Ehe Sprüche – hochzeit
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Manche Frauen haben ihr ganzes Leben hindurch eine doppelte Bindung aufrechtzuerhalten, die gleich schwer zu lösen und zu verschleiern ist; bei der einen fehlt nur der Vertrag, bei der anderen das Herz.
Eine von den Haupt-Konvenienzen der Ehe ist die, einen Besuch, den man nicht ausstehen kann, zu seiner Frau zu weisen.
Es ist manchmal für den Ehegatten angenehm, eine eifersüchtige Frau zu haben, stets hört er von Dingen sprechen, die er liebt.
Manche Ehepaare gehen nur auseinander, weil die Frau auseinanderging.
Klopfe deinen Pelz aus mit Hitze, dein Weib aber mit Sanftmut.
Der Mann macht das Werk. Aber die Frau macht den Mann.
In der Ehe pflegt gewöhnlich einer der Dumme zu sein. Nur wenn zwei Dumme heiraten – das kann mitunter gut gehen.
Wißt ihr, wie ihr eine Stunde vor eurem Erwachen aussaht, oder während der ersten Stunde eures Schlafes, als ihr weder Mensch noch Tier waret und unter der Herrschaft der Träume standet, die durch das hörnerne Tor kommen? Das ist ein Geheimnis zwischen eurer Frau und euch!
Die Ehe beginnt mit einem Prinzen, der einen Engel küßt, und sie endet mit einem glatzköpfigen Mann, der über den Tisch schweigend auf eine fette Frau blickt.
Das eheliche Schlafzimmer ist das Zusammenleben von Roheit und Martyrium.
Das größte Glück der Ehe hängt von so vielen Übereinstimmungen ab, daß es eine Torheit wäre, wenn man sie alle zusammenbringen wollte. Man muß sich zunächst der wichtigsten versichern.
Man soll sich beim Eingehen einer Ehe die Frage vorlegen: Glaubst du, dich mit dieser Frau bis in’s Alter hinein gut zu unterhalten? Alles andere in der Ehe ist transitorisch, aber die meiste Zeit des Verkehrs gehört dem Gespräche an.
Ehen, aus leidenschaftlicher, blinder Liebe geschlossen, geraten selten.
Man fühlt in der Ehe doppelt das Unverstandensein, weil das ganze frühere Leben darauf hinausging, ein Wesen zu finden, das versteht. Und ist es vielleicht nicht doch besser ohne Illusion? Aug' in Auge einer großen einsamen Wahrheit? - Dies schreibe ich in mein Küchenhaushaltebuch am Ostersonntag 1902, sitze in meiner Küche und koche Kalbsbraten.
Die Ehe ist der Anfang und der Gipfel aller Kultur.
Wenn ihr die Ehe geschlossen habt, dann dürft ihr nicht zurück, wenn es auch schlimm ausgeht. Betet nur, es ist sehr vonnöten.
Adam predigte die eheliche Treue.
Es war eine gemischte Ehe, halb Frau, halb Mann!
Das Hospital Elmire war zur Witwe worden Und nahm sich vor, nicht mehr zu frein. Allein sie war noch jung; was macht man ganz allein? Ich dächte doch, sie könnte wieder frein; Der Witwenstand ist ein betrübter Orden! Elmire sah's und schritt zur zweiten Wahl; Allein sie war das erstemal Nicht gar zu wohl verwahret worden. Denn leider sind die Zeiten so betrübt, Daß es viel böse Männer gibt. Elmire tat daher ein feierlich Gelübd', Indem sie sich zur zweiten Ehe schickte: Sie wollte, wenn es ihr mit ihrem Manne glückte, Ein Hospital für fromme Männer baun; Denn sie war reich. Und kurz, sie ließ sich wieder traun. O welche Lust erfolgt oft nach dem Leide! Das war ein Mann, ein allerliebster Mann! Fromm wie ein Kind, gefällig wie die Freude, Und der auf nichts, als ihr Vergnügen sann. Wie hätte sie sich ihn denn besser wünschen mögen? Sie ließ geschwind den Grund zum Hospitale legen. - Vier Wochen strichen hin. Nun war der Grund gelegt, Und bald wird man das erste Stockwerk sehen: Doch nein, Elmire kömmt, und heißt, vom Zorn bewegt, Die Maurer auseinandergehen. Wie? Sollt' es nicht mehr gut in ihrer Ehe stehen? Das kann nicht möglich sein, sie sind ja kaum getraut! Nun kurz und gut, es ward nicht fortgebaut; Und ungefähr nach einem halben Jahre Lag dieser Mann auch auf der Bahre. Der liebe Mann! Die Frau schwört Stein und Bein, Ihr Leben lang nicht mehr zu frein; Und doch war sie nach zweiundfünfzig Wochen - Der Bau muß ja vollendet sein! - Bereits das dritte Mal versprochen. Oh, das war erst ein würdiger Gemahl! Verständig, zärtlich und verbindlich, Nicht eigensinnig, nicht empfindlich; Er bat da nur, wo jener wild befahl; Die Blicke seiner Frau erfüllt er als Befehle - Kurz, beide waren recht ein Herz und eine Seele. Die gute Frau! Ich gönn ihr diesen Mann. Allein sie wollte doch nicht trauen. Sie fing nicht gleich wie eh'mals an zu bauen. Ich lobe sie darum, und hätt es selbst getan. Der Henker mag den Männern trauen, Wenn man so leicht zweimal sich irren kann. Sie fand nunmehr nach einem halben Jahre Den Gatten noch so liebenswert Als an dem Tag, da er, gefragt vor dem Altare, Ihr durch ein seufzend Ja sein zärtlich Herz erklärt. Der Bau wird fortgesetzt. Ich seh' Elmiren kommen. Wie freundlich sieht sie diesmal aus! »Ach Meister, fördert doch das Haus! Warum habt Ihr's denn angenommen? Ich geb' Euch ja das Geld voraus; Laßt doch noch mehr Gesellen kommen!« Ei, das geht gut! Ich kann mich nicht genug erfreun; Das muß ein rechter Ehmann sein! Die Mäurer fördern sich, und binnen vierzehn Tagen Sieht man das erste Stockwerk stehn; Und nun läßt sich Elmire wieder sehn. Man sieht's ihr an, sie hat etwas zu sagen; Vielleicht sah sie die Mäurer müßig stehn? Denn leider pflegt's so herzugehn. Vielleicht hat man am Bau etwas versehn? Das sollte mich doch selbst verdrießen. Jetzt öffnet sie den Mund; nun wird sich's zeigen müssen. »Ach«, fängt sie heftig an zu schrein, »Hört auf, und reißt den Plunder ein! Ich lasse keinen Stein mehr tragen; Wofür verbaut' ich denn mein Geld? Für Männer, die die Weiber plagen? Denn and're gibts nicht auf der Welt.« Die böse Frau! Man sollte sie verklagen.
Ehe ist ein verkehrtes Fieber, das mit Hitze anfängt und mit Kälte aufhört, meint der Arzt.
Sollten wir in dieser Zeit der Schlankheitsdiäten nicht noch die Worte "durch dick und dünn" in das Ehegelübde aufnehmen?