Charakter Sprüche – philosophisch

93 Sprüche gefunden

Aktive Filter: Charakter philosophisch

[...] Charakter als [...] die Farbe der Ereignisse bestimmende[] Beschaffenheit des Ich [...]

Spengler, Der Untergang des Abendlandes. Umrisse einer Morphologie der Weltgeschichte, 2 Bde., 1918-22. Erster Band, 1920

Was der höhere Mensch sucht, das ist in ihm selber; was der gemeine Mensch sucht, das ist in anderen.

Internet

Der Charakter der Dinge dieser Welt, namentlich der Menschenwelt, ist nicht sowohl, wie oft gesagt worden, Unvollkommenheit, als vielmehr Verzerrung, im Moralischen, im Intellektuellen, Physischen, in allem.

Schopenhauer, Parerga und Paralipomena, 2 Bde., zweite vermehrte Auflage 1862 (EA: 1851). Zweiter Band. Kapitel 12. Nachträge zur Lehre vom Leiden der Welt

Man befindet sich nur wohl, wenn man das vorstellt, was man ist; man muß in Wahrheit den Charakter haben, den man vor der Welt haben möchte; sonst ist der, welcher die Welt zu täuschen wähnt, selber der Getäuschte.

Schröder (Hg.), Lichtstrahlen aus Friedrichs des Großen Schriften, gesammelt von Emilie Schröder, 3. vermehrte Auflage 1912 (EA: 1882). Widerlegung des Fürsten von Machiavel, Kapitel 18, 1740

Es ist lächerlich, der eigenen Schlechtigkeit sich nicht entziehen zu wollen, was doch möglich, wohl aber der Schlechtigkeit anderer, was unmöglich ist.

Marc Aurel, Selbstbetrachtungen (Τὰ εἰς ἑαυτόν), entstanden vermutlich 170-180 n. Chr. 7,71. Übersetzt von Albert Wittstock, 1879

Wir müssen es einmal sagen, weil es uns schon lange auf dem Herzen liegt: Voltaire, Hume, la Mettrie, Helvetius, Rousseau, und ihre ganze Schule, haben der Moralität und der Religion lange nicht so viel geschadet, als der strenge, kranke Pascal und seine Schule.

Goethe, J. W., Theoretische Schriften. Bekehrungsgeschichte des vormaligen Grafen J. F. Struensee, von Dr. B. Münter, Kopenhagen 1722, in: Recensionen in den Frankfurter Gelehrten Anzeigen. Die Jahre 1772 und 1773

Das sichre Kennzeichen eines gesunden, starken Sinnes ist, in jeder Sache die festgesetzten Gränzen ausfindig zu machen, über die diesseits und jenseits nichts weiter recht ist. Sie werden durch eine sehr zarte Linie bezeichnet, die blos guter Verstand und Aufmerksamkeit entdecken kann, und die für gemeine Augen viel zu fein ist.

Chesterfield, Briefe an seinen Sohn (Letters written to his natural son on manners & morals), 1774. London, den 10. Jänner alten Styls, 1749

Das Humane und das Grausame sind Ergebnisse der gleichen Kultur.

Luck, Stimmen der Stille. Aphorismen, 1919

Der Charakter ist es, der in letzter Linie das Handeln des Menschen bestimmt: der Verstand geht mehr in dienender Eigenschaft nebenher und sucht den Gefühlen, welche eben zusammen das Wesen des Charakters ausmachen, Befriedigung zu verschaffen.

Internet

Egoismus ist das perspektivische Gesetz der Empfindung, nach dem das Nächste groß und schwer erscheint: während nach der Ferne zu alle Dinge an Größe und Gewicht abnehmen.

Nietzsche, Die fröhliche Wissenschaft (La gaya scienza), 1882 (ergänzt 1887)

Mancher Charakter, der anderen unverständlich ist, wird als „falsch“ angesehen, da er sich, wohl bewusst, dass er nicht das richtige Verständnis findet, seiner Umgebung sein Inneres verschließt.

Vogel, Im zeitlosen Strome. Randbemerkungen des Lebens, 1913

Ach, jetzt weiß ich es, daß wenn man Glauben und Vertrauen zu Gott verliert, man gottlos wird, und wenn man Glauben und Vertrauen zu den Menschen verliert, so wird man lieblos, und wer gottlos und lieblos ist, um den ist es finstere Nacht, und wenn er schon noch nicht in der Hölle ist, so ist doch die Hölle in ihm.

Gotthelf, Geld und Geist oder Die Versöhnung, 1843/44

Die Grenzen des Gedankenkreises sind die Grenzen für den Charakter.

Internet

Einer der feinsten Genüsse des Menschenkenners besteht darin, zu erleben, wie bei seinem Mitmenschen die ursprüngliche Empfindung in Berechnung übergeht und Berechnung zur Natur wird.

Leixner, Aus meinem Zettelkasten. Sprüche aus dem Leben für das Leben, 1896

Ich muss nach meiner Überzeugung handeln, wenn ich ein ehrlicher Mann bleiben will.

Bismarck, Reden. Im Reichstag, am 5. Mai 1881

Man muss sich oft sehr zusammennehmen, um den Leuten nicht ins Gesicht zu lachen, wenn man ihr Komödienspiel durchschaut, und doch verstehen sich manche so vorzüglich auf ihre Rolle, dass man selbst zuletzt irre wird, und keine Erklärung dafür findet, wie es möglich ist, dass diese lebenden Puppen auf die Dauer nicht selbst Ekel an ihrem Scheinleben fassen, da sie ja ihren Mitmenschen ebenfalls die Maske aufzwingen.

Vogel, Im zeitlosen Strome. Randbemerkungen des Lebens, 1913

Nichts ist für das Auge so schön wie die Wahrheit für die Seele, und nichts ist so hässlich und abstoßend für den Verstand als die Lüge.

Locke, Ein Versuch über den menschlichen Verstand (An essay concerning human understanding), 1690

Schlechtigkeit ist eine von guten Menschen erfundene Fabel, die die merkwürdige Anziehungskraft der anderen erklären soll.

Wilde, Sätze und Lehren zum Gebrauch für die Jugend (Phrases and Philosophies for the Use of the Young), 1894

Wofür ein Mensch empfänglich ist, das charakterisiert ihn, das prägt seine Natur.

Kent, Philosophische Gedanken zur Homöopathie. Aphorismen, Groma Verlag 2004. Wiedergabe mit freundlicher Genehmigung des Verlags

Man irrt sich gar sehr, wenn man aus dem, was ein Mann in Gesellschaft sagt oder auch tut, auf seinen Charakter oder Meinungen schließen will. Man spricht und handelt ja nicht immer vor Weltweisen; das Vergnügen eines Abends kann an einer Sophisterei hängen.

Lichtenberg, Sudelbuch G, 1779-1788. [G 69]

Die Manifestationen des Willens im Ich machen den Charakter aus.

Luck, Stimmen der Stille. Aphorismen, 1919