Ehe Sprüche – hochzeit

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Stets mit einem liebenswürdigen Gesicht die Wohnung betreten – das ist eines jener Ehegesetze, die keine Ausnahme dulden.

Balzac, Physiologie der Ehe (Physiologie du mariage), 1829. Die Kunst des Nachhausekommens

In dem Ehebett besitzest du einen treuen Dolmetscher, der mit tiefer Wahrheit die Gefühle einer Frau überträgt; du machst sie dadurch zur Spionin ihrer selbst; du befindest dich stets auf der Höhe ihrer Liebestemperatur; du verläßt sie niemals, du kannst ihren Schlummer hören, kannst alle jene Unvernünftigkeiten vermeiden, die so viele Ehen unglücklich machen – und dies sind die Gründe, aus denen ein Ehebett für beide Gatten den beiden andern Arten der Einrichtung des ehelichen Schlafgemachs vorgezogen werden muß.

Balzac, Physiologie der Ehe (Physiologie du mariage), 1829. Theorie des Bettes

Es ist mit der Religion wie mit der Ehe: die Ehe wird so vielen zum Verderben.

Diderot, Unterhaltung eines Philosophen mit der Marschallin von C. (Entretien d'un philosophe avec la maréchale de ***), 1776

Ja wo zehen Ehen gut, so seind darfür wohl hundert böß, voraus in großen Städten.

Pseudo-Abraham a Sancta Clara, Centi-Folium stultorum in Quarto, 1709. Eyffersüchtiger Narr

Ja, so geht es nun im Leben zu […] man macht sich große Theorien, man will geistig zusammenpassen und will sich auf Herz und Nieren prüfen, – und schließlich wählt man einander doch in der Gunst der Stunde, und ohne alle weitern Kennzeichen.

Andreas-Salomé, Fenitschka. Eine Ausschweifung, 1898

Die Ehe ist eine Art Treibhaus, sie bringt manch seltsam verbrecherischen Wunsch zur Reife, manch seltsame Entsagung.

Wertheimer (Hg.), Weisheiten von Oscar Wilde, übersetzt von Paul Wertheimer, 1921 (EA: 1907)

Die Ehe ist die geistreichste Sache für die Dummen und die dümmste Sache für die geistreichen Menschen.

Aachener Kritische Revue, 1891-94

Die Ehe ist die feinste Kunst auf Erden, die einer kaum in sieben Iahren lernen kann!

Fock, Sterne überm Meer. Tagebuchblätter und Gedichte, 1917 (posthum)

Die Ehe: man spricht sich aus, und immer wieder kommt der Milchmann.

Schaukal, Beiläufig, 1912

Die Ehe ist Himmel und Hölle.

Simrock (Hg.), Die deutschen Sprichwörter (= Die deutschen Volksbücher, Bd. 5), 1846

Es ist ein großes Ding, immer zu Zwei(e)n sein!

Nietzsche, Also sprach Zarathustra. Ein Buch für Alle und Keinen, 1883-1885 (1. vollständige Ausgabe aller Teile 1892). Dritter Teil, 1884. Von alten und neuen Tafeln

Wie oft fehlt der Wille, die Ehegemeinschaft gut und groß zu gestalten. Nicht an der Ehe liegt die Schuld, nicht an der Form; auch da, wie stets, an uns: wenn wir nicht stark und rein und duldsam genug sind, nicht recht zu lieben wissen. Unser ist die Schuld auch, wenn wir vergessen, daß ein Unterschied ist, ob sich zwei haben wollen oder ob zwei eine Ehe führen wollen.

Merian (Hg.), Der Ruf. 366 Gedanken und Gedichte, Verlag Gerhard Merian, Stuttgart-Degerloch, um 1923

Bevor du freist, bedenk das eine: Ein Ehepaar hat meist vier Beine, Und außerdem zwei Köpfe immer, Und das ist schlimmer.

