Glück Sprüche – leben

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Um zu wissen, wie viel Glück einer im Leben empfangen kann, darf man nur wissen, wie viel er geben kann.

Schopenhauer, A., Nachlass. Bogen X (1814)

Im Meistern der Not liegt das Glück, nicht im Ausweichen vor der Not.

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Der Mensch meint oft, er ginge seinem Glück entgegen, und auf seinem Wege steht vielleicht das Unglück mit einem Stock [...].

Heine, Reisebilder und Reisebriefe. Reisebilder. Dritter Teil. Die Bäder von Lucca. Kapitel 9

Man redet gegen die Lotterie, ohne zu bedenken, daß sie die einzige Spekulation der Armen ist. Die Lotterie verbieten heißt: dem das Reich der Träume verwehren, dem die Wirklichkeit ohnedies nichts geboten.

Nestroy, Nachlass

Was Ihr das Glück nennt, ist nur ein Aufruhr der Sinne, ein Sturm der Leidenschaften, dessen Anblick erschreckend ist selbst vom sicheren Ufer aus.  O, wie sollte man diesen Stürmen Trotz bieten? Wie das Wagnis eingehen, sich einzuschiffen auf ein Meer bedeckt mit tausend und abertausend Trümmern von Schiffbrüchigen?

Laclos, Gefährliche Liebschaften (Les Liaisons dangereuses), 1782

Wenn, was wir klüglich und weislich erdacht, Das Glück uns tückisch zu Schanden gemacht; So ist das hart zu untergehn. Aber tausend Mal härter ist es zu sehn, Wenn was das Glück uns legte zur Hand Tölpisch zerschlug unser Unverstand.

Schopenhauer, A., Nachlass. Brieftasche (1822/23)

Die Kraft des Menschen ist das einzige wahre Fundament seines Glückes. […]

Pestalozzi, Zweites Zehntenblatt, 1799

Traum Bleib, o bleib in deiner Träume Welt, Such nicht des Lebens wirkliches Sein! Es hat nur dunkle oder grelle Farben, Der Traum nur hat der Morgensonne Schein; Stirbst du lebend, bist du tot noch des Lebens, Kehren wird dein Geist zu der Erde zurück; Stirbst du als Träumer, kannst du ruhig sterben, Mit dir verbleicht auch dein ewiges Glück.

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Glück und Unglück O, daß der Freude lichter Born, Einmal getrübt, so leicht versiegt, Und unser Glück und unsre Lust Spurlos wie Schaum im Wind verfliegt! Indes von jedem Unglück doch Ein Stachel tief im Herzen bleibt Und unauslöschbar seine Schrift Der Schmerz in Stirn und Wangen schreibt!

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Unter den entgegengesetztesten Emblemen stellt sich uns also das Gemälde der Glückseligkeit dar. Ein Harem und eine Eremitage, – ein Gewand von Purpur und ein Stachelgürtel, – Schaffen und Dulden, – Wirken und Streben, – diese und tausenderlei andere Dinge können den Durchgangspunkt zu derselben bilden und für den Menschen die Maske des ›höchsten Gutes‹ annehmen.

Lindner, Das Problem des Glücks. Psychologische Untersuchungen über die menschliche Glückseligkeit, 1868

Hat der Mensch den Weg durchschritten, der von der Mutterbrust zur Brust der Geliebten führt, so muß er weiter zu einem anderen Glück fortschreiten.

Gorki, Italienische Märchen, 1906-13

Mehr als ein leidliches Dasein ist niemand berechtigt von diesem Erdenleben zu fordern; selig sind die, die wenig erwarten, so werden sie auch weniger getäuscht, und glücklich kann kein Gott und König euch machen, wenn ihr es nicht selbst könnt.

Weber, Demokritos oder hinterlassene Papiere eines lachenden Philosophen, 12 Bde., 1832-40. Rede in die zweiunddreißig Winde an Jünglinge und meine Zeit

So ists! das Glück hat immer Mängel, Die Freud' ist unstet auf der Erde; Allein der Mensch ist Mensch, nicht Engel, Damit er erst zum Engel werde.

Goeckingk, L. F. G., Gedichte, 1780

Wir sind nur darum auf kleine Augenblicke glücklich, um unser Unglück nachher desto schärfer zu fühlen. Es ist der alte Fluch, Glück muß mit Unglück wechseln, und eben darin besteht unser Leben und unser Elend.

Tieck, Geschichte des Herrn William Lovell. An Rosa, 1795/96 (anonym), hier in der Fassung von 1828

Sein Unglück und sein Glücke ist ihm ein jeder selbst.

Fleming, P., Gedichte. Aus: An sich

Das Widrigste von allen Dingen, Womit der Mensch den Menschen plagt, Ist, das für Glück ihm aufzudringen, Was seiner Neigung nicht behagt. Natur bereitet allen Gästen Ein großes, wechselreiches Mahl, Das Gute tischt sie auf, zum Besten Wird Gutes erst durch freie Wahl.

Bürde, S. G., Gedichte. Aus: Der Zufriedene

Wer das Unglück nicht kennt, lernt nicht das Glück ergreifen und festhalten.

Assing (Hg.), Briefwechsel zwischen Rahel und David Veit. Aus dem Nachlaß Varnhagen's von Ense, 2 Bde., 1861

Das Goldkorn uns'res Lebens, Das wir das Glück stets nennen, – Wir suchen es vergebens, Weil Blendungen uns trennen; Doch Selbsterkenntniß, Menschenkunde, Die unsern Blick erhellen, Sie geben von dem Glück uns Kunde, Und zeigen uns die Stellen – Wo's tief im eig'nen Herzen wohnt, Und dauernd den Bescheid'nen lohnt.

Martin, Sonnenblumen und Nachtschatten. Spruch-Gedichte, 1865

Aber eben, das ist das Unglück, daß die Leute durch das G’fell (glücklicher Zufall) glücklich werden wollen und nicht durch ein frommes Leben, bei dem der Segen Gottes ist. Da ist’s nun ganz recht, daß die, welche nur auf das G’fell warten, vom G’fell betrogen werden, bis sie wieder zur Erkenntnis kommen, daß am G’fell nichts, aber an Gottes Segen alles gelegen sei.

Gotthelf, Uli der Knecht (Originaltitel: Wie Uli der Knecht glücklich wird. Eine Gabe für Dienstboten und Meisterleute), 1841

Ein Leben reich an Mißgeschick mißtraut dem Glück.

Baer, Jahresgedanken einer Frau, 1921

Es liegt ein Fluch auf der Welt, daß oft unser Höchstes uns in die Erde zieht und unser Glück sich in Leid wenden will.

Baer, Jahresgedanken einer Frau, 1921