Erziehung Sprüche – kinder
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Die Erziehung ist ein Radiermesser, das den Klecks durchschimmern lässt.
Erziehen heißt, nicht nur den Verstand schulen, sondern den Willen leiten.
Strenge am rechten Ort, Milde am rechten Ort und eine recht lange Leine, an der die jungen Hundchen herumlaufen können.
Die Engherzigkeit der Eltern in Geldbewilligungen an ihre Kinder ist ein verhängnisvoller Irrtum: er macht sie schlecht, lehrt sie Ränke, führt sie böser Gesellschaft zu und macht sie zu umso größeren Schlemmern, wenn sie zu Überfluß gelangen.
Das menschlichste Geschäft ist Menschen zu erziehn.
Nur diejenige Nation, welche zuvörderst die Aufgabe der Erziehung zum vollkommenen Menschen durch die wirkliche Ausübung gelöst haben wird, wird sodann auch jene des vollkommenen Staates lösen.
Erziehung ist keine Lehre, sondern ein Beispiel.
Das Gemüt des Kindes muß fern von Verzärtelung, welche empfindlich, zornig und mürrisch macht, wie von zu großer Strenge, welche Kleinmut und Sklavensinn erzeugt, in einer möglichst frohen und heiteren Stimmung gehalten werden.
Die Erziehung des Knaben im modernen Sinne läuft darauf hinaus: eine Kraft zu organisieren, eine produktive, wirksame Kraft, einen Arbeiter zu schaffen. Die Erziehung des Mädchens: eine Harmonie zu schaffen, eine Religion zu schaffen.
Der Erzieher wird zum Verderber, wenn er seine Augen nur immer offen hält und sie nicht zur rechten Zeit zu schließen versteht. Ehe das Leben die Übung ernster Pflichten von uns verlangt, verfügen wir über einen gewaltigen Überschuß an Kräften, und das Kind verwertet diese im Spiel, der Knabe, indem er sich mit dem Hammer und Meißel der Phantasie Wunderwelten erbaut und Torheiten begeht. Der übermütige Streich des Knaben ist der Vorläufer der Tat des Mannes.
Auch ist, dünkt mich, Gehorsam an sich etwas Löbliches und Liebliches, und man kann ein Kind das aufs Wort gehorcht, und so ein enfant raisonneur nicht nebeneinander sehen, ohne das eine zu lieben, und dem andern die Rute zu gönnen.
Erziehung ist die Kunst, seine Freiheit zu beschränken, um die anderen nicht zu beeinträchtigen.
Ein Entwurf zu einer Theorie der Erziehung ist ein herrliches Ideal, und es schadet nichts, wenn wir auch nicht gleich imstande sind, es zu realisieren. Man muss nur nicht gleich die Idee für chimärisch halten, und sie als einen schönen Traum verrufen,wenn auch Hindernisse bei ihrer Ausführung eintreten.
Eine Erziehungsmethode gibt es, bei der die Eltern besser gedeihen als die Kinder.
Die Mütter der ganzen Welt haben die Pflicht, die Saat des Friedens zu säen, das Denken ihrer Kinder bestimmen zu helfen.
Wie keine gute und keine böse Natur, so gibt es auch im Menschen keine guten und keine bösen Triebe: mit rohen Trieben beginnt der Mensch, und ihre Veredlung ist die ganze Aufgabe der Erziehung. Triebe vertilgen zu wollen, anstatt sie zu veredeln, heißt den Menschen verstümmeln; und entweder gelingt dies letztere, und wir bilden Halbmenschen heran, die zu nichts Rechtem nütze sind, oder die rohgebliebene Natur sprengt die unleidlichen Fesseln und bricht sich Bahn als der Individualismus unserer Tage, der den Sinnengenuß für das Höchste hält und sich nicht scheut, seine Glückseligkeit über den Trümmern fremden Glücks zu gründen. Es gibt eben – wie Feuerbach sagt – auch eine Glückseligkeit der Schlangen.
Der Wille der Kinder muss [...] nicht gebrochen, sondern nur in der Art gelenkt werden, dass er den natürlichen Hindernissen nachgebe.
Die Alten möchten die Jungen immer klüger machen, als sie selber ehedem waren; sie vergessen aber, dass auch sie sich damals genau ebenso klüger dünkten als die ihnen ratenden Alten.
Es wird ja doch nicht einmal bloß eine Seele und ein andermal bloß ein Körper erzogen, sondern ein Mensch; den darf man nicht aufspalten.
Wie ein Pädagoge behauptete, wäre die beste Kindererziehung – die Erziehung der Erwachsenen.
Kein größeres Unglück gibt es für Kinder, als in einer Ehe aufzuwachsen, wo in Erziehungsfragen der Wille des Vaters und der Mutter nebeneinander zur Geltung zu kommen streben. Solche Kinder treten zumeist mit gebrochenem Willen ins Leben.