Weber, Durch die Lupe, 1907

Mein Herz in mir Teil ich mit dir Brech ich's von dir, Rächs Gott an mir, Vergeß ich dein, Vergeß Gott mein, Dies soll für uns beide Verbündnis sein.

Inschrift. Auf einer Fensterscheibe des Schlosses Murau in der Steiermark; von Ulrich und Anna Katharina, Graf und Gräfin zu Sulz, 1641

Im Ehestand lernt man nie aus.

Binder (Hg.), Novus thesaurus adagiorum latinorum. Lateinischer Sprichwörterschatz, 1861. Originaltext: Conjugium humanae divina academia vitae.

Gezwungene Ehe tut selten gut und ist im Herzen höllische Glut.

Lehmann (Hg.), Florilegium politicum auctum. Das ist: Ernewerter politischer Blumen-Garten, 1640

Es geht in der Ehe nicht allezeit schnurleicht zu.

Kral (Hg.), Christliches Zitatenlexikon, hg. von Josef Kral, 1950. Wiedergabe mit freundlicher Genehmigung des IGW Verlags

Der erste Eindruck Die Liebe ist, was man empfindet, Solang' man sich nicht eh'lich bindet, Denn wird die Liebe erst zur Pflicht, So ist sie keine Liebe nicht! Wie oft hab' ich nicht schon geschrieben, Man kann nur ohne Fesseln lieben, Doch trotzdem gibt es selbst noch heute Zur Eh' geneigte Liebesleute. Da dichtet man durch ganze Nächte, Weil man die Leute retten möchte, Schreibt sich am Geist und Finger Schwielen, Es hört nicht einer von den vielen. So hatte es in stiller Nacht Auf sie 'nen Eindruck jüngst gemacht; Na, so 'was kommt zuweilen vor, Sie hieß Babette, er Theodor. Nun ist solch' Eindruck je nach Lage, Das steht wohl außer jeder Frage, In vielen Fällen Grund zur Ehe, Trotzdem ich ihr entgegenstehe. So war es auch in diesem Falle, – die Dummen werden ja nie alle – Er nahm sie dieses Eindrucks wegen, Und ihre Tante gab den Segen. Der Onkel sprach beim Hochzeitsfeste, Der erste Eindruck sei der beste, Womit er sich jedoch blamierte, Denn jener Eindruck war der vierte. Zu Ende ging die Hochzeitsfeier, Angeblich reißt danach der Schleier, Doch eingeweihte Kreise wissen, Meist ist er vorher schon gerissen. Dann macht man eine Hochzeitsreise Und sucht auch noch auf and're Weise, Durch das, was uns die Freunde schenken, Den Katzenjammer abzulenken. So kamen sich fast glücklich vor, Zunächst Babette und Theodor. Doch täglich ward die Freude kleener, Und beide dachten: Schön ist schöner! Babette fühlt' sich unverstanden, Und Theo war meist nicht vorhanden, Und täglich kam er heim erst morgen Und tausend and're Ehesorgen, Die teils der Gattin, teils dem Gatten Den Liebes-Himmel tief beschatten. Der Eindruck war schon arg verblaßt, Die Liebe Pflicht und deshalb Last, Ich hatte wieder einmal recht, Die Ehe paßt zur Liebe schlecht. Und kann ich bei den Ehegründen Den Eindruck auch verzeihlich finden, Ich bleib' dabei, wird Liebe Pflicht, Dann ist es keine Liebe nicht.

Weber, Durch die Lupe, 1907

Die Ehe ist, abgesehen vom Tode und in der Zeit bis zum Tode, das wichtigste und unwiderruflichste Ereignis.

Tolstoi, Tagebücher. 1896

Die Frau ist ein Eigentum, das man kontraktlich erwirbt; sie ist bewegliches Eigentum, denn der Besitz macht den Rechtsanspruch aus; schließlich ist die Frau, genau genommen, nur ein Annex des Mannes.

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Haben alle Ehen ihre Honigmonde?

Balzac, Physiologie der Ehe (Physiologie du mariage), 1829. Der Honigmond