Glück Sprüche – zukunft
150 Sprüche gefunden
Sorgen, Sorgen, graue Sorgen Halten eisern dich umfaßt. Sie zu bannen, denkst und ringst du Tag' und Nächte ohne Rast. Und dieweil du also kämpfest, Geht, was nimmer kehrt zurück, Oft an deiner Thür' vorüber, Armes Menschenkind, das Glück!
Der ist beglückt, wem ewig unveraltet Erinn'rung stets zur Hoffnung sich gestaltet.
Dein Glück ist heute gut gelaunet, Doch fürchte seinen Unbestand.
Bei allem Mißlingen hofft meine ewig närrische Seele doch immer das Unglaublichste. Wir lassen nicht vom Glück!
Beim Hauch des Morgens und der Mitternächte Schauer Fühlt' ich die Trauer, daß die Welt hat keine Dauer; Daß wir am Anfang schon dem End' entgegen gehn Und doch am Ende noch beim Anfang immer stehn. Bald haben wir's verwacht, bald haben wir's verträumt, Nie säumend Tag und Nacht, das Glück ist stets versäumt.
Wir kennen das Glück meist nur in der Vergangenheit oder Zukunft, höchst selten in der Gegenwart.
Dem entflohenen Glücke muß man nicht nachsehen; es ist hinten mißgestaltet. Und wenn es das Gesicht wendete, würdest du eine Furie zu erblicken glauben.
Es kann unterhaltend sein, sein Glück zu machen: Man ist stets voll Hoffnung.
Encore Nun bist du ruhig, liebes Herz. Die Schmerzen gleiten nur so von weiten noch heimatwärts. Das waren trübe Zeiten. Der Mond wacht schon am Himmel lang. Mir quillt versonnen aus Seelenbronnen ein kühler Sang von neuen lieben Wonnen. Was sing' ich denn die trübe Nacht? Laßt uns doch warten! Bald kommt in Fahrten von hoher Pracht der Tag in unsern Garten. Die böse Sehnsucht ist mir tot. Der Tag will schlingen um mich ein Klingen. Glück wuchs aus Not. Wie will ich fröhlich singen!
Den letzten der Tage muß erst immer der Mensch abwarten, und glücklich geheißen darf kein Sterblicher sein vor dem Tod und dem Leichenbegängnis.
Nachtigall Wenn ich zur Nacht aus dem Wirtshaus hinke, Wo ich Geld und Verstand vertrinke, Wie meine Mutter und teure Magen Mir des öftern belieben zu sagen: Dann hör ich wohl auch, wie Tausende schon, Der Nachtigall lüsternen Klageton: Das zittert so hell aus lauterer Kehle Und dringt so hinein in die Menschenseele. Da steh ich auf altem Paradeplatze, hängenden Schweifes schleicht eine Katze - Und ich denk an mein weibliches Ideal, Das aus hundert Weibern zusammen ich stahl – Und denk an die Esel vergangener Zeit, An des Glückes notorische Schlüpfrigkeit Und mir ist, als könnt ich da unten auf Erden Noch einmal riesig glücklich werden.
Beruhigung Sprich, was soll dein irres Sehnen, Was dein hoffnungsloser Schmerz? Blicke mutig durch die Thränen, Blicke freudig himmelwärts. Wo, was jetzt vorüberwehend, Wie ein Himmelston verklingt, Jugendkräftig und bestehend Alle Schmerzen niederzwingt. Wünsche dir entfloh'ner Stunden Helle Freude nicht zurück – Denn das Glück ist nie verschwunden, Was verschwindet, ist kein Glück! –
Wir sagen nur so lange, das Glück sei blind, bis es auch zu uns kommt.
Dann zog er hinab ins Tal eine Vollmondnacht, eine Goldmondnacht. Die stumme Nachtigall in seinem Herzen erwacht. Er sagt zu der armen Gefangenen: Flieg hinaus in den grünen Hain! Ich bin voll von dem Neuen, dem Vergangenen, ich bin jung von berauschender Pein. Der Frühling aus fernen Weiten stand wie neu erweckt am Hang, und er sang wie in Nachtigallenzeiten seines Herzens Überschwang.
Die Zeit enteilt im raschen Flug, Dem alten Jahre folgt das neue; Bleibt uns bewahrt der Freunde Treue, So rufen froh wir: Glücks genug!
Just ging ein Glück vorüber, als ich schlief, Und wie ich träumte, hört ich nicht: Es rief.
Säume nicht, das Glück zu küssen, Denn es eilt in stetem Lauf, Es beschenket uns mit Nüssen, Doch – es knackt sie uns nicht auf!
Das ist ja ohnehin der schönste Vorzug des Menschen, daß er ein fernes Glück sich herzaubern und es still genießen kann, ohne Beimischung der Wirklichkeit, die oft zerstört, was sie bringt.
Doch nicht verzagt! Die Welt ist nicht so grau, Fortuna zwar ist nicht ganz echt von Farbe, Indes, sie ist ja auch nicht Eure Frau. Sie schlägt die Wunde, aber heilt die Narbe.
Glück und Glas, wie schimmern sie nicht, die zerbrechlichen, beide! Nütze sie beide. Nur, Freund, baue kein gläsernes Haus.
Wenn aber beim Elend noch ein Glück sein soll, so kann es nur ein geistiges sein, rückwärts gewandt zur Rettung der Bildung früherer Zeit, vorwärts gewandt zur heitern und unverdrossenen Vertretung des Geistes in einer Zeit die sonst gänzlich dem Stoff anheimfallen könnte.