Glück Sprüche – zukunft

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Unser Glück [...] ist wie ein Zugnetz im Wasser: wenn man's schleppt, bauscht es sich auf, daß man sich Wunder was für Hoffnungen macht, und zieht man's dann heraus, so ist nichts drin.

Tolstoi, Krieg und Frieden (Война и мир), 1862-69. 12. Teil, 12. Übersetzt von Hermann Röhl

Wenn sich ein Tor des Glückes schließt, öffnet sich ein anderes. Aber oft schauen wir so lange auf das verschlossene Tor, daß wir das andere, das sich für uns geöffnet hat, gar nicht sehen.

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Wünsche dir entfloh'ne Stunden, Helle Freuden nicht zurück – Denn das Glück ist nie verschwunden, Was verschwindet ist kein Glück.

Schnabel, L., Gedichte, 1861. Aus: Beruhigung

Bis die Menschen ebenso sehr wünschen werden, glücklich zumachen, als glücklich zusein: – darüber können nochMonatevergehen!

Weiß, So seid Ihr! Erste Folge, 1906

Genieße feierlich den Augenblick des Glücks, stark zu bleiben für die Zukunft.

Toeche-Mittler, Stimmungsgedanken über Raum und Zeit, 1907

Manchmal möchte ich bald toll werden über meinen unverdienten Ruhm, das Glück sucht mich und ich fürchte mich fast deswegen vor einem neuen Unglück.

Beethoven, Briefe. An Nikolaus Zmeskall, 8. Juli 1810

Hast du dein Glück zu Grab getragen, Und naht dir noch in später'n Tagen Ein neues Glück – recht unverhofft – Dann halt' es fest – trotz allem Sträuben. – Daß Bäume zweimal Blüthen treiben In einem Lenz geschieht nicht oft.

Fliegende Blätter, humoristische deutsche Wochenschrift, 1845-1944

Aus Ziegeln und aus Lehm erbaut Zerfällt des Glücks Palast, den Baustein schaff' zur Seligkeit, So lang' du Zeit noch hast.

Dschami, Der dreifache Diwan (Divān-e sigāna), Sammlung von Gedichten aus Dschamis Jugend, Erwachsenenzeit und Alter

Halte nur die Augen offen: einmal naht auch dir das Glück! Halt' es fest! Wenn es entflogen, kommt es nicht so leicht zurück. Mancher steht mit nassen Augen und mit leeren Händen da, der Phantomen nachgestürmet und sein goldnes Glück nicht sah.

Tonger (Hg.), Lebensfreude. Wollen u. Wirken. Unser Leben. Sprüche und Gedichte, gesammelt von P. J. Tonger (Ausgabe der ersten drei Einzelbändchen in einem Bande), Köln, um 1917. Lebensfreude

Ewig! Aus tausend Knospen bricht die Kunde: Es ist nur Täuschung aller Tod! So klingt es schmetternd in der Runde, So spricht das gold'ne Morgenroth. Wir stehen unter Blütenbäumen – Mit Jubel denk' ich's, daß du mein, Und rufe laut in sel'gen Träumen: O dieses Glück muß ewig sein! Da fallen welke Blüten nieder, Es schauert leis der Lenz im Wind: Ja, ewig! sagst du lächelnd wieder Und blickst auf unser spielend Kind.

Bern (Hg.), Deutsche Lyrik seit Goethe's Tode, 1878. Originaltext

Fortuna lächelt so wenigen Menschenkindern; die meisten von ihnen lacht sie aus.

Fliegende Blätter, humoristische deutsche Wochenschrift, 1845-1944

Bedenk, auf ungetreuen Wellen, Wie leicht kann sie der Sturm zerschellen, Schwimmt deiner Flotte zweifelnd Glück.

Schiller, F., Gedichte. Aus: Der Ring des Polykrates, 1797

Ein Lämpchen aufgeglommen, Solch Lämpchen, Glück, bist du: Aus Nächten hergekommen, Den Nächten geht es zu. Es glüht vor deinen Schritten; Herzklopfend bleibst du steh'n. – Und ist vorbeigeglitten, Eh' du es recht geseh'n. –

Jacobowski, Leuchtende Tage. Neue Gedichte 1896-1898, Minden 1900

Das fremde Glück Von diesen kleinen Dingen leben wir, Nicht von den großen, die so selten kommen: Oft war's nur irgendein Reflex, der dir Von einer Vase funkelnd aufgeglommen, Oft ferne ein Akkord auf dem Klavier, Vom Abend auf die Fittiche genommen. Und neulich trat in meinen stillen Raum Ein fremdes Glück und lächelte von Wangen Zwei junger Menschen, die im frühen Traum Der ersten Liebe hoffend noch befangen – Und grüßte mich wie einen, den man kaum Erkennt, weil schwere Zeit an ihm vergangen. Laß sein, mein Herz, das noch von Jugend wirr Und trunken ist, sich tätig aufzuschwingen –! Kommt einst der Tag, an dem du müd und irr Am eigenen Geschicke und Gelingen, Vielleicht, daß dann das fremde Glück zu dir Sich segnend neigt und lächelt deinem Ringen – Denn später, wenn wir müde, leben wir Nur mehr von solchen fremden lieben Dingen...

Wildgans, Gedichte. Dreißig Gedichte, 1917

Einzeln nur, zerstreuet zeigen sich Des Glückes Fäden, die Gelegenheiten.

Schiller, Wallenstein (Trilogie), entstanden 1796-1799; Erstdruck 1800. Die Piccolomini, 1799. 2. Akt, 6. Auftritt, Illo

Wieder ein Glück erlebt. Die gefährliche Dürre geneset, Und die Schärfe des Lichts senget die Blüte nicht mehr.

Hölderlin, F., Gedichte. Aus: Stuttgart, entst. 1800, Erstdruck 1806

ich habe die ganze brust voll glück und über jedes ende hinaus winkt mir mit goldnen flügeln unsterblichkeit.

George, Tage und Taten. Aufzeichnungen und Skizzen, Erstdruck 1903. Vorrede zu Maximin. Originaltext

Fortuna erbaut und reißt ein.

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Fortuna Frau Fortuna, ganz umsunst Tust du spröde! deine Gunst Weiß ich mir, durch Kampf und Ringen, Zu erbeuten, zu erzwingen. Überwältigt wirst du doch, Und ich spanne dich ins Joch, Und du streckst am End' die Waffen – Aber meine Wunden klaffen. Es verströmt mein rotes Blut, Und der schöne Lebensmut Will erlöschen; ich erliege Und ich sterbe nach dem Siege.

Heine, H., Gedichte. Neue Gedichte, Erstdruck 1844. Die Gedichte entstanden zwischen 1824 und 1844, viele von ihnen wurden zuvor in Zeitschriften bzw. in Sammelbänden veröffentlicht. Originaltext

Und vielleicht gewährt mir die Stunde, was sie dir verweigert hat.

Horaz, Satiren (Sermones), ca. 42-30 v. Chr. 2, 16, 31-32. Übers. Internet Originaltext: Et mihi forsan, tibi quod negarit, porriget hora.

Nach ihrem Belieben hat hier die räuberische Fortuna die Macht der Herrschaft mit lautem Ungestüm fortgerissen und dort einem anderen aufgesetzt.

Horaz, Oden. 1,34. Übers. Internet Originaltext: Hinc apicem rapax Fortuna cum stridore acuto sustulit, hic posuisse gaudet.