Gedanken Sprüche – philosophisch
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Selten erfaßt man den Gedanken eines anderen in seiner Tiefe, und daher bildet man sich, wenn man dieselbe Überlegung anstellt, leicht ein, sie sei neu, so viele ihrer Beziehungen und Folgerungen waren einem entgangen.
Die Philosophie und die Rechtswissenschaft gerät nicht in Verfall durch den Mangel an Worterklärern, wohl aber durch den Mangel an solchen, welche Gedanken gründlich zu erfassen mögen.
Alle Gedanken einer Schildkröte sind Schildkröten…
Ein Gedanke ist nur dann echtbürtig, wenn man die Empfindung hat, als ertappe man sich bei einem Plagiat an sich selbst.
Ich habe bemerkt, daß ich den Gedanken für wahr halte, der für mich fruchtbar ist, sich an mein übriges Denken anschließt und zugleich mich fördert.
Leicht kannst Du durchschauen Dein inn'res Leben; Beachte, wohin die Gedanken Dir schweben.
Unsere Gedanken, gut oder schlecht, expedieren uns ins Paradies oder in die Hölle, jedoch nicht im Himmel oder unter der Erde, sondern hier in diesem Leben.
Weist man auf einen Gedanken in einem Werk hin, so bekommt man zu hören, er sei nicht neu; fragt man aber weiter, ob er wahr sei, so merkt man, dass die Leute nicht mehr mitreden können.
Im Reiche der Wirklichkeit, so schön, glücklich und anmutig sie auch ausgefallen sein mag, bewegen wir uns doch stets nur unter dem Einfluss der Schwere, welcher unaufhörlich zu überwinden ist: hingegen sind wir, im Reiche der Gedanken, unkörperliche Geister, ohne Schwere und ohne Not. Daher kommt kein Glück auf Erden dem gleich, welches ein schöner und fruchtbarer Geist, zur glücklichen Stunde, in sich selbst findet.
Die Richtigkeit des Gedankens ist die Hauptsache, denn daraus entwickelt sich allein das Richtige der Behandlung.
Ich finde, daß der Geist einen großen Einfluß auf das allgemeine, selbst auf das leibliche Leben ausübt! Nichts ist dafür wichtiger, als die Gedanken in den Studien, die zugleich produktiv und regenerativ sein müssen, zu fixieren.
Die größten Taten der Gedanken wurden vollbracht, in dem die Denker zu entschleiern suchten – was ewig ein Geheimnis bleiben wird.
Nur so viel lässt sich sagen, dass [...] das mit unserem Sinnen oder Denken Erfasste nur ein Punkt ist und beinahe Nichts im Vergleich zu dem Übrigen.
Der heiligste, der gerechteste, der frömmste Gedanke, wenn er durch die unvollkommene Menschennatur hindurchgeht, kommt nur in Fetzen und Blut daraus hervor. Selbst diejenigen, welche ihn gefaßt, erkennen ihn nicht mehr an und verleugnen ihn.
Mit den Gedanken entstehen alle Dinge. Mit den Gedanken verschwinden alle Dinge.
Sucht nach Originalität ist gelehrter, grober Egoism(us). Wer nicht jeden fremden Gedanken wie einen seinigen und einen eigentümlichen wie einen fremden Gedanken behandelt, ist kein echter Gelehrter.
Der Gedanke lockt den Menschen an Abgründe unerforschlicher Geheimnisse, betrügt ihn, läßt ihn in quälender, ohnmächtiger Einsamkeit allein angesichts dieser Geheimnisse – und erlischt.
Es gibt eine Zuständigkeit der Gedanken, die sich um ihren jeweiligen Aufenthalt wenig kümmert.
Wenn ein Gedanke in zwei Formen leben kann, so hat er es nicht so gut wie zwei Gedanken, die in einer Form leben.
Der Gedanke macht die Würde des Menschen aus.
Das Drama schildert den Gedanken, der Tat werden will durch Handeln oder Dulden.