Glück Sprüche – klassisch

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Meine Erziehung hat mich gelehrt, dass Tugend und Geschicklichkeit das einzig wahre Glück, und Gutes tun, die einzig wahre Freude eines edlen Herzens sei; das Schicksal aber hat mir den Beweis davon in der Erfahrung gegeben.

La Roche, Geschichte des Fräuleins von Sternheim, anonym veröffentlicht von Christoph Martin Wieland 1771

Den letzten der Tage muß erst immer der Mensch abwarten, und glücklich geheißen darf kein Sterblicher sein vor dem Tod und dem Leichenbegängnis.

Ovid, Metamorphosen, entstanden um 1 oder 3 bis 8 n. Chr

Der hat nie das Glück gekostet, Der die Frucht des Himmels nicht Raubend an des Höllenflusses Schauervollem Rande bricht.

Schiller, F., Gedichte. Aus: Hero und Leander, 1801

Nachtigall Wenn ich zur Nacht aus dem Wirtshaus hinke, Wo ich Geld und Verstand vertrinke, Wie meine Mutter und teure Magen Mir des öftern belieben zu sagen: Dann hör ich wohl auch, wie Tausende schon, Der Nachtigall lüsternen Klageton: Das zittert so hell aus lauterer Kehle Und dringt so hinein in die Menschenseele. Da steh ich auf altem Paradeplatze, hängenden Schweifes schleicht eine Katze - Und ich denk an mein weibliches Ideal, Das aus hundert Weibern zusammen ich stahl – Und denk an die Esel vergangener Zeit, An des Glückes notorische Schlüpfrigkeit Und mir ist, als könnt ich da unten auf Erden Noch einmal riesig glücklich werden.

Scharf, Gesammelte Lyrik und Prosa. Mit einer Auswahl aus dem Briefwechsel und einer Rezension von Eduard v. Keyserling, hg. von Walter Hettche, Aisthesis Archiv 16, Aisthesis Verlag 2011. Wiedergabe mit freundlicher Erlaubnis des Aisthesis Verlags. Lieder eines Menschen (1892)

Wer von Jena kommt ohne Weib, Von Wittenberg mit heilem Leib, Von Helmstedt ungeschlagen, Der hat von Glück zu sagen.

Simrock (Hg.), Die deutschen Sprichwörter (= Die deutschen Volksbücher, Bd. 5), 1846

Glaub mir: Vor das Glück setzten die Götter die Träne.

Gött, Zettelsprüche. Aphorismen, hg. von Volker Schupp und Reinhard Pietsch, Universitätsbibliothek Freiburg i. Br. 1982

Von außen kommt dem Menschen nie sein Glück.

Schefer, Laienbrevier, 2 Bde., 1834/35

Behüt uns Gott vor großem Glück, gnädigem Herrn und gesunder Speis.

Simrock (Hg.), Die deutschen Sprichwörter (= Die deutschen Volksbücher, Bd. 5), 1846

Woher stammt Schönheit? – Aus Glück, lautet die Antwort, aus Harmonie des Wesens, aus Gesundheit. Eine Stimme spricht dazwischen: aus bezwungenem Leid.

Stammler, Du und Es. Vom Wesen und von der Gemeinschaft, 1917

Niemand kann völlig frei sein, wenn nicht alle frei sind. Niemand kann völlig tugendhaft sein, wenn nicht alle tugendhaft sind. Niemand kann glücklich sein, wenn nicht alle glücklich sind.

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Eine Göttin wurde das Glück, weil Menschen es wollten. Niemand spräche von ihr, traute nur Jeder sich selbst.

Bouterwek, Neue Vesta. Kleine Schriften zur Philosophie des Lebens und zur Beförderung der häuslichen Humanität, hg. von Fr. Bouterwek, 11 Bde., 1803-1810

Die Menschen haben die Göttin des Glücks erfunden, um ihr eigenes Unvermögen zu rechtfertigen.

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Stete Sonne Härtet den Boden: Suche nicht Hilfe Bei Glücklichen.

Ludwig, O., Gedichte. Aus: Der Mensch und das Leben

Es gab nie ein vollkommenes Glück Und wird nie eines geben; Was man erreicht hat, tritt zurück Vor ewig neuem Streben.

Aachener Kritische Revue, 1891-94

Doch wer einst glücklich war und nun ins Elend stürzt, kommt nie zur Ruh', wenn er des frühen Glückes gedenkt.

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Schuldner oder Gläubiger Manch ungehobelt Holz wird zum Merkur gemacht, Weil mancher theure Mann, aus aller Höfling' Acht, Sich sonst bei keinem Maß, als seinem Schatten mißt. Viel hebt das Glück empor, viel' hält es auch zurück; Doch wer die Welt recht kennt, der findet, daß das Glück Mehr Schulden ausstehn hat, als es selbst schuldig ist.

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Müßt euer Glück nicht auf die Jüngsten setzen; die Angejahrten wissen Euch zu schätzen.

Goethe, Faust. Der Tragödie zweiter Teil, 1832. 1. Akt, Hell erleuchtete Säle, Mephistopheles

Ob Sommersonne – ob Winterbraus – Lenz sei es stets in diesem Haus!

Scherenberg, E., Gedichte. Haussprüche

Langsames Glück. Langsam-kommendes Glück pflegt auch am längsten zu weilen; Schnelle Vortrefflichkeit stehet am ehesten still. Vögel, entschlüpfend dem Ei, sind was sie sollen von Anfang; Langsam wächset der Mensch, aber zum Herrscher der Welt.

Herder, Blumen aus morgenländischen Dichtern gesammlet (in: Zerstreute Blätter, 4. Sammlung), 1792. Drittes Buch

Es liegt kein vereinzeltes Goldkorn im Sande. Finden sich ihrer nicht mehrere, so war's ein Messingsplitter.

Moszkowski, Das Geheimnis der Sprache, 1923. Kurzes und Längeres zur Sprachweisheit

Mit größtem Rechte sagt also Aristoteles: Das Glück gehört denen, die sich selber genügen. Denn alle äußeren Quellen des Glückes und Genusses sind, ihrer Natur nach, höchst unsicher, misslich, vergänglich und dem Zufall unterworfen, dürften daher, selbst unter den günstigsten Umständen, leicht stocken; ja, dieses ist unvermeidlich, sofern sie doch nicht stets zur Hand sein können.

Schopenhauer, Parerga und Paralipomena, 2 Bde., zweite vermehrte Auflage 1862 (EA: 1851). Erster Band. Aphorismen zur Lebensweisheit. Kapitel 2: Von dem, was einer ist