Charakter Sprüche – sinn
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Man prüfe alle Lächerlichkeiten, und man wird fast keine finden, die nicht auf eine törichte Eitelkeit zurückginge oder auf eine Leidenschaft, die uns blind macht für unsere Grenzen; lächerlich erscheint der Mensch, der seinen Charakter und seine Kräfte überschreitet.
Charakter ist der Inbegriff des bewußten und unbewußten Willens.
Wie der Mensch das Pfuschen so liebt! Fast glaub ich dem Mythus, Der mir erzählet, ich sei selbst ein verpfuschtes Geschöpf.
Ist nicht jede Übung der Denkkraft, jede feine Schärfe des Geistes eine kleine Stufe zu seiner Vollkommenheit, und jede Vollkommenheit mußte Dasein erlangen in der vollständigen Welt.
Wie kann der Charakter, die Eigentümlichkeit des Menschen, mit der Lebensart bestehen?
Das Herumdoktern an sich hat keinen Zweck. Man gehe gerade und einfach seinen Weg. Ich halte mich für gut von Natur, und sollte ich dann und wann etwas Schlechtes tun, so ist das auch natürlich.
Der Edle strebt beim Essen nicht nach Sattsein und in der Wohnung nicht nach Prunk.
Alle Zufälle unsers Lebens sind Materialien, aus denen wir machen können, was wir wollen. Wer viel Geist hat, macht viel aus seinem Leben.
Aber das Allerschönste, was diesem Leben den höchsten Wert gibt, ist doch, wenn die Kraft des Menschen größer ist, als alles was auf sie eindringt. Ich lobe mir einen Mann, der sich Leidenschaften und ein ernstes Schicksal nicht über den Kopf wachsen läßt, der selbst, wenn er Unrecht getan hat, sich immer wieder herauszureißen weiß.
Wir sind hier, um zu werden, nicht, um zu sein.
Die Menschheit bietet in ihrem großen Ganzen ein Gemenge von niedrigen, selbstsüchtigen, dem Tiere bloß darin überlegenen Wesen dar, daß ihr Egoismus überdachter ist.
Die Menschenseele ist ein kleiner fliegender Samenstaub, der einen guten Boden sucht, um auch Charakter zu werden.
War ein Schweinehund etwa kein Schweinehund mehr, nachdem er sich geschlagen hatte? Was hatte ein anständiger Mensch, der beleidigt worden war, davon, wenn er sein Leben gegen einen Halunken auf's Spiel setzt?
Und auf Charakter, dünkt mich, komme es bei unsrer Existenz am meisten an, nicht auf vermehrte Kenntnisse und Wissenschaften.
Das Leben eines Menschen ist sein Charakter.
In der Herrlichkeit der ewig sich neugebärenden, alllebendigen Natur, da lerne der Unselige den Balsam finden und bereiten, der allen Kreaturen gegönnt und gegeben ist; in dem ungeheuren Zusammenspiel menschlicher Charaktere und Geschicke, da lerne er das Maß finden, zu welchem er selber geboren ist; und wenn er dieses einmal erkannt hat, so strebe er nach nichts Weiterem als: Er selbst zu sein und zu bleiben – rein und wahrhaftig, wie ein unverfälscht ausgesprochenes Wort Gottes.
Der Charakter der Menschheit ist Vernunft, modifiziert durch Sinnlichkeit.
Ein- und dieselbe Daseinsstufe gibt nur einen Augenblick vollkommenen Glückes; aber die Wesensart des leidenschaftlichen Menschen wechselt zehnmal am Tage.
Es gibt problematische Naturen, die keiner Lage gewachsen sind, in der sie sich befinden, und denen keine genugtut. Daraus entsteht der ungeheure Widerstreit, der das Leben ohne Genuß verzehrt.
Was der höhere Mensch sucht, das ist in ihm selber; was der gemeine Mensch sucht, das ist in anderen.
Also will es die Art edler Seelen: sie wollen nichts umsonst haben, am wenigsten das Leben. Wer vom Pöbel ist, der will umsonst leben.