Dankbarkeit Sprüche – nachdenklich

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Die eigentliche Anspruchlosigkeit ist nichts anderes als der demütige, kindliche Sinn, dem, wie Christus selbst sagt, das Himmelreich gehört, der keiner Verdienste sich bewußt ist, aber ein inniges Danken hat für jede Gabe, jedes Zeichen der Liebe, nichts sehnlicher wünscht, an nichts größere Freude hat, als lieb zu sein Gott und Menschen, Gott und Menschen es recht zu machen.

Gotthelf, Barthli der Korber. Erzählung, 1852

Die Belohnung Was belohnet den Meister? Der zart antwortende Nachklang Und der reine Reflex aus der begegnenden Brust.

Schiller, F., Gedichte. Tabulae Votivae, Erstdruck in: Musenalmanach für das Jahr 1797

Wen die Dankbarkeit geniert, Der ist übel dran; Denke, wer dich erst geführt, Wer für dich getan!

Goethe, J. W., Gedichte. Nachlese. Zahme Xenien, Kap. 7, Widmung

Begegnet uns jemand, der uns Dank schuldig ist, gleich fällt es uns ein. Wie oft können wir jemand begegnen, dem wir Dank schuldig sind, ohne daran zu denken!

Goethe, Maximen und Reflexionen. Aphorismen und Aufzeichnungen. Nach den Handschriften des Goethe- und Schiller-Archivs hg. von Max Hecker, 1907. Aus den Wahlverwandtschaften, 1809, Aus Ottiliens Tagebuche

Leider läßt sich eine wahrhafte Dankbarkeit mit Worten nicht ausdrücken, und ebensowenig darf sie an eine unmittelbare Wiedervergeltung denken.

Goethe, J. W., Briefe. An Adelheid Amalia Fürstin von Gallitzin, 6. Februar 1797

In jede hohe Freude mischt sich eine Empfindung der Dankbarkeit.

Ebner-Eschenbach, Aphorismen, 1880

Das Undankbarste, weil Unklügste, was es gibt, ist Dank erwarten oder verlangen.

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Dank ist keine Erniedrigung, sondern ein Zeichen hellen Verstandes, welcher die Verhältnisse erkennt, und ein Zeichen eines guten Gemütes, welches der Liebe fähig ist. Denn wer nicht danken kann, kann auch nicht lieben.

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Wer nicht danken kann, kann auch nicht lieben.

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Danken kostet nichts und gefällt Gott und Menschen wohl.

Simrock (Hg.), Die deutschen Sprichwörter (= Die deutschen Volksbücher, Bd. 5), 1846

Wer Reis isst, vergesse nicht den Sämann.

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Dankbarkeit ist ein ausgeprägter Sinn für Gefälligkeiten, die noch ausstehen.

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Gottesdienst Sieh! keinen Tropfen Wasser schluckt das Huhn, Ohn' einen Blick zum Himmel aufzutun; Und ohne vor anbetend sich zum Staube Geneigt zu haben, pickt kein Korn die Taube. Was sie bewußtlos tun, tu du's bewußt; Daß du vor ihnen dich nicht schämen mußt.

Rückert, Gedichte. Erbauliches und Beschauliches aus dem Morgenlande, 2 Bde., 1836-39

Wenn du Wasser trinkst, denk an die Quelle!

Wyss-Vögtlin (Übers.), 700 chinesische Sprichwörter, 1965 (EA: 1942)

Wer dir einen Tropfen Wasser schenkt, den lohne mit einem nie versiegenden Born.

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Beim Ankleiden denke an die Mühe der Weberin, beim Essen an die Not der Bauern.

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Dankbarkeit ist eine Pflicht, die erfüllt werden sollte, die aber zu erwarten keiner das Recht hat.

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Denke nicht an den notwendigen Besitz der dir fehlenden Güter, vielmehr an das, was jetzt noch für dich da ist, und wähle dir unter den vorhandenen Gütern die schätzbarsten aus und erinnere dich, welche Anstrengungen du ihrethalben machen würdest, um sie zu erlangen, wenn sie dir fehlten.

Marc Aurel, Selbstbetrachtungen (Τὰ εἰς ἑαυτόν), entstanden vermutlich 170-180 n. Chr. 7,27. Übersetzt von Albert Wittstock, 1879

Abraham aber sprach: Gedenke, Sohn, dass du dein Gutes empfangen hast in deinem Leben, Lazarus dagegen hat Böses empfangen; nun wird er hier getröstet und du wirst gepeinigt.

Neues Testament. Das Evangelium nach Lukas (#Lk 16,25)

Die Menschen fühlen es als eine so schwere Last, für empfangene Wohltaten dankbar zu sein, daß sie, um eine solche Verpflichtung von sich abzuwälzen, die Behauptung aufgestellt haben: Wohltun trägt Zinsen!

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Seid in ihm verwurzelt und gegründet und fest im Glauben, wie ihr gelehrt worden seid, und seid reichlich dankbar.

Neues Testament. Der Brief des Paulus an die Kolosser (#Kol 2,7)