Gedanken Sprüche – philosophisch

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Selten erfaßt man den Gedanken eines anderen in seiner Tiefe, und daher bildet man sich, wenn man dieselbe Überlegung anstellt, leicht ein, sie sei neu, so viele ihrer Beziehungen und Folgerungen waren einem entgangen.

Vauvenargues, Reflexionen und Maximen (Introduction à la Connaissance de l’Esprit Humain, suivie de Réflexions et maximes), 1746, übersetzt von Fritz Schalk, in: Die französischen Moralisten, 1938

Die Philosophie und die Rechtswissenschaft gerät nicht in Verfall durch den Mangel an Worterklärern, wohl aber durch den Mangel an solchen, welche Gedanken gründlich zu erfassen mögen.

Bruno, Von der Ursache, dem Prinzip und dem Einen (De la causa, principio e uno), 1584

Alle Gedanken einer Schildkröte sind Schildkröten…

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Ein Gedanke ist nur dann echtbürtig, wenn man die Empfindung hat, als ertappe man sich bei einem Plagiat an sich selbst.

Kraus, Pro domo et mundo, 1912. IV. Vom Künstler

Ich habe bemerkt, daß ich den Gedanken für wahr halte, der für mich fruchtbar ist, sich an mein übriges Denken anschließt und zugleich mich fördert.

Goethe, J. W., Briefe. An Carl Friedrich Zelter, 31. Dezember 1928

Leicht kannst Du durchschauen Dein inn'res Leben; Beachte, wohin die Gedanken Dir schweben.

Martin, Sonnenblumen und Nachtschatten. Spruch-Gedichte, 1865

Unsere Gedanken, gut oder schlecht, expedieren uns ins Paradies oder in die Hölle, jedoch nicht im Himmel oder unter der Erde, sondern hier in diesem Leben.

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Weist man auf einen Gedanken in einem Werk hin, so bekommt man zu hören, er sei nicht neu; fragt man aber weiter, ob er wahr sei, so merkt man, dass die Leute nicht mehr mitreden können.

Vauvenargues, Nachgelassene Maximen, übersetzt von Fritz Schalk, in: Die französischen Moralisten, 1938

Im Reiche der Wirklichkeit, so schön, glücklich und anmutig sie auch ausgefallen sein mag, bewegen wir uns doch stets nur unter dem Einfluss der Schwere, welcher unaufhörlich zu überwinden ist: hingegen sind wir, im Reiche der Gedanken, unkörperliche Geister, ohne Schwere und ohne Not. Daher kommt kein Glück auf Erden dem gleich, welches ein schöner und fruchtbarer Geist, zur glücklichen Stunde, in sich selbst findet.

Schopenhauer, Parerga und Paralipomena, 2 Bde., zweite vermehrte Auflage 1862 (EA: 1851). Zweiter Band. Kapitel 22. Selbstdenken

Die Richtigkeit des Gedankens ist die Hauptsache, denn daraus entwickelt sich allein das Richtige der Behandlung.

Goethe, J. W., Briefe. An Therese von Eißl (Concept), 4. Juni 1828

Ich finde, daß der Geist einen großen Einfluß auf das allgemeine, selbst auf das leibliche Leben ausübt! Nichts ist dafür wichtiger, als die Gedanken in den Studien, die zugleich produktiv und regenerativ sein müssen, zu fixieren.

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Die größten Taten der Gedanken wurden vollbracht, in dem die Denker zu entschleiern suchten – was ewig ein Geheimnis bleiben wird.

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Nur so viel lässt sich sagen, dass [...] das mit unserem Sinnen oder Denken Erfasste nur ein Punkt ist und beinahe Nichts im Vergleich zu dem Übrigen.

Locke, Ein Versuch über den menschlichen Verstand (An essay concerning human understanding), 1690

Der heiligste, der gerechteste, der frömmste Gedanke, wenn er durch die unvollkommene Menschennatur hindurchgeht, kommt nur in Fetzen und Blut daraus hervor. Selbst diejenigen, welche ihn gefaßt, erkennen ihn nicht mehr an und verleugnen ihn.

Lamartine, Geschichte der Girondisten (Histoire des Girondins), 8 Bde., übersetzt von Georg Herwegh 1847

Mit den Gedanken entstehen alle Dinge. Mit den Gedanken verschwinden alle Dinge.

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Sucht nach Originalität ist gelehrter, grober Egoism(us). Wer nicht jeden fremden Gedanken wie einen seinigen und einen eigentümlichen wie einen fremden Gedanken behandelt, ist kein echter Gelehrter.

Novalis, Fragmente. Erste, vollständig geordnete Ausgabe hg. von Ernst Kamnitzer, Dresden 1929. Bruchstücke philosophischer Enzyklopädistik

Der Gedanke lockt den Menschen an Abgründe unerforschlicher Geheimnisse, betrügt ihn, läßt ihn in quälender, ohnmächtiger Einsamkeit allein angesichts dieser Geheimnisse – und erlischt.

Gorki, Leonid Andrejew, 1920

Es gibt eine Zuständigkeit der Gedanken, die sich um ihren jeweiligen Aufenthalt wenig kümmert.

Kraus, Pro domo et mundo, 1912. IV. Vom Künstler

Wenn ein Gedanke in zwei Formen leben kann, so hat er es nicht so gut wie zwei Gedanken, die in einer Form leben.

Kraus, Pro domo et mundo, 1912. IV. Vom Künstler

Der Gedanke macht die Würde des Menschen aus.

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Das Drama schildert den Gedanken, der Tat werden will durch Handeln oder Dulden.

Hebbel, Tagebücher. Nach der historisch-kritischen Ausgabe von R. M. Werner, 4 Bde., 1903-04. 1835