Gott Sprüche

Sprüche über Gott

1609 Sprüche in dieser Kategorie

Ein Gott, der kein Glück gibt, ist kein Gott.

Multatuli, in: Breviere ausländischer Denker und Dichter. Band IV: Worte Multatulis, hg. von Carl Hagemann und Edgar Alfred Regener, Minden in Westfalen, o.J. [1906]

Ich frage dich, Schmerz, ich frage dich, Not, Ich frage dich, rätselumschauerter Tod. Ich frage dich, Gott, ich fasse dein Kleid Und deine starre Herrlichkeit. Ich recke mich zu deinem Thron, Ein verzweifelter, müder Menschensohn. Ich frage mit trotzig knirschendem Mund Dich um der Dinge letzten Grund. Ich frage dich um die Zweifelsqual, Wie Nacht so schwer, wie Nacht so kahl, Um das zagende, nagende Menschenleid, Das zu dir aus tiefster Tiefe schreit. Ich frage dich um die andere Welt, Wenn uns die arme Erde zerschellt. Ich schütte das ganze grausame Leid Vor deine graue Ewigkeit. – Die Himmel beben, die Sonne zagt Vor dem Menschenkinde, das also fragt. Das Meer schlägt donnernd seinen Strand, Und die Berge lauschen wie gebannt. – Und wenn mir, Gott du, die Seele zerbricht, Ich frage dich, ich lasse dich nicht.

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Und merkwürdigerweise ist gerade die Gottlosigkeit am unduldsamsten, sobald sie das Recht erstritten hat, mit Frechheit offen sich zeigen zu dürfen. Sie will keine Gottesverehrung mehr dulden und verfolgt jede mit allen ihr zu Gebote stehenden Mitteln, legt euch Glaubens- und Gewissensfreiheit so aus, daß niemand mehr einen Glauben haben, niemand ein Gewissen zeigen solle. Wer fühlt nicht diese zur Macht strebende Gottlosigkeit und den Zwang, den sie bereits auszuüben beginnt?

Gotthelf, Uli der Knecht (Originaltitel: Wie Uli der Knecht glücklich wird. Eine Gabe für Dienstboten und Meisterleute), 1841. 14. Kapitel

Es ist nicht meine Angelegenheit, an mich zu denken. Meine Angelegenheit ist es, an Gott zu denken. Es ist Gottes Sache, an mich zu denken.

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Was tut die Blume wohl mit Gott? Sie läßt sich Gott gefallen. In der Blume, als Blume träumt er seinen schönsten Traum, da widerstrebt ihm nichts.

Morgenstern, Stufen. Eine Entwicklung in Aphorismen und Tagebuch-Notizen, 1918 (posthum). 1908

Man muß Gott schon in Zwei teilen, wenn seine schönste Empfindung, die Liebe, nicht allerletzten Endes Selbst-Liebe sein soll.

Morgenstern, Stufen. Eine Entwicklung in Aphorismen und Tagebuch-Notizen, 1918 (posthum). 1913

Vorschlag O wie rinnt in meine Glieder Eine stille Seligkeit, Sonntag, Sonntag ist es wieder, Abgelegt das Werktagskleid. O wie machst du jede Plage, Alles wieder schön und gut, Nachgeschmack von jenem Tage, Da der Herr der Welt geruht. Rufst in unserer gescheiten Fleißigen Welt oft wunderbar Mir zurück die seligen Zeiten, Da es immer Sonntag war. Für die nächste Schöpfungsfrage Mach ich, Herr, den Vorschlag nun: Ruhen mögst du sechs der Tage Und am siebten gar nichts tun.

Paulus, Gesammelte Dichtungen, 1892

Gibt es Gott? Ich weiß es nicht. Ich weiß, es gibt ein Gesetz meines geistigen Wesens. Die Quelle, den Ursprung dieses Gesetzes nenne ich Gott.

Tolstoi, Tagebücher. 1906

Ihm [Gott] ziemt's, die Welt im Innern zu bewegen, Natur in Sich, Sich in Natur zu hegen, So daß, was in Ihm lebt und webt und ist, Nie Seine Kraft, nie Seinen Geist vermißt.

Goethe, J. W., Gedichte. Ausgabe letzter Hand, 1827. Gott und die Welt. Aus: Proömion. Originaltext

Da oben ist ein anderer Ätti (Vater), strahlend in ewigem Lichte der allmächtigen Liebe; es ist der reiche Gott und die Sterne sind sein glänzend Kleid. Und den haben viele verloren aus den Augen, und sie wissen nicht, wo er ist; und doch haben sie keine Angst und behaglich wandern sie auf dem Lebensmarkte auf und ab, .... ja, gemahnt an ihn, erschrecken sie, und möchten die Reden von ihm für Träume ausgeben, für Träume schwindsüchtiger und mondsüchtiger Thoren.

