Charakter Sprüche – philosophisch
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Jeder schließt von sich auf andere und berücksichtigt nicht, daß es auch anständige Menschen gibt.
Ist nicht jede Übung der Denkkraft, jede feine Schärfe des Geistes eine kleine Stufe zu seiner Vollkommenheit, und jede Vollkommenheit mußte Dasein erlangen in der vollständigen Welt.
Wie kann der Charakter, die Eigentümlichkeit des Menschen, mit der Lebensart bestehen?
Der Edle handelt von sich aus. Er achtet die andern, obwohl er darum noch nicht notwendig von den andern geachtet wird. Er liebt die andern, obwohl er darum noch nicht notwendig von den andern geliebt wird. Andere zu achten und zu lieben steht bei uns selbst. Von andern geliebt und geachtet zu werden, steht bei den andern. Der Edle sorgt unter allen Umständen für das, was bei ihm steht, nicht für das, was bei andern steht. Wer auf sich selbst beruht, trifft immer das Rechte.
Der Charakter ist die sittliche Ordnung, durch das Medium einer individuellen Natur gesehen.
Nur die gemeineren Naturen haben das Gesetz ihrer Handlungen in einem andern Menschen, die Voraussetzungen ihrer Handlungen außerhalb ihrer selbst.
Wie lange willst du es noch aufschieben, dich der Erfüllung höchster sittlicher Ansprüche für wert zu erachten und in keinem Fall gegen die Vernunft zu verstoßen, die die grundlegende Unterscheidung der Dinge erlaubt?
Er war zwar Rationalist, aber hörte doch gerne die Glocken läuten.
Die Ich-Sucht vergeht sich nicht so sehr durch Taten, als durch Nicht-Verstehen.
Wir müssen uns haltbare und unerschütterliche Grundsätze bilden, die allem unserm übrigen Denken und unserm Handein zur festen Richtschnur dienen, Leben und Denken muss bei uns aus einem Stücke sein, und ein sich durchdringendes und gediegenes Ganzes; wir müssen in beiden der Natur und der Wahrheit gemäß werden, und die fremden Kunststücke von uns werfen; wir müssen, um es mit einem Worte zu sagen, uns Charakter anschaffen [...].
Ich kümmere mich [...] um die Dinge, die außer mir sind, gar nicht, trachte nicht zu scheinen, sondern zu sein, und diesen Überzeugungen danke ich denn die tiefe Seelenruhe, welche ich genieße.
Stärke des Charakters und Erleuchtung des Kopfes müssen sich vereinigen, wenn politische Freiheit in großem Maße vorhanden sein soll, ohne eine Nation zu Grunde zu richten.
Die Menschheit bietet in ihrem großen Ganzen ein Gemenge von niedrigen, selbstsüchtigen, dem Tiere bloß darin überlegenen Wesen dar, daß ihr Egoismus überdachter ist.
Endlich haben Pflichtgefühl, Rechtsgefühl, Verantwortlichkeitsgefühl und Wahrheitsliebe im Charakter ihre treueste Stütze.
Es gibt für den Menschen nur eine Schuld, die, nicht er selbst zu sein. Was vom Menschen, das gilt auch von den Nationen.
Ja, es ist zugleich mit dem Kunstsinn der sittliche, welcher große Erneuerung erleidet.
Und auf Charakter, dünkt mich, komme es bei unsrer Existenz am meisten an, nicht auf vermehrte Kenntnisse und Wissenschaften.
Edel denken ist schwer, wenn man nur denkt, um Brot zu erwerben.
Der Charakter der Menschheit ist Vernunft, modifiziert durch Sinnlichkeit.
Der Irrtum ist, Charakter sei, keinen Widerspruch in sich selbst zu dulden.
Es gibt problematische Naturen, die keiner Lage gewachsen sind, in der sie sich befinden, und denen keine genugtut. Daraus entsteht der ungeheure Widerstreit, der das Leben ohne Genuß verzehrt.