Ehe Sprüche

Sprüche über Ehe

1017 Sprüche in dieser Kategorie

Ich habe von jeher den Ehebruch verabscheut, nicht aber um einer rechthaberischen Moral willen, aus Prüderie und Sittsamkeit, nicht so sehr, weil er Diebstahl im Dunkeln bedeutet, Besitznahme fremden Leibs, sondern weil fast jede Frau in solchen Augenblicken das Heimlichste ihres Gatten verrät – jede eine Delila, die dem Hintergangenen sein menschlichstes Geheimnis wegstiehlt und einem Fremden hinwirft. […]

Zweig, Verwirrung der Gefühle. Drei Novellen (Vierundzwanzig Stunden aus dem Leben einer Frau, Untergang eines Herzens, Verwirrung der Gefühle), 1927. Verwirrung der Gefühle

Eine Ehe ohne Liebe ist die wahre Hölle auf Erden.

Tieck, Der gestiefelte Kater. Ein Kindermärchen in drei Akten, mit Zwischenspielen, einem Prologe und Epiloge, 1797

Der wahre Prüfstein des Lebens ist erst das Zusammenleben.

Musil, Der Mann ohne Eigenschaften, 3 Bde., 1930-43. Aus dem Nachlaß

Die Pflicht einer vernünftigen Frau ist, die Fehler ihres Gemahls allen anderen zu verhehlen, ihm aber alles offenherzig zu entdecken, und ihn zu bessern zu suchen.

Cronegk, Der Mißtrauische. Ein Lustspiel in fünf Aufzügen, 1760 (posthum). Dritter Aufzug, zweiter Auftritt. Climene

Ich muß immer etwas trübe lächeln, wenn ich mit solcher ethischen Inbrunst die Liebe als des Ehebundes einzig würdiges Motiv preisen höre. Und es bedarf doch nur einer geringen Lebenserfahrung, um zu erkennen, daß diese Liebe zwischen Jüngling und Jungfrau fast immer dem Naturtrieb im Bunde mit dem Zufall ihr Dasein verdankt.

Dohm, Die Antifeministen. Ein Buch der Verteidigung, 1902

Zu einer Silberhochzeit Das war ein wüstes Streiten Und Ringen Mann und Weib – Ein Fassen und Entgleiten, Verödend Seel und Leib. Die Seele war längst gestorben, Der Leib nur fordert sein Recht – Entartet und erdorben Das kommende Geschlecht.

Skorra, Wovon mein Herz sich freigesungen, 1905

Ehe Eine glückliche Ehe vergleich ich dem Pendel der Uhren, Der aus verschiednem Metall schon im Verhältniß gefügt, Wenn es im Innern auch spannt im ewigen Wechsel der Wärme, Nimmer von außen es zeigt, nimmer verwirret die Uhr; Blinkend erscheint er im Anfang und rostig gedunkelt im Alter, Doch sein Innres vereint gleiche Vertraulichkeit stets.

Arnim, Armut, Reichtum, Schuld und Buße der Gräfin Dolores, 1810. Originaltext

Verheiratet sein! nach alter Denkgewohnheit heißt's: Zwei sollen eins sein! Seltsamste, wundergläubigste Vorstellung! Barer Unsinn wär's in der Mathematik, und ist's auch sonst.

Dohm, Christa Ruland, 1902

Willst du gut verheiratet sein, heirate deinesgleichen.

Internet

Die wildesten Tiere. Nicht also kürren und schorren die Ratzen, Nicht also schreien und gmauzen die Katzen, Nicht also pfeifen und zischen die Schlangen, Nicht also rauschen und prasseln die Flammen, Nicht also schleppern und kleppern die Rätschen, Nicht also plurrn und schnurrn die Prätschen, Nicht also wüten und heulen die Hund', Nicht also brüllet der Löwen ihr Schlund, Nicht also hauset und brauset das Meer, Nicht also stürmet ein krieg'risches Heer, Nicht also reißet und tobet der wind, Nicht also jammert ein schreiendes Kind: Wie zwei wankende, zankende, reißende, beißende, weinende, greinende, mockende, bockende, trutzige, schmutzige Eheleut'.

Abraham a Sancta Clara, Abrahamische Lauberhütt, 3 Bde., 1721-23 (posthum). Originaltext

Haus und Habe vererben die Eltern; aber eine verständige Ehefrau kommt vom Herrn.

Altes Testament. Die Sprüche Salomos (#Spr 19,14)

Dann und wann gehört es unter die unerkannten Segen der Ehe, wenn sie nicht gesegnet ist.

Lessing, Selbstbetrachtungen und Einfälle, entstanden zwischen 1770 und 1781, Erstdruck in: Nebenstunden, Breslau 1799

Gatte der jungen Frau, Hast du es auch bedacht, Als um dich liebelau Rauschte die erste Nacht, Als du sie glühend an dich drücktest, Daß du vielleicht ihre Seele ersticktest? Daß vielleicht, was in ihr schlief, Nach einem Andern angstvoll rief, Um dens ihr unbezwinglich bangte, Nach dem ihr ganzes Sein verlangte? Daß dein Umfangen vielleicht ein Zerbrechen, Daß dein Recht vielleicht ein Verbrechen? ...

Hofmannsthal, H., Gedichte. Frühe Verse. Aus: Sünde des Lebens, 1891. Originaltext

Die Ehe verjüngt den Menschen und altert ihn. Sie verjüngt ihn durch das Glück, das sie ihm bringt und altert ihn durch die Erfüllung seiner Hoffnungen, indem sie ihm die spannende Ungewissheit nimmt, es noch vor sich unentdeckt in der Welt zu glauben.

Pauly, Aphorismen, 1905

Manche Ehen erinnern unwillkürlich an das ungleiche Gespann eines Pferdes mit einem Rind.

Waldersee, Späne aus stiller Werkstatt. Aphorismen, 1908

Für geistig feine Menschen, – den Charakter, für geistig arme, – das Fleisch.

Weber-Brauns, Satiren, Aphorismen und Nachdenkliches, 1919

Eine Ehe ohne Streit findet man seltener als einen Diamanten ohne Kohle.

Weber-Brauns, Satiren, Aphorismen und Nachdenkliches, 1919

Keine Angel hält fester als die der Ehe.

Weber-Brauns, Satiren, Aphorismen und Nachdenkliches, 1919

Keine gemeinsame Hoffnung mehr haben heißt, sich trennen müssen.

Ossenbach, Jenseits der Einsamkeit, 1927

Zu den vielen falsch verstandenen Verhältnissen der Menschen untereinander gehört in erster Linie die Ehe.

Lüttwitz, Wo ist das Glück? Aphorismen, 1911

Manch ein Ehepaar ist wie die Kiefer einer Kneifzange: immer gegeneinander, aber untrennbar verbunden.

Ernst, Sankt Yoricks Glockenspiel, 1914