Ehe Sprüche – glück

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Die Frau Ein reiches Weib schafft dir Bequemlichkeit; Ein kluges Weib vertreibt die lange Zeit, Ein Weib von hohem Rang und vielen Ahnen Kann uns den Weg zum Ehrentempel bahnen; Die Vorteil', ich gesteh's, sind Vorteil' in der Tat, Doch lange nicht so groß, als wenn man keines hat.

Haug/Weisser (Hg.), Epigrammatische Anthologie, 10 Bde., 1807-1810

Wie mans macht … a) Trost für den Ehemann Und wenn sie dich so recht gelangweilt hat, dann wandern die Gedanken in die Stadt . . . Du stellst dir vor, wie eine dir, und wie du ihr, das denkst du dir … Aber so schön ist es ja gar nicht! Mensch, in den Bars, da gähnt die Langeweile. Die Margot, die bezog von Rudolf Keile. Was flüstert nachher deine Bajadere? Sie quatscht von einer Filmkarriere, und von dem Lunapark und Feuerwerk, und daß sie Reinhardt kennt und Pallenberg … Und eine Frau mit Seele? Merk dies wichtige: die klebt ja noch viel fester als die richtige. Du träumst von Orgien und von Liebesfesten. Ach, Mensch, und immer diese selben Gesten, derselbe Zimt, dieselben Schweinerein – was kann denn da schon auf die Dauer sein! Und hinterher, dann trittst du an mit einem positiven Wassermann, so schön ist das ja gar nicht. Sei klug. Verfluch nicht deine Frau, nicht deine Klause. Bleib wo du bist. Bleib ruhig zu Hause. b) Trost für den Junggesellen Du hast es satt. Wer will, der kann. Du gehst jetzt häufiger zu Höhnemann. Der hat mit Gott zwei Nichten. Zart wie Rehe. Da gehst du ran. Du lauerst auf die Ehe. Bild dir nichts ein. Du schüttelst mit dem Kopf? Ach, alle Tage Huhn im Topf und Gans im Bett – man kriegt es satt, man kennt den kleinen Fleck am linken Schulterblatt … So schön ist es ja gar nicht! Sie zählt die Laken. Sagt, wann man großreinemachen soll. Du weißt es alles, und du hast die Nase voll. Erst warst du auf die Heirat wie versessen; daß deine Frau auch Frau ist, hast du bald vergessen. Sei klug. Verfluch nicht deine Freiheit, deine Klause. Bleib wo du bist. Bleib ruhig zu Hause. c) Moral Lebst du mit ihr gemeinsam – dann fühlst du dich recht einsam. Bist du aber alleine – dann frieren dir die Beine. Lebst du zu zweit? Lebst du allein? Der Mittelweg wird wohl das richtige sein.

Tucholsky, Werke 1907-1935. In: Die Weltbühne, 15.03.1932, Nr. 11 (Theoald Tiger)