Charakter Sprüche – leben

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Nicht die Gunst, sondern vielmehr die Ungunst der Verhältnisse ist der Hammer, welcher den Mann schmiedet.

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Ist sonach der Charakter der ersten Lebenshälfte unbefriedigte Sehnsucht nach Glück, so ist der der zweiten Besorgnis vor Unglück. Denn mit ihr ist, mehr oder weniger deutlich, die Erkenntnis eingetreten, daß alles Glück chimärisch, hingegen das Leiden real sei.

Schopenhauer, Parerga und Paralipomena, 2 Bde., zweite vermehrte Auflage 1862 (EA: 1851). Erster Band. Aphorismen zur Lebensweisheit. Kapitel 6: Vom Unterschiede der Lebensalter

Der Charakter ist die Quelle des Lebens, aus der die einzelnen Handlungen fließen.

Stobaios, Eclogae und Florilegium (antike Sammlung von Exzerpten und Lehrmeinungen)

Das Schicksal hat keinen Einfluß auf unseren Charakter, im Gegenteil: Der Charakter bestimmt das Schicksal und modelt es um.

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Gewöhnlich entsteht die Größe des Charakters aus einem natürlichen Gleichgewicht mehrerer entgegengesetzter Eigenschaften.

Diderot, Rameaus Neffe (Le Neveu de Rameau), entstanden 1762-1773, übersetzt von Johann Wolfgang von Goethe 1805, gedruckt 1821

Du wirst immer finden, daß, wer viel in Not und Sorgen war, gemeiniglich mehr ist, mehr kann und mehr wird als die guten Hansen ohne Sorgen.

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Für edle Gemüter sind Prüfungen zugleich Stärkungen.

Varnhagen von Ense, K. A., Denkwürdigkeiten und vermischte Schriften (4. Band: Vermischte Schriften. Erster Theil), 1843. Kaiser Alexander von Rußland

Wenn es auch wahr ist, daß sich selbst der redlichste, der beste Charakter, den man mit irgendeiner Aufgabe in die Mitte einer gewaltig sich bewegenden und leidenschaftlich durcheinander taumelnden Welt stellt, ohne List nicht behaupten kann, so ist es doch noch immer nicht nöthig, daß die Biedermänner in solcher Lage auch gleich gar so durchtrieben werden.

Gutzkow, Vom Baum der Erkenntnis. Denksprüche, 1868

Viele Menschen sind keine Charaktere, sondern Charakterdarsteller.

Fliegende Blätter, humoristische deutsche Wochenschrift, 1845-1944

Kein Mensch, auch nicht der allerverkommenste, verträgt es, unwert geachtet zu werden. Wenn ihn alle Welt verachtet, sucht er noch seinesgleichen, bei denen seine Taten etwas gelten.

Pauly, Aphorismen, 1905

Einem, den das Leben mit Tücken verfolgen mußte, weil es ihm nicht gewachsen war, machten sie einen Vorwurf aus ihrer Gemeinheit.

Kraus, Pro domo et mundo, 1912. II. Von der Gesellschaft

Wie rührend: wenn jemand über die Gemeinheit der Welt klagt, weil die seinige nicht erfolgreich genug ist!

Weiß, So seid Ihr! Zweite Folge, 1909

Das Wesen eines Menschen läßt sich durch drei schlagkräftige Anekdoten aus seinem Leben vielleicht mit gleicher Bestimmtheit berechnen, wie der Flächeninhalt eines Dreiecks aus dem Verhältnis dreier fixer Punkte zueinander, deren Verbindungslinien das Dreieck bilden.

Schnitzler, Buch der Sprüche und Bedenken. Aphorismen und Fragmente, 1927

Der Mensch kann nicht eher wissen, wie gut er ist, als bis einmal sein halbes Glück von einer großen Sünde abhing.

Jean Paul, Bemerkungen über uns närrische Menschen, 1783-99. Februar 1793

Verstand ist ein zweischneidig Schwert Aus hartem Stahl mit blankem Schliff. Charakter ist daran der Griff, Und ohne Griff ist's ohne Wert.

Bodenstedt, Die Lieder des Mirza-Schaffy, 1851

Mancher erreicht seinen Gipfel als Charakter, aber sein Geist ist gerade dieser Höhe nicht angemessen – und mancher umgekehrt.

Nietzsche, Die fröhliche Wissenschaft (La gaya scienza), 1882 (ergänzt 1887)

In die Tiefe musst du steigen, Soll sich dir das Wesen zeigen.

Schiller, F., Gedichte. Aus: Spruch des Konfuzius, 1795

Nicht die Summe seiner Eigenschaften bildet den Charakter eines Menschen, sondern ihr Produkt.

Sirius, Tausend und Ein Gedanken, 1899

Ein edler Charakter wird nicht leicht über sein eigenes Schicksal klagen.

Schopenhauer, Parerga und Paralipomena, 2 Bde., zweite vermehrte Auflage 1862 (EA: 1851). Zweiter Band. Kapitel 14. Nachträge zur Lehre von der Bejahung und Verneinung des Willens zum Leben

Man muss sich oft sehr zusammennehmen, um den Leuten nicht ins Gesicht zu lachen, wenn man ihr Komödienspiel durchschaut, und doch verstehen sich manche so vorzüglich auf ihre Rolle, dass man selbst zuletzt irre wird, und keine Erklärung dafür findet, wie es möglich ist, dass diese lebenden Puppen auf die Dauer nicht selbst Ekel an ihrem Scheinleben fassen, da sie ja ihren Mitmenschen ebenfalls die Maske aufzwingen.

Vogel, Im zeitlosen Strome. Randbemerkungen des Lebens, 1913

Die Individualität eines Menschen spiegelt sich nicht selten klarer in seinen Fehlern als in seinen Tugenden.

Sirius, Tausend und Ein Gedanken, 1899