Gott Sprüche – klassisch

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Rede, denn dein Knecht hört.

Altes Testament. Das erste Buch Samuel (#1.Sam 3,10)

Wenn die Menschen von Gott reden, so kommen sie mir vor wie Lichtenbergs Kahlenberger Bauern, die, wenn ein Messer fehlt, dafür ein Stück Holz in die Scheide stecken, damit diese nicht leer sei.

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Alles geben Götter, die unendlichen, Ihren Lieblingen ganz, Alle Freuden, die unendlichen, Alle Schmerzen, die unendlichen, ganz.

Goethe, J. W., Gedichte. Nachlese. Aus einem Brief an Auguste zu Stolberg, Weimar 17.7.1777

Gottes ist der Orient! Gottes ist der Okzident! Nord- und südliches Gelände Ruht im Frieden seiner Hände.

Goethe, J. W., Gedichte. West-östlicher Divan, Buch des Sängers, Talismane

Was der Mensch alsGottverehrt, Ist sein eigenstes Innere herausgekehrt.

Goethe, J. W., Gespräche. Mit Friedrich Wilhelm Riemer, zwischen 1804 und 1812

Aller Dinge Gehalt, er wird durch dich nur entschieden, Leise Gottheit; auch mich richtest du, richte gelind.

Schiller, F., Gedichte. Xenien und Votivtafeln, in: Musenalmanach für das Jahr 1797

Gott, wenn wir hoch stehen, ist alles; stehen wir niedrig, so ist er ein Supplement unsrer Armseligkeit.

Goethe, Maximen und Reflexionen. Aphorismen und Aufzeichnungen. Nach den Handschriften des Goethe- und Schiller-Archivs hg. von Max Hecker, 1907. Aus dem Nachlass. Über Literatur und Leben

Das eigene Ideal Allen gehört, was du denkst, dein eigen ist nur, was du fühlest, Soll er dein Eigentum sein, fühle den Gott, den du denkst.

Schiller, F., Gedichte. Tabulae Votivae, in: Musenalmanach für das Jahr 1797

Das Herz ist Gottes Stimme, Menschenwerk Ist aller Klugheit künstliche Berechnung.

Schiller, Wallenstein (Trilogie), entstanden 1796-1799; Erstdruck 1800. Wallensteins Tod, 1799. 4. Akt, 8. Auftritt, Gordon

Tacitus hat als wahrer Philosoph gesprochen, als er sagte, es wäre besser, an Gott zu glauben, als über ihn zu diskutieren.

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Jesus antwortete: Du hättest keine Macht über mich, wenn es dir nicht von oben her gegeben wäre. Darum: der mich dir überantwortet hat, der hat größere Sünde.

Neues Testament. Das Evangelium nach Johannes (#Joh 19,11)

Die Gottheit verehrt, wer sie kennt.

Seneca, Briefe an Lucilius (Epistulae morales ad Lucilium), 62 n. Chr. 95. Brief. Übersetzt von Otto Apelt (1924) Originaltext: Deum colit qui novit

Gott denkt in den Genies, träumt in den Dichtern und schläft in den übrigen Menschen.

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Großer Gott, wir loben dich Großer Gott, wir loben dich, Herr, wir preisen deine Stärke, vor dir beugt die Erde sich und bewundert deine Werke. Wie du warst vor aller Zeit, so bleibst du in Ewigkeit. Alles, was dich preisen kann, Cherubim und Seraphinen, stimmen dir ein Loblied an; alle Engel, die dir dienen, rufen dir in sel'ger Ruh': "heilig, heilig, heilig!" zu. Himmel, Erde, Luft und Meer, sie verkündern deine Ehre; der Apostel glänzend Heer, der Propheten sel´ge Chöre und der Märtyrer lichte Schar lobt und preist dich immerdar.

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Durch Weisheit ist Gott tief, breit durch Barmherzigkeit, Durch Allmacht ist er hoch, lang durch die Ewigkeit.

Silesius, Cherubinischer Wandersmann, 1675

Ich bin nicht außer Gott und Gott nicht außer mir: Ich bin sein Glanz und Licht und er ist meine Zier.

Silesius, Cherubinischer Wandersmann, 1675

Willst du den Perlentau der edlen Gottheit fangen, So mußt du unverrückt an seiner Menschheit hangen.

Silesius, Cherubinischer Wandersmann, 1675

Brahma Der rote Schläger denkt, daß er schlüge, und der Erschlagene denkt, er sei erschlagen: Sie wissen nicht, wie heimlich ich es füge, daß alle Dinge mich im Innern tragen. Für mich ist nah, was ferne und versunken; Sonne und Schatten geben sich nichts nach; Götter erscheinen mir, die längst entschwunden; ein und dasselbe sind mir Ruhm und Schmach. Wer mich verleugnet, kennt nicht seine Lage: Wenn er mich flieht, bin ich, was ihn beschwingt; ich bin der Fragesteller und die Frage; ich bin das Lied, das der Brahmane singt. Die Götter sehnen sich nach meinen Gründen, den Heiligen Sieben laß' ich keine Ruh; du, Liebender des Guten, wirst mich finden und kehrst dem Himmel deinen Rücken zu.

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Seitdem sich die Menschen herausgenommen haben, Gott eine Sprache zu verleihen, hat ihn jeder auf seine Weise sprechen und sich von ihm sagen lassen, was er gewollt hat.

Rousseau, Emil oder über die Erziehung (Émile ou de l'éducation), 1762. Viertes Buch. Glaubensbekenntnis des savoyischen Vikars

Von den Göttern weiß ich nichts, weder daß es solche gibt noch daß es keine gibt. Denn viele Hindernisse versperren uns diese Erkenntnis: die Unklarheit der Sache und die Kürze des menschlichen Lebens.

Nestle, Die Vorsokratiker in Auswahl, 2. Auflage 1922 (EA: 1908). 5.

Gott ist tot! Gott bleibt tot! Und wir haben ihn getötet!

Nietzsche, Die fröhliche Wissenschaft (La gaya scienza), 1882 (ergänzt 1887). Drittes Buch, 125. Der tolle Mensch