Charakter Sprüche – philosophisch
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[...] Charakter als [...] die Farbe der Ereignisse bestimmende[] Beschaffenheit des Ich [...]
Was der höhere Mensch sucht, das ist in ihm selber; was der gemeine Mensch sucht, das ist in anderen.
Der Charakter der Dinge dieser Welt, namentlich der Menschenwelt, ist nicht sowohl, wie oft gesagt worden, Unvollkommenheit, als vielmehr Verzerrung, im Moralischen, im Intellektuellen, Physischen, in allem.
Man befindet sich nur wohl, wenn man das vorstellt, was man ist; man muß in Wahrheit den Charakter haben, den man vor der Welt haben möchte; sonst ist der, welcher die Welt zu täuschen wähnt, selber der Getäuschte.
Es ist lächerlich, der eigenen Schlechtigkeit sich nicht entziehen zu wollen, was doch möglich, wohl aber der Schlechtigkeit anderer, was unmöglich ist.
Wir müssen es einmal sagen, weil es uns schon lange auf dem Herzen liegt: Voltaire, Hume, la Mettrie, Helvetius, Rousseau, und ihre ganze Schule, haben der Moralität und der Religion lange nicht so viel geschadet, als der strenge, kranke Pascal und seine Schule.
Das sichre Kennzeichen eines gesunden, starken Sinnes ist, in jeder Sache die festgesetzten Gränzen ausfindig zu machen, über die diesseits und jenseits nichts weiter recht ist. Sie werden durch eine sehr zarte Linie bezeichnet, die blos guter Verstand und Aufmerksamkeit entdecken kann, und die für gemeine Augen viel zu fein ist.
Das Humane und das Grausame sind Ergebnisse der gleichen Kultur.
Der Charakter ist es, der in letzter Linie das Handeln des Menschen bestimmt: der Verstand geht mehr in dienender Eigenschaft nebenher und sucht den Gefühlen, welche eben zusammen das Wesen des Charakters ausmachen, Befriedigung zu verschaffen.
Egoismus ist das perspektivische Gesetz der Empfindung, nach dem das Nächste groß und schwer erscheint: während nach der Ferne zu alle Dinge an Größe und Gewicht abnehmen.
Mancher Charakter, der anderen unverständlich ist, wird als „falsch“ angesehen, da er sich, wohl bewusst, dass er nicht das richtige Verständnis findet, seiner Umgebung sein Inneres verschließt.
Ach, jetzt weiß ich es, daß wenn man Glauben und Vertrauen zu Gott verliert, man gottlos wird, und wenn man Glauben und Vertrauen zu den Menschen verliert, so wird man lieblos, und wer gottlos und lieblos ist, um den ist es finstere Nacht, und wenn er schon noch nicht in der Hölle ist, so ist doch die Hölle in ihm.
Die Grenzen des Gedankenkreises sind die Grenzen für den Charakter.
Einer der feinsten Genüsse des Menschenkenners besteht darin, zu erleben, wie bei seinem Mitmenschen die ursprüngliche Empfindung in Berechnung übergeht und Berechnung zur Natur wird.
Ich muss nach meiner Überzeugung handeln, wenn ich ein ehrlicher Mann bleiben will.
Man muss sich oft sehr zusammennehmen, um den Leuten nicht ins Gesicht zu lachen, wenn man ihr Komödienspiel durchschaut, und doch verstehen sich manche so vorzüglich auf ihre Rolle, dass man selbst zuletzt irre wird, und keine Erklärung dafür findet, wie es möglich ist, dass diese lebenden Puppen auf die Dauer nicht selbst Ekel an ihrem Scheinleben fassen, da sie ja ihren Mitmenschen ebenfalls die Maske aufzwingen.
Nichts ist für das Auge so schön wie die Wahrheit für die Seele, und nichts ist so hässlich und abstoßend für den Verstand als die Lüge.
Schlechtigkeit ist eine von guten Menschen erfundene Fabel, die die merkwürdige Anziehungskraft der anderen erklären soll.
Wofür ein Mensch empfänglich ist, das charakterisiert ihn, das prägt seine Natur.
Man irrt sich gar sehr, wenn man aus dem, was ein Mann in Gesellschaft sagt oder auch tut, auf seinen Charakter oder Meinungen schließen will. Man spricht und handelt ja nicht immer vor Weltweisen; das Vergnügen eines Abends kann an einer Sophisterei hängen.
Die Manifestationen des Willens im Ich machen den Charakter aus.