Erziehung Sprüche – erfahrung
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Erinnern wir uns wohl, daß Erziehung nicht bloß darin besteht, das Gedächtnis zu bereichern und das Verständnis zu erleuchten; sondern daß sie sich vor Allem mit der Richtung der Willenskraft beschäftigen soll.
Ruhig und langsam die Natur sich selber helfen lassen und nur sehen, daß die umgebenden Verhältnisse die Arbeit der Natur unterstützen, das ist Erziehung.
Die Früchte rechter Erziehung der ersten drei Jahre (ein höheres triennium als das akademische) könnt ihr nicht unter dem Säen ernten; – und ihr werdet oft gar nicht begreifen, warum nach so vielem Tun noch so viel zu tun verbleibe; – aber nach einigen Jahren wird euch der hervorkeimende Reichtum überraschen und belohnen; denn die vielfachen Erd-Rinden, die den Keimen-Flor bedeckten, und nicht erdrückten, sind von ihm durchbrochen worden.
Einen Menschen erziehen, heißt, seinen Willen bestimmen; ihn gut erziehen, heißt, seinen Willen gewöhnen, stets nur das Gute zu erstreben.
An Menschen, denen jede bessere Naturanlage versagt ist, scheitert die Erziehung. Sie kann die Natur verbessern, aber nie völlig ändern.
Das Seelische gehört überall an die Spitze. Erziehung ist zuerst und zuletzt Erziehung der Seele.
Die Alten bildeten ihre Jugend nicht allein durch Gabe des Wortes, sondern vorzüglich durch Beispiele und Handlungen, damit es in ihren Seelen nicht wohne wie eine Wissenschaft, sondern wie eine von ihr unzertrennliche Natur und Gewohnheit, nicht wie etwas Erlerntes, sondern wie ein angeborener Besitz.
Alle Kunst, alle Erziehung darf nur Ergänzung der Natur sein.
Daher ist die Erziehung das größeste Problem, und das schwerste, was dem Menschen kann aufgegeben werden. Denn Einsicht hängt von der Erziehung, und Erziehung hängt wieder von der Einsicht ab.
Nur nicht Erziehung im alten Sinne, die eigentlich Verziehung ist, Verzerrung sogar.
Wenn Erziehung oder Ermahnung irgend etwas fruchteten; wie könnte dann Senecas Zögling ein Nero sein?
Die Grundlage der Erziehung muß das Haus übernehmen, aber die Selbsterziehung, zu welcher der Mensch nur in der Einsamkeit, in der Stunde des Nachdenkens über sich selbst, im stillen Verkehr mit seinem eigenen Fühlen und Denken kommt, darf ebensowenig fehlen wie die Erziehung durchs Leben, die im Umgang mit andern, zumeist unbewußt von diesen und von diesen nicht minder erfolgreich, wie durch mannigfaltige Schicksale, erworben wird.
Ein verzogener Sohn nimmt nicht Lehre noch Erziehung an, und der beschattete Palmbaum gibt keine reife Frucht.
Welche Erziehung sich bewährt? Die den Menschen sich selbst erziehen lehrt.
Der Mensch ist nicht ein Ton, den der Erzieher nach seinem Gefallen modeln kann, sondern eine Pflanze die ihre besondere Natur und Gestalt mitbringt, und von ihm nur als von einem Gärtner gepflegt, großgezogen und zu ihrer höchstmöglichen Vollkommenheit gebracht werden kann. Der Erzieher wird nie bewirken, daß auf einem wilden Apfelbaum ein Pfirsich wachse, aber er wird es dahin bringen können, daß die Äpfel dieses Baumes süß werden.
Nicht Überladung mit totem Wissen, sondern Läuterung und Stärkung des sittlichen Gefühls ist der höchste Zweck der Erziehung.
Die beste Erziehung ist jene, die einen festen, gesunden Grund legt zur Selbsterziehung.
Erziehen heißt, nicht nur den Verstand schulen, sondern den Willen leiten.
Das menschlichste Geschäft ist Menschen zu erziehn.
Nur diejenige Nation, welche zuvörderst die Aufgabe der Erziehung zum vollkommenen Menschen durch die wirkliche Ausübung gelöst haben wird, wird sodann auch jene des vollkommenen Staates lösen.
Erziehung ist keine Lehre, sondern ein Beispiel.