Ehe Sprüche – hochzeit

937 Sprüche gefunden

Aktive Filter: Ehe hochzeit

Was ist der Nagel jeder Ehe? Zu langes Zusammensein und zu große Nähe.

Tucholsky, Werke 1907-1935. Aus: Ehekrach, in: Berliner Illustrirte Zeitung, 19.02.1928, Nr. 8 (Theobald Tiger), wieder in: Das Lächeln der Mona Lisa, 1928

Was ein Eheweib betrifft, dieses interessanteste Exemplar im ganzen Stammbaum der Wirbeltiere, so weiß allein die Vorsehung, ob ich je eins angeln werde, und falls ja, ob ich imstande sein werde, es zu ernähren.

Aus seinen Notizen

Ehespruch Jeder Mensch ist eine Melodie. Lieben heißt: sie innehaben. Ich bin für dich, du bist für mich ein Lied. Geschlossenen Auges sing ich dich, In meiner Seele mich an dir zu laben. Doch wehe, wenn wir uns vergessen, Fehlt Ton um Ton des Lieds, umsonst gesucht, Dann ist die Liebe ohne Zucht, Ein Zwang, der ichbesessen Zwei Einsamkeiten ineinanderflucht.

Werfel, F., Gedichte. In: Das lyrische Werk, S. Fischer 1967

Das Band, welches Verlobte sowohl wie Eheleute bindet, ist oft die Furcht vor Skandal.

Rée, Psychologische Beobachtungen, 1875

Hätten wir in den fünf Jahren, die wir jetzt miteinander verheiratet sind, nicht manchmal vergessen, daß wir ineinander verliebt sind – wir wären es wohl gar nicht mehr.

Schnitzler, Reigen, 1903. 5. Die junge Frau und der Ehemann

Ehe Zwei Ringe in eins gekettet – Werden sie klirren, werden sie klingen? Zwei Menschen, so dicht gebettet – Ihre Seelen, werden sie singen oder zerspringen? Ob aus dem Schauer der Hochzeitsnacht, Ob aus dem Grauen ersten Erlebens, Das ihre Myrte zum Welken gebracht, Einst jauchzend ein Tag, eine Zukunft erwacht? In ihres Kindes nachtblauen Augen werden sie's schauen.

Skorra, Wovon mein Herz sich freigesungen, 1905

Die Seele der Ehe ist die Gleichheit der Gemüter.

Gellert, Die Betschwester, 1745

Ich habe von jeher den Ehebruch verabscheut, nicht aber um einer rechthaberischen Moral willen, aus Prüderie und Sittsamkeit, nicht so sehr, weil er Diebstahl im Dunkeln bedeutet, Besitznahme fremden Leibs, sondern weil fast jede Frau in solchen Augenblicken das Heimlichste ihres Gatten verrät – jede eine Delila, die dem Hintergangenen sein menschlichstes Geheimnis wegstiehlt und einem Fremden hinwirft. […]

Zweig, Verwirrung der Gefühle. Drei Novellen (Vierundzwanzig Stunden aus dem Leben einer Frau, Untergang eines Herzens, Verwirrung der Gefühle), 1927. Verwirrung der Gefühle

Eine Ehe ohne Liebe ist die wahre Hölle auf Erden.

Tieck, Der gestiefelte Kater. Ein Kindermärchen in drei Akten, mit Zwischenspielen, einem Prologe und Epiloge, 1797

Der wahre Prüfstein des Lebens ist erst das Zusammenleben.

Musil, Der Mann ohne Eigenschaften, 3 Bde., 1930-43. Aus dem Nachlaß

Die Pflicht einer vernünftigen Frau ist, die Fehler ihres Gemahls allen anderen zu verhehlen, ihm aber alles offenherzig zu entdecken, und ihn zu bessern zu suchen.

Cronegk, Der Mißtrauische. Ein Lustspiel in fünf Aufzügen, 1760 (posthum). Dritter Aufzug, zweiter Auftritt. Climene

Ich muß immer etwas trübe lächeln, wenn ich mit solcher ethischen Inbrunst die Liebe als des Ehebundes einzig würdiges Motiv preisen höre. Und es bedarf doch nur einer geringen Lebenserfahrung, um zu erkennen, daß diese Liebe zwischen Jüngling und Jungfrau fast immer dem Naturtrieb im Bunde mit dem Zufall ihr Dasein verdankt.

Dohm, Die Antifeministen. Ein Buch der Verteidigung, 1902

Zu einer Silberhochzeit Das war ein wüstes Streiten Und Ringen Mann und Weib – Ein Fassen und Entgleiten, Verödend Seel und Leib. Die Seele war längst gestorben, Der Leib nur fordert sein Recht – Entartet und erdorben Das kommende Geschlecht.

Skorra, Wovon mein Herz sich freigesungen, 1905

Ehe Eine glückliche Ehe vergleich ich dem Pendel der Uhren, Der aus verschiednem Metall schon im Verhältniß gefügt, Wenn es im Innern auch spannt im ewigen Wechsel der Wärme, Nimmer von außen es zeigt, nimmer verwirret die Uhr; Blinkend erscheint er im Anfang und rostig gedunkelt im Alter, Doch sein Innres vereint gleiche Vertraulichkeit stets.

Arnim, Armut, Reichtum, Schuld und Buße der Gräfin Dolores, 1810. Originaltext

Verheiratet sein! nach alter Denkgewohnheit heißt's: Zwei sollen eins sein! Seltsamste, wundergläubigste Vorstellung! Barer Unsinn wär's in der Mathematik, und ist's auch sonst.

Dohm, Christa Ruland, 1902

Willst du gut verheiratet sein, heirate deinesgleichen.

Internet

Haus und Habe vererben die Eltern; aber eine verständige Ehefrau kommt vom Herrn.

Altes Testament. Die Sprüche Salomos (#Spr 19,14)

Dann und wann gehört es unter die unerkannten Segen der Ehe, wenn sie nicht gesegnet ist.

Lessing, Selbstbetrachtungen und Einfälle, entstanden zwischen 1770 und 1781, Erstdruck in: Nebenstunden, Breslau 1799

Gatte der jungen Frau, Hast du es auch bedacht, Als um dich liebelau Rauschte die erste Nacht, Als du sie glühend an dich drücktest, Daß du vielleicht ihre Seele ersticktest? Daß vielleicht, was in ihr schlief, Nach einem Andern angstvoll rief, Um dens ihr unbezwinglich bangte, Nach dem ihr ganzes Sein verlangte? Daß dein Umfangen vielleicht ein Zerbrechen, Daß dein Recht vielleicht ein Verbrechen? ...

Hofmannsthal, H., Gedichte. Frühe Verse. Aus: Sünde des Lebens, 1891. Originaltext

Die Ehe verjüngt den Menschen und altert ihn. Sie verjüngt ihn durch das Glück, das sie ihm bringt und altert ihn durch die Erfüllung seiner Hoffnungen, indem sie ihm die spannende Ungewissheit nimmt, es noch vor sich unentdeckt in der Welt zu glauben.

Pauly, Aphorismen, 1905

Manche Ehen erinnern unwillkürlich an das ungleiche Gespann eines Pferdes mit einem Rind.

Waldersee, Späne aus stiller Werkstatt. Aphorismen, 1908