Glück Sprüche – zeit

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Was man in tausend Tagen Gutes getan hat, kann man in einem Tag zerstören.

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Wie albern der Grundsatz über die Unbeständigkeit des Glücks, es gibt gar nix Beständigeres.

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Ja Freund! oft trinket der Mensch die Lust in Strömen und dürstet, Der Glücklichste stirbt unter Wünschen; ein Tropfen Kummers verbittert Ihm ganze Meere von Freude. Die Einbildung spornt seine Triebe, Wie Rösse reißen sie aus, die Zwang und Zügel verachten, Und ziehn ihn mit sich zum Abgrund.

Kleist, E. C., Gedichte. Der Frühling. Aus: Die Unzufriedenheit des Menschen. An Herrn Professor Sulzer

So ist das Glück, es nähert sich dir, es berührt deine Stirn, du aber bist so betroffen von seiner Gegenwart, so befangen, und machtlos, es zu ergreifen, daß du die Göttin erst erkennst, wenn sie entschwunden ist.

Frenzel, Lucifer. Ein Roman aus der Napoleonischen Zeit, 5 Bde., 1873

Mir ist's zu wohl ergangen, Drum ging's auch bald zu End', Jetzt bleichen meine Wangen, Das Blatt hat sich gewend't. Die Blumen sind erfroren, Erfroren Veil und Klee, Ich hab' mein Lieb' verloren, Muß wandern tief im Schnee. Das Glück läßt sich nicht jagen Von jedem Jägerlein, Mit Wagen und Entsagen Muß drum gestritten sein.

Scheffel, Der Trompeter von Säckingen, 1854

Es gibt unter allem Erdenweh kaum Jammervolleres, als wenn ein vollempfundenes, reines Glück von derselben Hand zerstört wird, die es gereicht. Da ist ja alles hin, nicht die Zukunft nur, auch die Vergangenheit, jede Erinnerung gleichsam erwürgt, jede Gabe, die voll Wonne an’s Herz gedrückt worden, plötzlich verschwunden wie Hexengold.

Godin, Das Bild ohne Gnade, 1873

Die Gunst der Zeit ist nicht zu bannen, Am schnellsten flieht das höchste Glück.

Bodenstedt, Aus dem Nachlasse Mirza-Schaffys, 1874. Erstes Buch: Lieder der Liebe. Lieder vom Schwarzen Meer, 2.

Des Glückes wahrer Wert wird erst erkannt, Wenn es entschwand.

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Länder und Geschlechter verjüngen sich – aber der Frühling des menschlichen Glückes blüht nur einmal…. Der Rest ist Asche!

Eckstein, Ein Winternachtstraum, 1872

Ausgleich Was an Schmerzen du erfahren, Ist vergessen auch zur Stund', Küßt nach langen, öden Jahren Wieder dich ein schöner Mund. Was die Zeit an Ruhm dir raubte, Hast du doppelt reich und schnell, Wenn dein Kranz, der früh entlaubte, Wieder ausschlägt grün und hell. Darum sel'ge Tränen weine, Wird dir noch ein spätes Glück: Denn es bleibt nun auch das deine, Und kein Gott nimmt's mehr zurück!

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Manchem Reichen, wann sie [Fortuna] kaum gefüllet Seinen Kasten, hoch bis an den Rand, Hat sie hinterher den Strick getrillet Und ihn aufgeknüpft durch eigne Hand.

Bürger, G. A., Gedichte. Aus: Fortunens Pranger

Hüten wir uns, den stolzen Tempelbau unserer Glückseligkeit, anstatt ihn auf den Granitgrund der Ideen zu stützen, auf den Flugsand von Bijouterien und Nippsachen stellen zu wollen.

Lindner, Das Problem des Glücks. Psychologische Untersuchungen über die menschliche Glückseligkeit, 1868

Dem Glücklichen naht sich auch der Tod als Glück, und dem Unglücklichen als Unglück.

Mohr, Gedanken über Leben und Kunst, 2. vermehrte Auflage 1885 (EA: 1879)

Soll ich das stolze, grausame, blinde Glück nicht hassen, das mit uns Menschen nach Willkür spielt?

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Doch eh ein Mensch vermag zu sagen: schaut! Schlingt gierig ihn die Finsternis hinab: So schnell verdunkelt sich des Glückes Schein!

Shakespeare, Ein Sommernachtstraum (A Midsummer Night’s Dream), Erstdruck 1600

Fortuna ist eine geizige Schöne; sie schenkt nichts, sie leiht nur.

Fliegende Blätter, humoristische deutsche Wochenschrift, 1845-1944

Sorgen, Sorgen, graue Sorgen Halten eisern dich umfaßt. Sie zu bannen, denkst und ringst du Tag' und Nächte ohne Rast. Und dieweil du also kämpfest, Geht, was nimmer kehrt zurück, Oft an deiner Thür' vorüber, Armes Menschenkind, das Glück!

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Aber nicht bloß im Wellenreiche, Auf der wogenden Meeresflut, Auch auf der Erde, so fest sie ruht Auf den ewigen, alten Säulen, Wanket das Glück und will nicht weilen.

Schiller, Die Braut von Messina oder die feindlichen Brüder. Ein Trauerspiel mit Chören, 1803. Chor, Dritter

Beim Hauch des Morgens und der Mitternächte Schauer Fühlt' ich die Trauer, daß die Welt hat keine Dauer; Daß wir am Anfang schon dem End' entgegen gehn Und doch am Ende noch beim Anfang immer stehn. Bald haben wir's verwacht, bald haben wir's verträumt, Nie säumend Tag und Nacht, das Glück ist stets versäumt.

Rückert, Gedichte. Die Weisheit des Brahmanen, 1836-1839

Abereinesel'ge Stunde Wiegt ein Jahr von Schmerzen auf.

Geibel, E., Gedichte. Jugendgedichte. Drittes Buch. Athen. Aus: Leichter Sinn

Den letzten der Tage muß erst immer der Mensch abwarten, und glücklich geheißen darf kein Sterblicher sein vor dem Tod und dem Leichenbegängnis.

Ovid, Metamorphosen, entstanden um 1 oder 3 bis 8 n. Chr