Charakter Sprüche – sinn

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Es gibt nur eines, sich zu bewahren in den Fluten des menschlichen Getriebes, nur eines: sich bewähren.

Kühnel (Hg.), Zitaten-Handbuch. Worte und Weisheit aus vier Jahrtausenden, hg. von Joseph Kühnel, 1937

Mit dem Werte des Menschen ist es wie mit den Diamanten, die bei einer gewissen Größe, Reinheit und Vollkommenheit ihren festen und bestimmten Preis haben, darüber hinaus aber unschätzbar sind und keine Käufer finden.

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In jedem Charakter ruht ein Verhängnis, in jedem Talent die Entwicklung seines eigenen Könnens. Ich kann nicht über mich. – Das ist die große Mechanik Gottes in der Menschenwelt.

Brachvogel, Friedemann Bach. Roman, 1858

Ist sonach der Charakter der ersten Lebenshälfte unbefriedigte Sehnsucht nach Glück, so ist der der zweiten Besorgnis vor Unglück. Denn mit ihr ist, mehr oder weniger deutlich, die Erkenntnis eingetreten, daß alles Glück chimärisch, hingegen das Leiden real sei.

Schopenhauer, Parerga und Paralipomena, 2 Bde., zweite vermehrte Auflage 1862 (EA: 1851). Erster Band. Aphorismen zur Lebensweisheit. Kapitel 6: Vom Unterschiede der Lebensalter

Der Charakter ist die Quelle des Lebens, aus der die einzelnen Handlungen fließen.

Stobaios, Eclogae und Florilegium (antike Sammlung von Exzerpten und Lehrmeinungen)

Glücklich ist derjenige, welcher sein Dasein seinem besonderen Charakter, Wollen und Willkür angemessen hat und so in seinem Dasein sich selbst genießt.

Hegel, Vorlesungen über die Philosophie der Geschichte, 1837 (posthum). Einleitung

Der Charakter ist es, der in letzter Linie das Handeln des Menschen bestimmt: der Verstand geht mehr in dienender Eigenschaft nebenher und sucht den Gefühlen, welche eben zusammen das Wesen des Charakters ausmachen, Befriedigung zu verschaffen.

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Einem, den das Leben mit Tücken verfolgen mußte, weil es ihm nicht gewachsen war, machten sie einen Vorwurf aus ihrer Gemeinheit.

Kraus, Pro domo et mundo, 1912. II. Von der Gesellschaft

Das Wesen eines Menschen läßt sich durch drei schlagkräftige Anekdoten aus seinem Leben vielleicht mit gleicher Bestimmtheit berechnen, wie der Flächeninhalt eines Dreiecks aus dem Verhältnis dreier fixer Punkte zueinander, deren Verbindungslinien das Dreieck bilden.

Schnitzler, Buch der Sprüche und Bedenken. Aphorismen und Fragmente, 1927

Verstand ist ein zweischneidig Schwert Aus hartem Stahl mit blankem Schliff. Charakter ist daran der Griff, Und ohne Griff ist's ohne Wert.

Bodenstedt, Die Lieder des Mirza-Schaffy, 1851

Der wahre Charakter eines Mannes ist an seinen Vergnügungen zu erkennen.

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Ein arglos weiser Sinn ist höchste Gottesgabe.

Aischylos, Agamemnon (Erster Teil der Orestie), 458 v. Chr

Ein Mensch, der überhaupt nicht übereinstimmend, d.h. nicht nach Grundsätzen handelt, weder nach guten, noch nach bösen, ist charakterlos, ein schwankendes Rohr, das der Wind des Zufalls hin und her bewegt.

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Wenn das Streben des Menschen sich so konzentriert hat, daß es mit Beharrlichkeit auf einen Zweck gerichtet ist, so sagt man, er besitze Charakter.

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Alle Bestrebungen sind umsonst, sich etwas zu geben, was nicht in uns liegt – und darüber verscherzt man den Genuß dessen, was man wirklich besitzt.

Schiller, F., Briefe. An Christian Gottfried Körner, 20. August 1788

Solange du noch lebst, solange du noch kannst, sei ein rechtschaffener Mensch.

Marc Aurel, Selbstbetrachtungen (Τὰ εἰς ἑαυτόν), entstanden vermutlich 170-180 n. Chr. 4,17. Übersetzt von Albert Wittstock, 1879

Der Mensch lebt durch Geradheit. Ohne sie lebt er nur von glücklichen Umständen und rechtzeitigem Ausweichen.

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Das Leben bildet den Charakter, die Schule gibt nur das Wissen, und weil man die Schule vergöttert, leidet man jetzt an dem schweren Übel, daß man wohl allerlei Wissen hat, aber schrecklichen Mangel an Charakter.

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Der edle Mann lebt nie vergebens.

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In der Einheit des Charakters besteht die Vollkommenheit des Menschen.

Erdmann (Hg.), Reflexionen Kants zur Anthropologie. Aus Kants handschriftlichen Aufzeichnungen (= Reflexionen Kants zur kritischen Philosophie, Band 1), hg. von Benno Erdmann, 1882

Der Charakter ist für den Menschen viel entscheidender als Reichtum des Geistes.

Burckhardt, J., Briefe. An Albert Brenner, 21. Februar 1856