Charakter Sprüche – philosophisch

93 Sprüche gefunden

Aktive Filter: Charakter philosophisch

Sage mir, wonach du in deiner Zeitung suchst, und ich sage dir, wer du bist.

Internet

Sei, der du bist, nicht mehr, nicht weniger, aber der sei!

Internet

Es gibt drei Arten des menschlichen Charakters: Der Philosoph, der Ehrgeizige und der Habsüchtige.

Internet

Je großartiger und sittlicher ein Charakter ist, desto einfacher und klarer sind auch seine Situationen, seine Beziehungen zur Welt. Umgekehrt deuten verwirrte, verdunkelte und sehr individualisierte Verhältnisse auf einen komplizierten Charakter, auf einen Egoisten, Abenteurer und Intriganten zurück.

Goltz, Typen der Gesellschaft, 2 Bde., 1860

Wir haben alle eine tigerartige Anlage, so wie wir eine himmlische haben, und wenn die tigerartige nicht geweckt wird, so meinen wir, sie sei gar nicht da!

Internet

[...] die eigenste Natur Verleugnet straflos keiner.

Geibel, Echtes Gold wird klar im Feuer. Ein Sprichwort, 1882. Helene

Nicht in Montaigne, sondern in mir selber finde ich alles, was ich bei ihm sehe.

Internet

Ich habe mich wohl schon tausendmal über diese Fähigkeit des Menschen gewundert, das höchste Ideal neben der niedrigsten Gemeinheit in seiner Seele hegen zu können, und beides mit vollkommener Aufrichtigkeit.

Dostojewski, Die Brüder Karamasow, 1878-80

Charakter ist Verwirklichung derIdee, der inneren Form, deseinmaligenSo-Seins jedes Einzelwesens.

Spengler, Urfragen. Fragmente aus dem Nachlaß, unter Mitwirkung von Manfred Schröter hg. von Anton Mirko Koktanek, C. H. Beck 1965

Wo meine Redlichkeit aufhört, bin ich blind und will auch blind sein.

Nietzsche, Also sprach Zarathustra. Ein Buch für Alle und Keinen, 1883-1885 (1. vollständige Ausgabe aller Teile 1892). Vierter und letzter Teil, 1885. Der Blutegel

Jeder, der ein anständiger Mensch zu scheinen strebt, bekennt unbewußt, daß er es sein müßte.

Leixner, Der Weg zum Selbst, 1905

Charakterschwäche und geistige Leere, mit einem Wort alles, was uns hindert, mit uns selbst allein zu sein, bewahrt viele Menschen vor dem Menschenhaß.

Internet

Mein Verstand und mein Charakter liegen beständig im Kriege miteinander, und bei ihren fortwährenden Zusammenstößen habe ich stets gefunden, daß ich nicht Verstand genug für meinen Charakter und nicht Charakter genug für meinen Verstand besaß.

Casanova, Die Erinnerungen des Giacomo Casanova (Histoire de ma vie, 1793-98), übersetzt von Heinrich Conrad, 6 Bde., 1911. 1. Band, Vorrede

Für menschliche Güte und menschliche Schlechtigkeit gibt es keine bestimmenden Grenzen. Spricht man von Gottinnigkeit, sollte man auch von Teufelsinnigkeit sprechen können. Es gibt beides.

Leixner, Aus meinem Zettelkasten. Sprüche aus dem Leben für das Leben, 1896

Wir können uns keine Neigungen und keine Talente geben; wie sollten wir uns Charaktereigenschaften geben können?

Internet

Sei du! Sei gar nichts anderes, nichts Hohes, nichts Tiefes, nichts Glänzendes und nichts Scheinendes, sei nur du selbst!

Merian (Hg.), Trotzdem. 366 deutsche Gedanken und Gedichte, Gerhard Merian, Stuttgart-Degerloch, um 1926

Charakter kann man nicht logisch erklären, nicht empirisch erzeugen, nicht geistig errechnen.

Langbehn, Der Geist des Ganzen, posthum hg. von B. M. Nissen 1930

Dieses ist die Summe aller wahren Rechtschaffenheit: – begegne andern, wie du möchtest, daß dir selbst begegnet würde, Tue deinem Nachbar nichts, was du nicht möchtest, daß er dir tue. Im Erfreuen, im Kränken, im Wohltun oder Schaden, im Gewähren oder Versagen dient es dem Menschen zur genauen Richtschnur seines Handelns, wenn er auf seinen Nächsten sieht wie auf sich selbst.

Hertz (Hg.), Worte der Weisen aus allen Völkern und Zeiten, 1886. XIII, 5571

Doch diese Verderbtheit war ja nicht ohne Nutzen. Alle meine sittlichen Forderungen sind aus ihr erwachsen.

Tolstoi, Tagebücher. 1894

Zunächst fallen uns zwei Gattungen von Menschen ein, gegen die wir uns verwahren möchten, wenn wir es könnten. Zuvörderst solche, welche, so wie sie selbst mit ihren Gedanken niemals über die neueste Zeitung hinauskommen, annehmen, dass dies auch kein anderer könne. […] Sodann gibt es solche, die vor keinem Dinge Scheu haben, wohl aber vor den Worten zu den Dingen, und vor diesen eine unmäßige. Du magst sie unter die Füße treten und alle Welt mag zusehen; dabei ist für sie weder Schande noch Übel: wenn aber darauf ein Gespräch erhoben würde vom Treten mit Füßen, so wäre dies ein unleidliches Ärgernis, und nun erst höbe das Übel an.

Fichte, Reden an die deutsche Nation, 1808. Aus einer Abhandlung über Macchiavelli als Schriftsteller, und Stellen aus seinen Schriften. 1. Aus dem Beschlusse jener Abhandlung

Wie entstehen und ändern sich Gesinnungen? Erlebnis wirkt auf Geist und wandelt ihn. Verschieden aber wird von gleichem Erlebnis verschiedener Geist bestimmt, und diese Verschiedenheit heißt Charakter.

Rathenau, An Deutschlands Jugend, 1918. Originaltext