Glück Sprüche – zeit

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Der Moment Versprühn in Freudefunken muß Ein langes Gramgeschick, Zu Grunde gehn im Vollgenuß Von einem Augenblick. Es prägt kein Leben seine Spur Der Welt auf ewig ein, Wir können auf Momente nur Vollkommen glücklich sein. Wie leuchtend auch in höchster Pracht Des Menschen Geist erglüht, Er zeigt doch nur die tiefe Nacht, In die er bald versprüht.

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Nie wirst du das Glück erhaschen, Wenn du die Gunst des Augenblicks nicht ehrst. Die Freude mißt sich nicht nach Ewigkeiten, Sie ist der Augenblicke flücht'ges Kind, Und rasch, wie sie entstand, entflieht die Lust. Sie ist ein selt'ner Gast des düstern Lebens, Drum eile, sie mit heiterm Blick zu fesseln, Wenn sie auf ros'gem Fittich sich dir naht.

Beer, Klytemnestra. Trauerspiel in vier Abteilungen, uraufgeführt am 8. Dezember 1819. 2. Aufzug, 1. Auftritt, Pylades

Wir sind nur darum auf kleine Augenblicke glücklich, um unser Unglück nachher desto schärfer zu fühlen. Es ist der alte Fluch, Glück muß mit Unglück wechseln, und eben darin besteht unser Leben und unser Elend.

Tieck, Geschichte des Herrn William Lovell. An Rosa, 1795/96 (anonym), hier in der Fassung von 1828

Aus Ziegeln und aus Lehm erbaut Zerfällt des Glücks Palast, den Baustein schaff' zur Seligkeit, So lang' du Zeit noch hast.

Dschami, Der dreifache Diwan (Divān-e sigāna), Sammlung von Gedichten aus Dschamis Jugend, Erwachsenenzeit und Alter

Ewig! Aus tausend Knospen bricht die Kunde: Es ist nur Täuschung aller Tod! So klingt es schmetternd in der Runde, So spricht das gold'ne Morgenroth. Wir stehen unter Blütenbäumen – Mit Jubel denk' ich's, daß du mein, Und rufe laut in sel'gen Träumen: O dieses Glück muß ewig sein! Da fallen welke Blüten nieder, Es schauert leis der Lenz im Wind: Ja, ewig! sagst du lächelnd wieder Und blickst auf unser spielend Kind.

Bern (Hg.), Deutsche Lyrik seit Goethe's Tode, 1878. Originaltext

In der Schönheit Gebiet sind wir die freiesten Bürger, Doch da wir sonst nichts sind, sehet, so sind wir nicht viel. Alle die andern, sie haben zu tragen, zu tun, zu bedeuten, Wir, das glückliche Volk, brauchen sonst nicht als zu sein.

Goethe, J. W., Gedichte. In: Goethe, Gedenkausgabe der Werke, Briefe und Gespräche, Artemis Verlag, Zürich 1948-1954, II, 514

Es liegt ein Fluch auf der Welt, daß oft unser Höchstes uns in die Erde zieht und unser Glück sich in Leid wenden will.

Baer, Jahresgedanken einer Frau, 1921

Das Glück hat, wie das Fieber, seine Zeit, Doch nie des Fiebers Regelmäßigkeit.

Morgenblatt für gebildete Stände (Titel ab 1837: Morgenblatt für gebildete Leser), 1807-1865. 3.2.1816. Gnomen

Bedenk, auf ungetreuen Wellen, Wie leicht kann sie der Sturm zerschellen, Schwimmt deiner Flotte zweifelnd Glück.

Schiller, F., Gedichte. Aus: Der Ring des Polykrates, 1797

Einzeln nur, zerstreuet zeigen sich Des Glückes Fäden, die Gelegenheiten.

Schiller, Wallenstein (Trilogie), entstanden 1796-1799; Erstdruck 1800. Die Piccolomini, 1799. 2. Akt, 6. Auftritt, Illo

Fortuna erbaut und reißt ein.

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Fortuna Frau Fortuna, ganz umsunst Tust du spröde! deine Gunst Weiß ich mir, durch Kampf und Ringen, Zu erbeuten, zu erzwingen. Überwältigt wirst du doch, Und ich spanne dich ins Joch, Und du streckst am End' die Waffen – Aber meine Wunden klaffen. Es verströmt mein rotes Blut, Und der schöne Lebensmut Will erlöschen; ich erliege Und ich sterbe nach dem Siege.

Heine, H., Gedichte. Neue Gedichte, Erstdruck 1844. Die Gedichte entstanden zwischen 1824 und 1844, viele von ihnen wurden zuvor in Zeitschriften bzw. in Sammelbänden veröffentlicht. Originaltext

Und vielleicht gewährt mir die Stunde, was sie dir verweigert hat.

Horaz, Satiren (Sermones), ca. 42-30 v. Chr. 2, 16, 31-32. Übers. Internet Originaltext: Et mihi forsan, tibi quod negarit, porriget hora.

Weder Leben noch Glück sind für den Menschen unvergänglicher Besitz.

Publilius Syrus, Sprüche (Sententiae), um 50 v. Chr. Übers. Internet Originaltext: Nec vita nec fortuna propria est hominibus

Nach ihrem Belieben hat hier die räuberische Fortuna die Macht der Herrschaft mit lautem Ungestüm fortgerissen und dort einem anderen aufgesetzt.

Horaz, Oden. 1,34. Übers. Internet Originaltext: Hinc apicem rapax Fortuna cum stridore acuto sustulit, hic posuisse gaudet.

Das Glücksrad geht um.

Simrock (Hg.), Die deutschen Sprichwörter (= Die deutschen Volksbücher, Bd. 5), 1846