Gotthelf, Leiden und Freuden eines Schulmeisters, 1838-39

Es ziemt uns nicht, Gott menschliche Attribute beizulegen, es ziemt uns nicht, Gott nach unserm Bilde zu schaffen. Menschliche Gerechtigkeit, menschliche Güte, menschliche Weisheit, das Alles läßt sich unmöglich auf ihn übertragen.

Voltaire, Philosophisches Wörterbuch (Dictionnaire philosophique portatif), 1764. Über das Gute und das Böse in der physischen und in der moralischen Welt (›Bien‹ (Vom Guten))

Pantheismus: Die Lehre, dass alles Gott ist, im Unterschied zu der Lehre, dass Gott alles ist.

Bierce, Des Teufels Wörterbuch (The Cynic's Word Book), 1906 (1909 als »Devil’s Dictionary« in ›Collected Works‹, Vol. 7)

Was Gott tut, das ist wohlgetan! Es bleibt gerecht sein Wille; Wie er fängt meine Sachen an, Will ich ihm halten stille. Er ist mein Gott, der in der Not Mich wohl weiß zu erhalten, Drum laß' ich ihn nur walten. Was Gott tut, das ist wohlgetan! Er wird mich nicht betrügen, Er führet mich auf rechter Bahn; So laß' ich mich bengnügen An seiner Huld und hab' Geduld, Er wird mein Unglück wenden, Es steht in seinen Händen. Was Gott tut, das ist wohlgetan! Er wird mich wohl bedenken; Er, als mein Arzt und Wundermann, Wird mir nicht Gift einschenken Für Arzenei; Gott ist getreu, Drum will ich auf ihn bauen Und seiner Güte trauen. Was Gott tut, das ist wohlgetan! Er ist mein Licht und Leben, Der mir nichts Böses gönnen kann; Ich will mich ihm ergeben In Freud' und Leid; es kommt die Zeit, Da öffentlich erscheinet, Wie treulich er es meinet. Was Gott tut, das ist wohlgetan! Muß ich den Kelch gleich schmecken, Der bitter ist nach meinem Wahn, Laß' ich mich doch nicht schrecken, Weil doch zuletzt ich werd' ergötzt Mit süßem Trost im Herzen, Da weichen alle Schmerzen. Was Gott tut, das ist wohlgetan! Dabei will ich verbleiben; Es mag mich auf die rauhe Bahn Not, Tod und Elend treiben, So wird Gott mich ganz väterlich In seinen Armen halten, Drum laß' ich ihn nur walten.

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Im Anfange hatten die Menschen keine anderen Könige als die Götter und keine andere Regierung als die theokratische. … Schon daraus allein, daß man Gott an die Spitze jeder politischen Gesellschaft stellte, folgte, dass es ebenso viele Götter wie Völker gab. Zwei einander fremde und fast immer feindselig gesinnte Völker konnten nicht auf die Dauer einen und denselben Herrn anerkennen.

Rousseau, Vom Gesellschaftsvertrag oder Prinzipien des Staatsrechtes (Du Contrat social ou Principes du droit politique), entstanden 1754-58, Erstdruck 1762. 4. Buch, 8. Kapitel

Gott schuf den Menschen nach seinem Bilde, das heißt vermutlich, der Mensch schuf Gott nach dem seinigen.

Lichtenberg, Sudelbuch D, 1773-1775. [D 201]

Ein unpersönlicher Gott ist gar kein Gott, sondern bloß ein missbrauchtes Wort [...].

Schopenhauer, Parerga und Paralipomena, 2 Bde., zweite vermehrte Auflage 1862 (EA: 1851). Erster Band. Fragmente zur Geschichte der Philosophie

Gott kann keine andere Hilfe gewähren als Selbsthilfe.

Thoreau, Herbst. Aus dem Tagebuch von Henry David Thoreau, hg. von H. G. O. Blake, übersetzt von Bertha Engler, Büchergilde Gutenberg, Zürich o.J. [1945]. 13. Oktober 1840

Diese übermächtigen Personen, deren eine regnet, die andere donnert, die dritte den Erdball erschüttert, sind menschenähnlich, weil von Menschen gebildet.

Rée, Die Entstehung des Gewissens, 1885

[…] Wahrhaftig, gäbe es einen Gott, man müßte ihn an seinem Schlafrock auf das Schafott zerren für seine endlose Grausamkeit.

Heym, in: Georg Heym Lesebuch. Gedichte, Prosa, Träume, Tagebücher, hg. von Heinz Rölleke, Verlag C. H. Beck 1984. 17.8.1910

Der alte Gott der Schlachten ist nicht mehr.

George, Der Krieg, 1917

Es ist weder möglich, noch denkbar, daß du mit menschlichem Verstande die Gottheit und die ursprüngliche Erschaffung der Dinge begreifen könnest, da du nur einen so kleinen Teil des Universums übersiehst und selbst diesen nur sinnlich und von außenher erkennst.

Platen, Lebensregeln, 1817. [3]