Glück Sprüche – sinn

97 Sprüche gefunden

Aktive Filter: Glück sinn

Mehr als ein leidliches Dasein ist niemand berechtigt von diesem Erdenleben zu fordern; selig sind die, die wenig erwarten, so werden sie auch weniger getäuscht, und glücklich kann kein Gott und König euch machen, wenn ihr es nicht selbst könnt.

Weber, Demokritos oder hinterlassene Papiere eines lachenden Philosophen, 12 Bde., 1832-40. Rede in die zweiunddreißig Winde an Jünglinge und meine Zeit

Der Moment Versprühn in Freudefunken muß Ein langes Gramgeschick, Zu Grunde gehn im Vollgenuß Von einem Augenblick. Es prägt kein Leben seine Spur Der Welt auf ewig ein, Wir können auf Momente nur Vollkommen glücklich sein. Wie leuchtend auch in höchster Pracht Des Menschen Geist erglüht, Er zeigt doch nur die tiefe Nacht, In die er bald versprüht.

Internet

Das Goldkorn uns'res Lebens, Das wir das Glück stets nennen, – Wir suchen es vergebens, Weil Blendungen uns trennen; Doch Selbsterkenntniß, Menschenkunde, Die unsern Blick erhellen, Sie geben von dem Glück uns Kunde, Und zeigen uns die Stellen – Wo's tief im eig'nen Herzen wohnt, Und dauernd den Bescheid'nen lohnt.

Martin, Sonnenblumen und Nachtschatten. Spruch-Gedichte, 1865

In der Schönheit Gebiet sind wir die freiesten Bürger, Doch da wir sonst nichts sind, sehet, so sind wir nicht viel. Alle die andern, sie haben zu tragen, zu tun, zu bedeuten, Wir, das glückliche Volk, brauchen sonst nicht als zu sein.

Goethe, J. W., Gedichte. In: Goethe, Gedenkausgabe der Werke, Briefe und Gespräche, Artemis Verlag, Zürich 1948-1954, II, 514

Aber eben, das ist das Unglück, daß die Leute durch das G’fell (glücklicher Zufall) glücklich werden wollen und nicht durch ein frommes Leben, bei dem der Segen Gottes ist. Da ist’s nun ganz recht, daß die, welche nur auf das G’fell warten, vom G’fell betrogen werden, bis sie wieder zur Erkenntnis kommen, daß am G’fell nichts, aber an Gottes Segen alles gelegen sei.

Gotthelf, Uli der Knecht (Originaltitel: Wie Uli der Knecht glücklich wird. Eine Gabe für Dienstboten und Meisterleute), 1841

Ein Leben reich an Mißgeschick mißtraut dem Glück.

Baer, Jahresgedanken einer Frau, 1921

Der Mensch begehrt was angenehm, und meidet was schmerzlich ist.

Aristoteles, Nikomachische Ethik, 350 v. Chr. Hier nach der Übers. v. Adolf Lasson, Jena 1909

Niemand kann glücklich sein in der Furcht um bedeutsame Dinge.

Cicero, Vom höchsten Gut und vom größten Übel (De finibus bonorum et malorum), 45 v. Chr. Übers. Internet Originaltext: Beatus autem esse in maximarum rerum timore nemo potest

Warum also, ihr Sterblichen, sucht ihr das Glück, das in euch liegt, außerhalb?

Boethius, Vom Trost der Philosophie (De consolatione philosophiae), um 524 n. Chr. 2. Buch. Übers. Internet Originaltext: Quid igitur, o mortales, extra petitis intra vos positam felicitatem?

Weder Leben noch Glück sind für den Menschen unvergänglicher Besitz.

Publilius Syrus, Sprüche (Sententiae), um 50 v. Chr. Übers. Internet Originaltext: Nec vita nec fortuna propria est hominibus

Ein Leben ohne Glauben an das Glück ist überhaupt kein Leben; das ist nur ein Vegetieren.

Weber-Brauns, Satiren, Aphorismen und Nachdenkliches, 1919

Wer nur nach äußerem Glücke strebt, springt wie ein Rennpferd über Wälle und Barrikaden und ruht nur aus, um wieder zu rennen. Schließlich hat er nicht viel mehr davon als den Ruf, das erste Rennpferd zu sein.

Keiter, Aphorismen von M. Herbert (i. e. Therese Keiter), 2. Auflage 1904 (EA: 1895)

Der Mensch ist also zum Unglück bestimmt, dass ihm das Glück fast als ein Unrecht erscheint: einer gemeinen Natur das fremde, einer edlen das eigene.

Mohr, Gedanken über Leben und Kunst, 2. vermehrte Auflage 1885 (EA: 1879)