten in der Rose zu Jena im Februar 1871, Heidelberg 1871

Es gibt problematische Naturen, die keiner Lage gewachsen sind, in der sie sich befinden, und denen keine genugtut. Daraus entsteht der ungeheure Widerstreit, der das Leben ohne Genuß verzehrt.

Goethe, Maximen und Reflexionen. Aphorismen und Aufzeichnungen. Nach den Handschriften des Goethe- und Schiller-Archivs hg. von Max Hecker, 1907. Aus Kunst und Altertum, 3. Bandes 1. Heft, 1821

Nur was du in dir bist, bestimmt deinen Wert, nicht was du hast.

Auerbach, Auf der Höhe. Roman, 1865