Glück Sprüche – zeit

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Die Natur lehrt uns, was vom Zufall kommt, geringer einzuschätzen, im Glück das Unglück kennenzulernen und im Unglück das Glück nicht zu überschätzen, das Gute vom Zufall ohne Aufregung anzunehmen und gewappnet zu sein gegen das scheinbare Unglück, das von ihm kommt; ferner, dass alles Glück und Unglück der Menge Sache des Augenblicks ist, die Weisheit aber mit dem Zufall nichts gemein hat.

Nestle, Die Nachsokratiker, 2 Bde., 1923. Aus unbestimmten Schriften [110]

Das Glück, das glatt und schlüpfrig rollt, tauscht in Sekunden seine Pfade, ist heute mir, dir morgen hold und treibt die Narren rund im Rade. Laß fliehn, was sich nicht halten läßt, den leichten Schmetterling laß schweben, und halte dich nur selber fest; Du hältst das Schicksal und das Leben.

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Töricht haschen wir auf Erden Nach des Glückes Irrlicht-Schein; Wer sich quält, beglückt zu werden, Büßt die Zeit ein, es zu sein!

Tiedge, C. A., Gedichte. Episteln. Aus: An einen Freund

Unser Glück gleichet dem Grase. Beide fangen erst zu duften an, wenn sie gemäht sind.

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Genieße die Augenblicke des Glücks, denn sie sind vergänglich.

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Alles ist schwankend, und nur ein Glück ist sicher: seine Pflicht zu tun bis in den Tod.

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Einer hat immer das Bummerl, einer muß immer verliern, ich hab‘ mein Lebtag das Bummerl, weil ich vom Glück ein Stiefkind bin.

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Dem Schein des Glücks fällt Wirklicher zum Opfer.

Fliegende Blätter, humoristische deutsche Wochenschrift, 1845-1944

Groß Glück hält nicht lange Farbe.

Simrock (Hg.), Die deutschen Sprichwörter (= Die deutschen Volksbücher, Bd. 5), 1846

Der Faule Rennt dem scheuen Glücke nach! Freunde, rennt euch alt und schwach! Ich nehm' Teil an eurer Müh: Die Natur gebietet sie. Ich, damit ich auch was tu, – Seh' euch in dem Lehnstuhl zu.

Lessing, G. E., Gedichte. Lieder, Ausgabe 1771

Frage O Menschenherz, was ist dein Glück? Ein rätselhaft geborner Und, kaum gegrüßt, verlorner, Unwiederholter Augenblick!

Lenau, N., Gedichte. Entst. wahrscheinlich 1821/22

Die Uhr schlägt keinem Glücklichen.

Schiller, Wallenstein (Trilogie), entstanden 1796-1799; Erstdruck 1800. Die Piccolomini, 1799. 3 Akt, 3. Auftritt, Max

Glück ist eine Momentaufnahme - plötzlich gleitet es dir aus den Händen.

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Oft, wie der Goldfrucht Ball, frühzeitig gebrochen, im Schiff erst Ausreift, wird dir das Glück erst als Erinnerung süß.

Geibel, E., Gedichte. Ethisches und Ästhetisches in Distichen. LX.

Es ziemt sich nicht, auf das gegenwärtige Glück zu vertrauen.

Livius, Römische Geschichte. Von der Gründung der Stadt an (Ab urbe condita), entstanden ab 27 v. Chr

Nicht eigne Güter haben ja die Sterblichen, was uns die Götter gegeben, das verwalten wir und, wenn sie wollen, nehmen sie es wieder hin.

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Das Glück ist kein Geschenk Gottes, es ist nur ein Darlehen.

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Dann erst erkennen stets wir Menschen unser Glück, Wann wir verloren haben, was einst unser war.

Plautus, Die Kriegsgefangenen (Captivi). V. 142f. 1. Akt, 2. Szene, Ergasilus. Übersetzt von Georg Gustav Samuel Köpke, 1809

Wie oft das größte Glück zerstört ein Augenblick!

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Verloren Was Holdes liegt mir in dem Sinn, Das ich vor Zeit einmal besessen; Ich weiß nicht, wo es kommen hin, Auch, was es war, ist mir vergessen. Vielleicht – am fernen Waldesrand, Wo ich am lichten Junimorgen – Die Kinder klein und klein die Sorgen – Mit dir gesessen Hand in Hand, Indes vom Fels die Quelle tropfte, Die Amsel schallend schlug im Grund, Mein Herz in gleichen Schlägen klopfte Und glücklich lächelnd schwieg dein Mund; In grünen Schatten lag der Ort – Wenn nur der weite Raum nicht trennte, Wenn ich nur dort hinüberkönnte, Wer weiß! – vielleicht noch fänd ich's dort.

Storm, T., Gedichte. Ausgabe 1885

Im Schoß des Glücks zu leben ist unsicher, denn wer weiß, wie lange es sitzen bleibt.

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