Charakter Sprüche – leben
258 Sprüche gefunden
Nicht die Gunst, sondern vielmehr die Ungunst der Verhältnisse ist der Hammer, welcher den Mann schmiedet.
Ist sonach der Charakter der ersten Lebenshälfte unbefriedigte Sehnsucht nach Glück, so ist der der zweiten Besorgnis vor Unglück. Denn mit ihr ist, mehr oder weniger deutlich, die Erkenntnis eingetreten, daß alles Glück chimärisch, hingegen das Leiden real sei.
Der Charakter ist die Quelle des Lebens, aus der die einzelnen Handlungen fließen.
Das Schicksal hat keinen Einfluß auf unseren Charakter, im Gegenteil: Der Charakter bestimmt das Schicksal und modelt es um.
Gewöhnlich entsteht die Größe des Charakters aus einem natürlichen Gleichgewicht mehrerer entgegengesetzter Eigenschaften.
Du wirst immer finden, daß, wer viel in Not und Sorgen war, gemeiniglich mehr ist, mehr kann und mehr wird als die guten Hansen ohne Sorgen.
Für edle Gemüter sind Prüfungen zugleich Stärkungen.
Wenn es auch wahr ist, daß sich selbst der redlichste, der beste Charakter, den man mit irgendeiner Aufgabe in die Mitte einer gewaltig sich bewegenden und leidenschaftlich durcheinander taumelnden Welt stellt, ohne List nicht behaupten kann, so ist es doch noch immer nicht nöthig, daß die Biedermänner in solcher Lage auch gleich gar so durchtrieben werden.
Viele Menschen sind keine Charaktere, sondern Charakterdarsteller.
Kein Mensch, auch nicht der allerverkommenste, verträgt es, unwert geachtet zu werden. Wenn ihn alle Welt verachtet, sucht er noch seinesgleichen, bei denen seine Taten etwas gelten.
Einem, den das Leben mit Tücken verfolgen mußte, weil es ihm nicht gewachsen war, machten sie einen Vorwurf aus ihrer Gemeinheit.
Wie rührend: wenn jemand über die Gemeinheit der Welt klagt, weil die seinige nicht erfolgreich genug ist!
Das Wesen eines Menschen läßt sich durch drei schlagkräftige Anekdoten aus seinem Leben vielleicht mit gleicher Bestimmtheit berechnen, wie der Flächeninhalt eines Dreiecks aus dem Verhältnis dreier fixer Punkte zueinander, deren Verbindungslinien das Dreieck bilden.
Der Mensch kann nicht eher wissen, wie gut er ist, als bis einmal sein halbes Glück von einer großen Sünde abhing.
Verstand ist ein zweischneidig Schwert Aus hartem Stahl mit blankem Schliff. Charakter ist daran der Griff, Und ohne Griff ist's ohne Wert.
Mancher erreicht seinen Gipfel als Charakter, aber sein Geist ist gerade dieser Höhe nicht angemessen – und mancher umgekehrt.
In die Tiefe musst du steigen, Soll sich dir das Wesen zeigen.
Nicht die Summe seiner Eigenschaften bildet den Charakter eines Menschen, sondern ihr Produkt.
Ein edler Charakter wird nicht leicht über sein eigenes Schicksal klagen.
Man muss sich oft sehr zusammennehmen, um den Leuten nicht ins Gesicht zu lachen, wenn man ihr Komödienspiel durchschaut, und doch verstehen sich manche so vorzüglich auf ihre Rolle, dass man selbst zuletzt irre wird, und keine Erklärung dafür findet, wie es möglich ist, dass diese lebenden Puppen auf die Dauer nicht selbst Ekel an ihrem Scheinleben fassen, da sie ja ihren Mitmenschen ebenfalls die Maske aufzwingen.
Die Individualität eines Menschen spiegelt sich nicht selten klarer in seinen Fehlern als in seinen Tugenden.