Glück Sprüche – klassisch

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Das Widrigste von allen Dingen, Womit der Mensch den Menschen plagt, Ist, das für Glück ihm aufzudringen, Was seiner Neigung nicht behagt. Natur bereitet allen Gästen Ein großes, wechselreiches Mahl, Das Gute tischt sie auf, zum Besten Wird Gutes erst durch freie Wahl.

Bürde, S. G., Gedichte. Aus: Der Zufriedene

Derjenige allein, welcher das äußerste Unglück erfahren hat, ist geeignet, die höchste Glückseligkeit zu empfinden.

Dumas, Der Graf von Monte Christo (Le Comte de Monte-Cristo), 1844-46

Und glaube mir, der schmerzlich es erfahren, Fernab vom Pfad des Dichters wohnt das Glück! … Laß mich’s verdienen, und ich will’s entbehren!

Halm, Camoens. Dramatisches Gedicht in einem Aufzuge, 1837

In der höchsten Glückslage liegt die geringste Freiheit; man soll da weder Vorliebe noch Hass, am wenigsten aber Zorn zeigen.

Sallust, Über die Verschwörung des Catilina (De coniuratione Catilinae oder Bellum Catilinae), um 41 v. Chr

Ich [hab] nie Als Rang und als Besitz betrachtet, was Mir die Natur, was mir das Glück verlieh.

Goethe, Torquato Tasso, 1807. 1. Akt, 1. Szene, Prinzessin zu Leonore

Vor das Glück haben die Götternichtden Schweiß gesetzt.

Kuh, Von Goethe abwärts, 1922

Willst du glücklich sein, so bitte die Götter darum, dass nichts von dem, was man wünscht, in Erfüllung geht.

Seneca, Briefe an Lucilius (Epistulae morales ad Lucilium), 62 n. Chr. 31. Brief. Übers. Internet Originaltext: Si esse vis felix, deos ora ne quid tibi ex his quae optantur eveniat

Warum also, ihr Sterblichen, sucht ihr das Glück, das in euch liegt, außerhalb?

Boethius, Vom Trost der Philosophie (De consolatione philosophiae), um 524 n. Chr. 2. Buch. Übers. Internet Originaltext: Quid igitur, o mortales, extra petitis intra vos positam felicitatem?

Durch die Gewinnsucht des Menschen wurde der glückliche Zufall zur Gottheit.

Publilius Syrus, Sprüche (Sententiae), um 50 v. Chr. Übers. Internet Originaltext: Ex hominum quaestu facta fortuna est dea

Das größte Glück in der Welt, um welches ich den Himmel täglich anflehe, ist: daß nur verständige und tugendhafte Menschen mir an Kräften und Kenntnissen überlegen sein mögen.

Lichtenberg, Sudelbuch K, 1793-1796. [K 61]

Selbst der Unbedeutendste hätte täglich die Pflicht, das Glück anzuerkennen; leider hat er keine Zeit.

Weber-Brauns, Satiren, Aphorismen und Nachdenkliches, 1919

Es gibt Augenblicke des Glückes, deren leuchtende Erinnerung noch jedes spätere Dunkel durchbricht, jenen Sternen gleich, die, längst erloschen, ihr Licht noch durch die Nächte senden.

Waldersee, Späne aus stiller Werkstatt. Aphorismen, 1908

Jedes Erdenglück, auch das edelste, hat eine schmerzliche Wunde.

Keiter, Aphorismen von M. Herbert (i. e. Therese Keiter), 2. Auflage 1904 (EA: 1895)

Wenn die Großen und Mächtigen der Erde der Sonnenschein des Glücks anlächelt, so fällt ein großer Schatten auf die Menschheit unter ihnen.

Mohr, Gedanken über Leben und Kunst, 2. vermehrte Auflage 1885 (EA: 1879)